Der Frühling kommt! Mit all seinen schönen Blumen, blühenden Bäumen und Sträuchern – und ihren Pollen! Haaaaaatschi! In diesem Jahr hat uns die Pollenallergie wieder ziemlich erwischt. Wie gut, dass die Magnolie, unser schönster Baum, keine Pollen verbreitet.

Im März 2022 haben wir

  • recherchiert: Im Rheinland und im Bergischen Land.
  • geschrieben: am Burgen-Manuskript für das Bergische Land und am Manuskript für die Via Francigena
  • sortiert: Fotos für die zwei Ausflugsführer
  • geschmollt: Soooo viele schöne Fotos hatte ich zur Auswahl gestellt, aber meiner Verlegerin war keines schön genug für die beiden nächsten Cover. Etliche Fotosessions und mehrere Tage Fotoauswahl sind einfach für die Katz. Das sind Tage, an denen ich mir nach 22 Jahren Reiseführerschreiberei mehr Professionalität wünsche. Denn dann würde ich einfach nur die Schultern heben und ohne Gefühlsregung weiter arbeiten. Leider trifft mich so etwas. Ich fürchte, meine Dünnhäutigkeit ist keine weiteren 22 Jahre damit vereinbar.
  • beantwortet: die restlichen Fragen der Kartografin, drei Leserbriefe und die Fragen einer Reporterin des Bonner Generalanzeigers*.
  • gefiebert: Das Virus hat uns nun auch erreicht. Es wurde im 1. Schuljahr weiter gegeben und schickte nach und nach fast die gesamte Klasse nach Hause.
  • gehütet: haben die beiden Kleinen je zwei Tage das Bett. Die aktuelle Virusvariante ist nicht so harmlos, wie alle meinen. Die beiden waren richtig fies krank – mit hohem Fieber, Gleichgewichtsstörungen, Husten, Schnupfen, Durchfall, Geschmacksverlust, extremem Schlafbedürfnis, Kopf-, Bauch und Ganzkörper-Schmerzen – das volle Programm.
  • genossen: zum Glück war in der Woche schönes Wetter und wir konnten viel Zeit im Garten verbringen – lernend, tobend und schreibend.
  • gelernt: wurde deshalb wieder zuhause. Nun wissen wir auch, wie genau der Unterschied zwischen Isolation und Quarantäne ist. Leider mussten wir auch feststellen, dass es ausschließlich von der Lehrerin abhängig ist, ob ein Kind zuhause vernünftig beschult wird oder nicht. Die eine Lehrerin rüstete mich am ersten Tag mit einem riesigen Berg an Büchern, Heften und Arbeitsblättern aus, nahm jeden Tag über Teams* Kontakt zu allen abwesenden Schülern auf, die alle Aufgaben genau so erledigten, wie es auch die anwesenden Schüler taten – und gab ihnen so das Gefühl, mit dabei zu sein. Die andere Lehrerin rückte widerwillig auf Anweisung ihrer Vorgesetzten ein paar Unterlagen heraus, informierte überhaupt nicht über das, was in diesem Zeitraum in der Schule besprochen wurde und bekam es nicht einmal fertig, sich an die sorgsam von unseren Elternvertretern ausgearbeiteten Hausaufgabenpartnerliste zu halten.
  • gefeiert (1): Einen Kindergeburtstag mit nur fünf Kindern – herrlich entspannt, gelassen und unaufgeregt mit Kino, Popcorn und Pizza.
  • gefeiert (2): Einen weiteren Kindergeburtstag mit Bowling – mein Kind ist noch nicht überzeugt davon, dass dies Spaß machen kann.
  • gefahren: Mit der ganzen Klasse ins Eisstadion. Diese Tour hatte Aurelias Klasse schon für den Karnevalsdienstag geplant. Dann wurde die Lehrerin positiv getestet. Zum Glück musste der Ausflug nur verschoben werden.
  • gestaunt: Manchmal holt mich mein altes Leben ganz unerwartet wieder ein. Als ich vor vielen, vielen Jahren in Thüringen arbeitete und nach Feierabend fürchterlich einsam war, fand ich im Dr. Oetker Back Club* die Möglichkeit, Rezepte per Brief oder Fax auszutauschen (eMail war noch vollkommen unüblich). Eins meiner Faxe ging nach Köln. Nun hat die damalige Empfängerin in ihren Unterlagen aufgeräumt und stolperte über meinen Namen. Ich kenne sie unter einem anderen Nachnamen seit fast sieben Jahren. Als sie mich nun zaghaft fragte, ob ich vor 25 Jahren in Meiningen gewohnt habe, dachte ich mir noch nichts. Als sie mir dann aber mein damaliges Fax zeigte, war das Gelächter groß. Ja, der Spruch stimmt: Man trifft sich immer zweimal im Leben ;o)
  • adoptiert: Marias Thermomix* (du bist die Allerbeste, fühl dich von allen gedrückt und geknutscht) und das große, runde Kerlchen im Vordergrund, es sitzt inzwischen eingeschneit auf unserem Mülltonnendeckelhochbeet und verbreitet gute Laune in mir, sobald ich aus dem Fenster schaue.
  • geholfen: Wenn eine liebe Freundin umzieht, stehen mein Bulli und ich natürlich zur Verfügung. Sie war gut vorbereitet und hatte ein fantastisches Helferteam zusammengestellt. In einem Tag haben wir Kisten gepackt & getragen, Regale abgebaut und all ihre Habe aus dem Haus geräumt, transportiert und in der neuen Wohnung ins Dachgeschoss getragen. Ich bin immer noch vollkommen begeistert von der Einsatzfreude aller Helfer. Sogar eine Cousine (?), die nach einer OP maximal 2 kg tragen durfte, war da und versorgte und mit Stullen & Kaffee, statt einfach nur lapidar bei einer Absage auf ihre Einschränkung zu verweisen. Großartig!
  • gesammelt: Müll. Auf dem Spielplatz hinter unserem Haus. Wie jedes Jahr im März gab es wieder die Aktion „Hürth Putzmunter“. Die zuständigen Menschen bei der Stadt waren aber diesmal so überfordert oder desinteressiert, dass sie es nicht fertigbrachten, uns das nötige Sammelmaterial zu bringen oder uns zu sagen, wo wir es abholen können. Wir waren aber motiviert genug, um dann mit eigenen Handschuhen und von Brigitte geliehenen Greifern loszuziehen. Wie immer hatten wir reiche Beute. Leider.
  • geschuftet: fast täglich war ich in der Tiefgarage unseres Rathauses, um bei der Annahme und Sortierung der Spenden für unsere Partnerstadt Peremyschljany zu helfen. Das war ein echtes Wechselbad der Gefühle.
  • geschmunzelt: über einen Anruf und einige Nachrichten bei WhatsApp* und im Facebook-Messenger* als direkte Reaktion auf diesen Blogbeitrag. Einige waren gerührt, besonders über die Rollator-Dame aus Gleuel. Einige dankten mir für meinen Einsatz. Einer bot mir die sofortige Mitgliedschaft in seinem DRK-Ortsverein an (leider zu weit weg). Einer forderte eine Änderung meines Textes, lenkte aber ein, als ich darauf hinwies, dass ich meine Gefühle geschildert habe und er durchaus andere Gefühle haben darf. Das Sahnehäubchen war die Bitte, doch das DRK außen vor zu lassen, weil einige meiner Ausführungen bei falscher Auslegung ein schlechtes Licht auf das DRK werfen könne, wenn mein Artikel viral geht. Also: „bei falscher Auslegung“ kann man in Allem etwas Schlechtes sehen. Und „viral gehen“ kann ja wohl bei einem Blog mit gerade einmal 54 Abonnenten und 50-100 Zugriffen pro Tag faktisch ausgeschlossen werden ;o)
  • beherbergt: Eine Pilgerin hat in diesem Monat bei uns übernachtet.
  • bekocht: Zwei weitere Pilger kamen für Tee, Pippipause, Stempel und Weginfos zu uns.
  • ermittelt: Weiterhin für Escapemail*.
  • gerettet: nichts weniger als die Welt, denn wir haben im Verrückten Labor von Team X* ein gefährliches Z-Virus bekämpft und uns dabei sogar den verschiedensten Ängsten, z.B. vor Spinnen, gestellt und ganz am Ende eine echte Mutprobe bestanden. Dabei stellte sich heraus, dass es wirklich wichtig ist, bei einem Escape Room ein Kind im Team zu haben, weil manches für Erwachsene nicht zu sehen, zu erkennen oder zu erreichen ist.
  • gespielt: so gut wie gar nicht, dazu waren alle zu groggy oder busy.
  • geerntet: Lorbeerblätter, Kräuter und Gänseblümchen (als Salat-Topping) aus eigener Zucht.
  • gebacken: Der Thermomix* kann fantastisch kneten, jetzt mache ich mir mein geliebtes Dinkel-Malz-Brot selbst. Oma fordert mindestens einmal in der Woche Naan-Brot an und die Kinder backen Brötchen, Baguette und Kekse (immer dann, wenn wir es schaffen, wieder irgendwo Mehl zu bekommen). Die nächste Anschaffung wird wohl eine Getreidemühle sein, um autark zu werden.

*Werbung? Ja sicher! Und zwar aus voller Überzeugung, weil ihr ruhig wissen solltet, wer uns das Leben schwer oder schön macht. Ich werde für die Nennung der Namen, Firmen oder Produkte nicht bezahlt.

3 thoughts on “Unser März 2022

  1. Wart ihr jetzt ohne mich im Escaperoom? Oder war das ein anderes Labor?
    Seid ihr jetzt alle wieder gesund?
    Mich hat das Bündnis für die Felder auf Trab gehalten und dann hatte ich eine fiese Erkältung.
    Als ich so schlaff im Garten lag, dachte ich jetzt kann man gut Holz abtransportieren, weil der weg zum Nebeeingang gut trocken und festgetreten ist. Kaum dachte ich dies, fing es an zu schneien.

    1. Ist das Holz immer noch da ??? Ich dachte, deine Nachbarin wollte das haben. Sorry, Missverständnis. Ich hole das natürlich gerne ab, sobald es wieder trocken ist (wenn ich dann nicht grade auf dem Weg nach Rom bin)

  2. Schön dass der Thermomix Euer Leben so bereichert. Ich backe aktuell jeden Freitag, aber Backmischungen. Für die Infoveranstaltung die jede Woche im Haus der Kulturen für die urainischen Neubürger stattfindet. Es gibt Kaffee und Tee, da darf ein Stückchen Kuchen nicht fehlen. Dazu bin ich froh dass ich etwas beitragen kann. Weiter mache ich ein wenig die Backgroundorganisation. Sorge dass Kaffee und Tee rechtzeit bereisteht, dazu Tellerchen und Tassen. Auch die Stühle müssen ja aufgestellt werden. Beim Zurückstellen helfen immer alle eifrig mit, da muss ich dann aufpassen dass nicht zu hoch gestapelt wird, deshalb weis ich jetzt dass „10 Stühle крісла для ніг krisla dlya nih“ heisst. Auch habe ich mir Aufkleber gedruckt auf denen steht dass ich Silke heiße und nur englisch und deutsch spreche, auf ukrainisch. Aber auch Zeichensprache funktioniert, wenn ich diesen universell suchenden Blick sehe weiss ich, sie suchen die Toilette.

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