Oha, das war aber ein kurzer Februar. Ja, sicher, er ist immer kurz, aber diesmal kam er mir besonders kurz vor. Deshalb (und aus etlichen anderen Gründen) habe ich es auch nicht pünktlich zum Monatsersten geschafft, meinen Rückblick zu schreiben.

Im Februar 2022 haben wir

  • recherchiert: Im Rheinland und im Bergischen Land. Die Karnevalstage waren ja frei, ohne dass wir sie sinnvoll für eine Reise oder zum Feiern hätten nutzen können. Also arbeiteten wir eine Liste ab, auf der Ausflugsziele standen, von denen ich noch Infos oder Fotos brauchte und die der Oma und den Kindern Freude machten: Kölner Zoo*, Monte Mare* Rheinbach mit Wellenbad, Boulders Habitat* Beuel, Museum Koenig*,… Einiges musste wegen Krankheit oder unerwarteten Drückebergereien unserer Recherchehelfer abgesagt werden, aber wir waren trotzdem mit unserer Ausbeute an Fotos und Erlebnissen sehr zufrieden.
  • geplant: weitere Ausflüge, bei denen wir uns aber nicht mehr in die Abhängigkeiten begeben. Wir haben gelernt und wollen zukünftig nur noch für uns buchen. Wer mitkommen will, kann sich mit einer eigenen Buchung dranhängen. Wer dann kurzfristig mit den fadenscheinigsten Begründungen absagt, hat eben Pech gehabt und wir starten allein zum nächsten Abenteuer.
  • geschrieben: in der Datenbank für die Ausflugsführer und am Burgen-Manuskript für das Bergische Land
  • gesammelt: Infos für meine bald wieder fälligen Recherchen auf der Via Francigena
  • gefreut: ein wunderbarer Mensch leiht mir ein Recherchemobil für meine Tour auf der Via Francigena. Wir kennen uns seit 20 Jahren, haben uns aber erst zweimal gesehen. Ich bin soooooo dankbar!
  • beantwortet: Einige Leserbriefe von Menschen in der Reisevorbereitung und von Pilgern, die sogar im Februar in der Eifel und in der Toskana unterwegs waren. Und eine ziemlich wütende Mail einer Pensionswirtin, die jetzt (2022!) bemerkte, dass ihre Vorgänger 2010 und 2014 auf meine Anfragen ablehnend reagierten, weil sie lieber Monteure (für mehrere Wochen) aufnahmen als Pilger (für eine Nacht). Sie hatte die Pension 2015 übernommen und wunderte sich, dass so wenige Pilger zu ihr kamen. Nun ist es geklärt und ich freue mich, dass ich meinen Lesern nun auch in diesem Ort eine Unterkunft vorschlagen kann, in der Wanderer und Pilger willkommen sind.
  • erlebt: aufregende Mikroabenteuer, z.B. zwei Nachtwanderungen, einen Lagerfeuernachmittag im Garten, eine Zeltübernachtung (im Wohnzimmer – ohne Mama!) und Freibad bei Schneeregen.
  • bestanden: eine weitere Detektivprüfung, diesmal in Wuppertal:

  • gefeiert (1): Meinen Geburtstag. Wunderschön zuhause. Nur mit der Familie, ohne Einladung und meinen allerallerliebsten Freunden.
  • gefeiert (2): hätten die Kinder gerne Karneval. Aber da kam ‚mal wieder Corona dazwischen. Ich vermisse nichts.
  • beantwortet (1): viele ängstliche Kinderfragen zu aufgeschnappten Gesprächsfetzen über die verschiedensten Erwachsenen-Themen. Am leichtesten war noch das Thema „Warum blutet unsere Blueberry? Wann und wo hat sie sich verletzt? Und warum lässt du sie diese Woche nicht von der Leine???“ (das war ja vorher nie ein Thema, weil Bathida schon kastriert zu uns kam). Nun wissen die beiden Großen, wie das mit den halbjährlichen Blutungen bei Hundeweibchen und den monatlichen Blutungen bei Menschenweibchen funktioniert und ich kann dem Aufklärungsunterricht im 4. Schuljahr gelassen entgegen sehen.
  • beantwortet (2): Schwieriger waren die Fragen zum Thema „Coronatests für Grundschüler“. Wie kann ich den Kindern denn ohne Logikfehler klar machen, dass der Goldstandard von Anfang Januar mit PCR-Pooltest und sofortigem Einzel-PCR-Test nun einem höchst ungenauen Schnelltestverfahren weicht, bei dem ungeübte Eltern unwillige Kinder dreimal wöchentlich vor der Schule mit Stäbchen belästigen, die sie dann unfachmännisch analysieren und das Ergebnis nicht einmal nachweisen müssen. Einmal muss ich unterschreiben, dass ich mich zur Durchführung der Tests verpflichte. Aber wer hält nach, ob die Eltern es korrekt (oder überhaupt) machen? Wenn sie ihre Kinder zum Stillschweigen verdonnern, schicken sie sie doch ungetestet oder mit positivem Test zu Schule, wenn sie dringend zur Arbeit müssen…
  • beantwortet (3): Am schwersten sind mir aber die Antworten zum Thema „Ukraine“ gefallen. Ich rede nicht von mir aus darüber. Aber sie schnappen so viel auf, weil sie bei Erwachsenengesprächen zuhören und eben schon lesen können und sich manchmal zum Üben die Tageszeitung schnappen. Wenn eine andere Mutter mich dann sogar nach meiner Einschätzung fragt, ob es zu einem Atomschlag kommt, bin ich hinterher zuhause gut beschäftigt. Wir gehen allen Fragen nach, genau so weit, wie die Fragen reichen. Es sind simple Fragen wie „Wo liegt die Ukraine?“, „Was bedeuten die Farben Gelb und Blau in der Flagge?“ und „Darf der Putin das?“. Doch damit ist es bei meinen neugierigen Sechsjährigen nicht getan. Ich habe über Karneval auch erklären müssen, warum es nicht so leicht ist, Putin zu stoppen. Wir haben über Atomwaffen gesprochen, auf der Europakarte die angrenzenden EU-Staaten gesucht, uns Gedanken über Bunker gemacht, über meine Vergangenheit im Katastrophenschutz geredet, Oma bei Erinnerungen an ihre Vertreibung getröstet, Friedenstauben gemalt, klar unterschieden zwischen Putin und „die Russen“, mich in die Helferliste unseres Partnerschaftsvereins eingetragen und gemeinsam gebetet. Denn wir mussten aktiv werden, das ist gut gegen die Angst. Wie nah das ist, wird mir erst in den Gesprächen mit den Kindern bewusst. Die Große hat eine Freundin, deren Mutter in der Ukraine lebt, und sie kennt zwei Mädchen aus einer russischen Familie, deren großer Bruder nicht mehr aus Russland ausreisen darf, weil er dort zum Militär soll.
  • herumgealbert: gerade in solch traurigen Zeiten ist es soooo wichtig, einfach mal albern zu sein. Dazu reicht manchmal einfach nur ein Fotoapparat und die Anweisung: „Guck mal blöd!“ oder: „Ich will deine Zunge sehen!“
  • besucht: die Fahrradwerkstatt und die Autowerkstatt, letztere gleich dreimal – und jedes Mal hatten wir unsere Kraft falsch eingeschätzt: Cari hatte einen Griff abgebrochen, mit dem ein Sitz nach vorne geklappt werden kann. Nele hatte sich an die Schlaufe der Kofferraumklappe gehängt. Und ich habe beim Verstellen den Innenspiegels ebendiesen in der Hand gehabt…
  • berappt: fast 100 Euro wurden beim Straßenverkehrsamt und beim Schildermacher fällig, weil eins meiner Autokennzeichen verschwunden war. Weil ich nicht sicher sagen konnte, dass ich es verloren hatte, bestanden Straßenverkehrsamt und Polizei darauf, dass ich eine neue Buchstaben-Zahlen-Kombination erhalte. Nur so kann wohl sichergestellt werden, dass mit der alten Kombination keine Tankstellenbetrügereien oder Schlimmeres begangen werden, die mir unnötigen Ärger einbringen.
  • gestöhnt: Einige Tage lang konnte ich keine Fotos in den Blog hochladen
  • gelernt: einen Tag zuhause, diesmal nicht wegen Corona, sondern weil unsere Kultusministerin die Schulen für einen Tag schließen ließ. Sie stellte wohl fest, dass es einen Konflikt zwischen Fenster auf (Corona) und Fenster zu (Sturm mit Orkanböen) gab
  • gewonnen: Wenn bei einem Preisausschreiben mit 12 ausgelobten Preisen nur 11 Kinder mitmachen, gewinnen alle Teilnehmer. Und so kam es, dass meine drei Mädels alle einen Preis aus der Schule mitbrachten.
  • erkannt: „Aus den Augen – aus dem Sinn“ ist nicht nur ein Spruch, sondern eine bittere Wahrheit. Wie oft haben meine Kinder und ich in den vergangenen Monaten gehört „Wir bleiben in Kontakt, auch wenn wir uns nicht mehr jeden Tag in der Schule sehen!“, doch natürlich schläft so etwas ein. Schon im Oktober erhielt Aurelia von den „alten“ Freunden Absagen bei ihrer Geburtstagseinladung. Im Herbst und Winter schliefen auch die meisten anderen Kontakte ein. Egal wie oft ich wieder neu Kontakt aufnahm, es kamen keine Treffen mehr zustande. Corona wirkt dabei noch als Katalysator – und sicherlich oft auch als perfekte Ausrede, wenn man sich nicht traut, uns offen ins Gesicht zu sagen, dass man an unserer Gesellschaft kein Interesse mehr hat. Aber wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir haben ja uns. Und immer kommt irgendwann irgendwo eine neue Möglichkeit auf uns zu, neue Menschen kennenzulernen.
  • beherbergt: Eine liebe Freundin und eine Pilgerin haben bei uns übernachtet. Außerdem hatte Aurelia die beiden Klassentiere zu Besuch: Das Erdmännchen Tafiti und seinen Freund Pinsel. Sie durften das ganze Haus erkunden, bekamen Schlafplätze gebaut und durften sogar mit eigenem Minibasketball mit zum Basketballtraining.
  • bekocht: Zwei weitere Pilger kamen für Tee, Pippipause und Weginfos zu uns.
  • gemalt: viele schöne Bilder, wie immer
  • gebastelt: Stiftebecher aus leeren Konservendosen, Karnevalsorden aus alten CDs, Schiffe aus Papierresten,…
  • ermittelt: Weiterhin für Escapemail*.
  • gerettet: Dr. Watson und seine Mary aus den Fängen von Entführern, dafür waren wir im Escape Room Fluchtgefahr* in Bonn.
  • geschlemmt (1): im Eierkuchenhaus neben dem Escape Room
  • geschlemmt (2): erst als der Käse über meinem Gemüse schmolz war mir klar, wie lange ich kein Raclette mehr hatte. Wir waren dazu eingeladen und haben es sehr genossen.
  • gespielt: Jenga*, Kuhhandel, Jenga*, Klask*, Jenga*, Dobble*, Jenga*, Da ist der Wurm drin*, Jenga*, Space Escape*, Jenga, Schnappt Hubi!* und Jenga*
  • geerntet: Lorbeerblätter, Kräuter, Feldsalat und Austernseitlinge aus eigener Zucht.
  • ausprobiert: den Thermomix*. Zuerst bei einer kleinen Vorführung von Tina. Nach unserem Bericht erhielten wir ein Angebot, das wir nicht ablehnen konnten, wir haben nämlich…
  • getestet: Marias Thermomix*. Damit haben wir gekocht, geschnippelt, gerührt, geknetet und vieles mehr. Die Kinder haben einen solchen Spaß daran, alle Anweisungen selbst zu lesen, dass ich überlege, mir solch ein Ding zu kaufen, statt weiterhin teures Geld für Kinderbücher auszugeben ;o)
  • gebacken: Superleckere Kuchen, die wir mit dem oben genannten Gast vorbereitet haben
  • geflucht: Meine Waage zeigt allerdings keine netten Zahlen an, seitdem wir dieses Teil hier stehen haben. Wir suchen uns natürlich die leckersten Gerichte aus, von denen ich keine Reste verkommen lasse.
  • gesucht: Ich suche deshalb jemanden, der mich beim Abnehmen motiviert und anfeuert, vielleicht sogar selber mitmacht.

*Werbung? Ja sicher! Und zwar aus voller Überzeugung, weil ihr ruhig wissen solltet, wer uns das Leben schwer oder schön macht. Ich werde für die Nennung der Namen, Firmen oder Produkte nicht bezahlt.

6 thoughts on “Unser Februar 2022

  1. Superschön, dein Blog über den Februar, und ich bin glücklich, dabei gewesen zu sein! Werdet ihr euch noch von Thermomix trennen können? (Lieferzeit 10 Wochen, höre ich gerade…)

    1. Die Lieferzeit liegt wohl inzwischen bei 11-12 Wochen. Wahnsinn!

      Aber natürlich werden wir uns davon trennen können, dein Umzugstermin ist ja fest im Kalender notiert und ich übe schon fleißig das Ärmelhochrollen.

  2. Liebe Ingrid,
    Lange nicht mehr gelesen. Aber es macht wie immer Spaß. Bei uns ist einfach zu viel passiert. Die Flut im Juli hat unser zu Hause zerstört und wir mussten einige Monate im Übergangsquartier ausharren.

    Thermomix habe ich auch und bei einer abnehm Session wäre ich auch dabei. Wenn du Lust hast melde dich doch. Liebe Grüße Iris

    1. Oje, das mit eurem zerstörten Zuhause tut mir sehr Leid. Was fehlt euch noch? Was können wir euch Gutes tun?

      Und ja, bitte, lass uns die Ran-an-das-Thermomix-Fett-Abnehm-Session eröffnen. Ich schreibe dir gleich eine Mail

  3. Kurz aber nicht ereignislos, auch wenn wir alle auf bestimmte Ereignisse sicher verzichten können.
    Der Krieg nimmt mich gedanklich mehr mit als die Pandemie. Besonders schlimm ist es auch für in Deutschland lebende Russen, wie der Freund meiner ältesten Nichte. Er ist am Boden zerstört.
    Studienfreunde in Russland wollen nicht, dass er anruft weil sie Angst vor der Überwachung haben.
    Mit Urlaubsplanungen bin ich indifferent, aber wir werden morgen in Reisebüro gehen.
    Die ersten Aussaten habe ich schon vorgenommen, hoffe das ich dieses Jahr eine bessere Tomatenernte habe, aber erstmal sind Mören und Pastinaken ausgesät, indoor.

    1. Ja, das höre ich jeden Tag mehrfach. Die in Deutschland lebenden Russen sind vollkommen verzweifelt, weil ihre Familienangehörigen und Freunde aus Angst vor der Überwachung darum bitten, nicht angerufen zu werden.

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