Der Herbst ist gekommen, die drückende Hitze hat ein Ende. Eigentlich hätte ich diesen Monat mit Recherchen füllen und genießen wollen. Stattdessen habe ich meine Zeit mit Arztbesuchen, Krankengymnastik, Manueller Therapie, Einrenkversuchen und Wurzelbehandlungen verbracht.

Im September 2022 haben wir

  • recherchiert: Leider gar nicht
  • geschrieben: auch so gut wie nichts. Die Konzentration fällt mir am Rechner noch sehr schwer. Wandern geht auch noch nicht. Nun hoffe ich auf den Oktober.
  • beantwortet: drei Leserbriefe
  • geprüft: ein Layout und vier Wanderkarten
  • geplant: Bei ihrem Besuch machte Silke mir wieder einmal bewusst, dass ich zu viel für andere (Kinder, Mutter, Verlage, Leser, Nachbarn,…) mache und zu wenig für mich. Auf ihre Frage, was ich denn eigentlich gerne mache, wusste ich keine Antwort. Auch nicht auf die Frage, was ich denn gerne machen würde. Das ist bitter. Abends kamen wir dann auf ein Buchprojekt zu sprechen, das ich vor Jahren auf Eis gelegt hatte. Nachts kam Unruhe in mir auf. Daran wollte ich weiter schreiben. Gleich als sie mittags abgefahren war, setzte ich mich an den Schreibtisch, suchte nach der begonnenen Arbeit und plante das weitere Vorgehen. Wie schön, dass dieser fröhliche Mensch mich immer wieder erdet. Ich danke dir.
  • vorgestellt: Die neue Auflage meines Pilgerführers zur Via Francigena von Lausanne nach Rom. Das war der Lichtblick in diesem Monat. Trotz aller Widrigkeiten ist dieses Buch fertig geworden.
  • gelitten: Omas Kiefer ist wieder in Ordnung und zwei Kilo sind wieder drauf. Dafür ging es bei mir los: ein Stück Zahn war herausgebrochen, ausgerechnet am Brückenpfeiler meiner einzigen Zahnbrücke. Mit einer neuen Brücke war es leider nicht getan, inzwischen habe ich schon drei Wurzelbehandungen hinter mir.
  • gefeiert: bei strömendem Regen gab es ein rauschendes Schulfest. Wie schön, dass es dieses Jahr möglich war.
  • besucht: den Kölner Zoo. Das als solches ist bei uns ja nicht einmal eine Meldung wert. Aber es war ein Klassenausflug, den ich begleiten durfte. Zuerst ging es in die Zooschule und die Kinder lernten, wie sich Tierzeichnungen von Bilderbuchillustratoren von den wissenschaftlichen Zeichnungen eines Tierforschers unterscheiden. Danach erstellten sie bei den Giraffen selbst eine Zeichnung und wir hatten sogar noch Zeit für den Besuch von Erdmännchen, Faultier & Co. In meiner Gruppe gab es einen Lacher, als eins der Kinder am Pavianfelsen fragte: „Warum hat der Affe denn einen Penis?“, ein anderes Kind antwortete: „Weil es ein Pavianmännchen ist!“ und ein drittes Kind feststellte: „Meiner ist aber schöner. Wie gut, dass ich kein Pavian bin!“
  • gebaut: beim zweiten Ausflug der Eulenklasse ging es zum Löhrerhof. Angekündigt war ein Erzähltheater, doch es war viel mehr, denn am Ende kamen die Kinder mit selbst gebastelten Insektenhotels zurück. Naja, eher Pensionen, denn sie waren sehr klein und nicht alle Zimmer bewohnbar.
  • gefahren: nach Spiekeroog. Aurelia war in der letzten Septemberwoche auf der ersten Klassenfahrt ihres Lebens. Einige waren schon für 2020 und 2021 komplett durchgeplant gewesen, als die Pandemie für eine Absage führte. Vor der Fahrt gab es noch viel Aufregung. Positive Coronatests, Scharlach, Erkältungen – alle hatten Angst, nun doch nicht mitfahren zu dürfen oder vor Ende der Fahrt abgeholt werden zu müssen. Doch Aurelia hatte Glück. Die Tests blieben negativ und im Hals kratzte es nur etwas vor Aufregung, aber ohne Befund. Sie hatte fünf großartige Tage und kam vollkommen selig lächelnd (und hundemüde) zurück. Viel erzählt hat sie noch nicht, ich weiß nur, dass sie Wattwürmer gefangen haben und ihre Lehrerin allen Mädchen Bauernzöpfe geflochten hat und ein Foto vom Zustand nach dem Lösen des Zopfes haben möchte.
  • trainiert: Nele darf nun tatsächlich in der U10 mitspielen und zusätzlich in der U8 bleiben. Zweimal Training pro Woche ist dann endlich genug für sie
  • gespielt: Ich habe meine alten Spiele aus dem Keller geholt. Wir spielen jetzt Reversi*, „Contact* und das Waldschattenspiel*
  • gefunden: Wie durch ein Wunder habe ich herausgefunden, in welchem Kinderkurheim ich als Verschickungskind war. In der Schachtel der Deutschlandreise (Stand 1974!) fand ich ein Erinnerungsheft an meinen zweiten Kuraufenthalt.
  • begonnen: Nach einigen Schnupperstunden kristallisiert es nun heraus, dass die beiden Kleinen die Gitarre bevorzugen. Aurelia hat sich für die Ukulele entschieden. Die Entscheidung fiel ihr schwer, weil sie auch den e-Bass cool findet. Am Ende entschied sie sich für die Ukulele, weil sie leichter zu transportieren ist, keinen Strom verbraucht und weniger kostet. Prima, dann habe ich schon gleich eine Idee für ein Geburtstagsgeschenk!
  • gefreut: haben wir uns über Silkes Besuch. Hürth liegt zwar von Braunschweig nach Goch nicht wirklich auf dem Weg, aber sie hat es möglich gemacht. Auf diese Weise konnten wir lecker beim Inder essen gehen, einen schönen Spieleabend mit den Kindern haben und als sie in die Betten verschwunden waren tief in die Nacht quatschen.
  • geschrien: Auf der neuen Achterbahn im Phantasialand*. Alle Kinder und sogar die Oma wollten eine Fahrt im ehemaligen Space Center mitmachen, immerhin wurden dabei VR-Brillen und Kopfhörer eingesetzt. Die Technik reizte sogar die Oma so sehr, dass sie ihre Abneigung gegen Achterbahnen überwand. Bei der rasanten Fahrt hatte ich ständig Angst, dass mir Cari aus dem Sitz rutscht, also hielt ich sie die ganze Zeit umklammert und wir schien uns alle fünf die die Seele aus dem Leib. Schön wars! (als wir wieder aussteigen durften)
  • geballert: wir sind Pazifisten und Kriegsgegner. Aber wenn eine Bande Mäuse die Großkonditorei Maus au Chocolat* überfällt, sitzen wir alle an den Sahnekanonen und ballern, was das Zeug hält.
  • geschlemmt: vor diesem wilden Ritt haben wir uns zwei Stunden durch das Buffet im Hotel Matamba* gefuttert. Die besten afrikanischen Köstlichkeiten von Couscous mit Tajine bis zu Chakalaka wurden dort angeboten. Meine mutige Nele hat sogar ein Stückchen Krokodilfleisch probiert. („Laaaangweilig, schmeckt wie Hühnchen!“)
  • geerntet: Himbeeren, Tomaten, Gurken, Paprika, Feigen, Bohnen, Zucchini, Physalis und viele Gartenkräuter.
  • gekocht: Feigenkonfitüre. Köstlich!

*Werbung? Ja sicher! Und zwar aus voller Überzeugung, weil ihr ruhig wissen solltet, wer uns das Leben schwer oder schön macht. Ich werde für die Nennung der Namen, Firmen oder Produkte nicht bezahlt.

2 thoughts on “Unser September 2022

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