Mein Versprechen, euch noch etwas mehr über unseren August zu schreiben, habe ich nicht gehalten. Im Gegenteil. Ihr habt auch kaum etwas über den September erfahren. Und das, obwohl – oder weil – wir einiges erlebt haben.

Im September 2019 haben wir:

  • recherchiert: im Westerwald und in der Eifel
  • geschrieben: geschrieben, geschrieben und geschrieben, und zwar am Manuskript für den Westerwald und für den Pembrokeshire Coast Path
  • unterschrieben: Einen neuen Vertrag. Und zwar für ein Buch, für das ich nicht wandern muss. Meine strapazierten Knochen werden es mir danken.
  • besucht: die TourNatur*, samstags zu sechst, denn wir haben uns mit Silke getroffen, sonntags nur Aurelia und ich. Das ist immer wieder eines meiner jährlichen Highlights. Hier ein gemütliches Schwätzchen mit meiner Verlegerin, da ein erstes Herantasten an eine neue Buchidee, dort eine Antwort auf eine spontane Frage für ein laufendes Projekt, dazu im Vorbeigehen ein fröhliches „Hallo“ zu meinem Autorenkollegen Thorsten Hoyer. Am Stand von Wrightsock* habe ich dieses Mal nichts mitgenommen – aber nur, weil ich nach meiner Rückkehr gleich einen ganzen Berg Socken dort bestellt habe. Inzwischen passt Aurelia auch schon in die kleinste Größe und ist superglücklich mit ihnen.
  • gelernt: Erste Hilfe – die Mädels haben sich während des Weltkindertags in Köln sogar Zeit für einen Mini Erste Hilfe Kurs beim JRK genommen und mit Feuereifer verbunden und verpflastert.
  • gewartet: leider immer noch vergeblich, auf meine Autorenexemplare für den Engelbert, die mir schon Anfang Juli, dann nochmal Anfang September, angekündigt wurden. Langsam verwandelt sich meine Enttäuschung in Ärger, denn es war eine meiner Vertragsbedingungen.
  • geplant: eine neue Aufteilung der Räume im Haus, u.a. will Aurelia wieder in ihr altes Zimmer unterm Dach ziehen und braucht endlich einen eigenen Schreibtisch für ihre Hausaufgaben. Bis wir wussten, was wir genau wollen, haben wir viel Zeit in Möbelhäusern verbracht. Gekauft ist noch nichts. Erst einmal muss eine Wand eingezogen werden.
  • bewahrt: meine Nerven, obwohl wir fast eine Woche ohne Telefon und WLAN waren. Darauf bin ich sehr stolz, denn ich neige in solchen Situationen – insbesondere wenn ich im Schreibzeitdruck bin – gerne dazu, die Nerven zu verlieren.
  • geflucht: über mein Fahrrad, das nun endgültig tot ist. Andererseits freue ich mich darauf, mir ein neues Fahrrad auszusuchen. Wie viele Gänge will ich haben? Welche Farbe? Welche Ausstattung? Ach, und ein neuer Helm muss auch her, weil Aurelia mir meinen abgeschwatzt hat…
  • delegiert: Seit Jahren quäle ich mich Jahr um Jahr mit meiner Steuererklärung herum, bis mir die Nerven flattern und alle Abgabetermine und Nachfristen verstrichen sind. Dieses Jahr habe ich die Notbremse gezogen, mich an eine nette Steuerberaterin erinnert und kann nun – erstmals seit Jahren – vollkommen emotionslos am Finanzamt vorbei fahren, wenn ich in Brühl zu tun habe.
  • gewandert: Im Westerwald und in der Eifel
  • geerntet: nahezu an jedem Tag in diesem Monat, davon habe ich mit dem Titel Aktion Eichhörnchen berichtet. Außerdem hat die Schule ein Apple Project. Jeweils einen Tag verbringen die Schüler der Jahrgangsstufen 3-6 in Streuobstwiesen im Vorgebirge und pflücken Berge von Äpfeln. Am Freitag wurden diese dann auf dem Schulhof gepresst, pasteurisiert, in 5 l Packungen abgefüllt und an die Eltern verkauft. Der Knaller an der Sache: Eigentlich mögen meine Kinder nur klaren Apfelsaft. Nun haben sie aber gelernt, dass natürlicher Apfelsaft trüb ist – und trinken ihn voller Genuss. Auf eine bessere Weise kann kein Kind lernen, wie Apfelsaft entsteht, oder?
  • gefeiert: etliche Kindergeburtstage, bei einem davon ging es mit Aurelias Freund Jonas ins JumpHouse* – und die beiden Kleinen waren auch eingeladen. Nun sind sie endlich alt genug und kamen so glückselig wie groggy zurück.
  • getrauert: um meinen Verleger Peter Meyer
  • überlegt: ob ich die erste Zeile nicht ändern müsste in „Im August haben/sind wir:“. Was meint ihr? Ist das Erbsenzählerei oder denkt ihr an jedem Monatsersten, ich hätte eine Grammatikschwäche?
  • gespielt: Brio* (kennt ihr das noch?) und zwar als Hausaufgabe, weil Aurelia über die Veränderungen der Welt zwischen meiner und ihrer Kindheit recherchieren sollte. Wir sprachen über Telegramme, VHS-Cassetten, schwabbelige Milchtüten mit Haltebechern, Gummitwist, Kaugummiautomaten, Pril*blumen, Schallplatten, Fibeln, Raider*, C64* & Datasetten, Wählscheibentelefone, Cefrisch*, Treets*, nur 3 Fernsehprogramme und den Igel Mecki*. Was an Stubenarrest eine Strafe sein soll, kann ich ihr nicht vermitteln. Ich zitiere: „Was ist das denn für eine Strafe, wenn ich drinnen bleiben darf? Was wolltest du denn da draußen?“Ich bin nicht ganz sicher, aber ich glaube, mein Kind ordnet mich auf dem Zeitstrahl irgendwo zwischen den Dinosauriern und Entdeckung des Feuers ein…
  • gemalt: das Beitragsbild, diesmal ein Regenbogen von Cari, entstanden an einer Spielstation bei IKEA*.
  • verkauft: auf unserem Zwillingsflohmarkt konnte ich wieder einige unserer ausrangierten Dinge in gute Hände abgeben.
  • gelesen: Aurelia hat im Rahmen ihrer historischen Recherchen meinen guten alten Sams* und das Urmel* entdeckt. Das wird jetzt abends immer für alle Mädels vorgelesen, bestimmt noch bis in den November, denn sie hat in ihrer Schulbibliothek jeweils alle Folgebände entdeckt, die wir nun nach und nach ausleihen. Wie schön, dass die Kinder auch Freude an solchen Klassikern haben.

*Werbung? Ja, durch Nennung von Produkten und Marken. Und zwar aus voller Überzeugung!

3 thoughts on “Unser September 2019

  1. Gelesen hatte ich den Beitrag auf dem Händie aber
    a) gehen Post vom Handy auf Deiner Webseite-Worpresskombination bei mir meist schief
    b) wollte ich es diesmal nicht bei eine „Sternchen“ belassen.

    Tiefste Bewunderung spreche ich Dir aus, meherer Tage ohne Netz ausgekommen zu sein. Festnetztelefon würde mich nicht belasten, eigentlich ruft nur noch meine Mutter und meine Schwester auf den FN an. Dank Flatrate (7,99 inkl 2 GB) nutze ich fast ausschliesslich das Händie. Aber ohne Internet ist schon eine harte Nummer. In Schweden bei der Wanderung war das völlig ok und sogar entspannend aber zuhause gibt es bei mir schon eine gewisse Abhängigkeit.

    Da ich nur „einfacher“ Arbeitnehmer bin mache ich meine Steuerklärung selber, aber die vom LAG geht immer zum Steuerberater.

    Bei Apple Project musst ich natürlich, verseucht wie ich mit den Produkten bin, an den Hersteller aus Silicon Valley denken und dachte „ja die Kids von Ingrid sind schon auf einer geilen und vortschrittlichen Schule.

  2. Die MIlchtüten hatte ich erfoolgreich verdrängt.
    Leise stibt mein Computer und ich quäle mich mit der Frage: Macht der die 10 noch voll oder besorge ich besser jetzt schon einen neuen? Ich hasse diese geplante Obsoleszenz.
    Fahrrad: Billig kommt teuer. Finde einen Händler, der Dich gut berät und den Rahmen dir anmessen kann. Sattel: Besser hart als weich! Gänge: Lieber ein paar mehr, falls Du mal durch die Eifel fahren willst.

  3. Hallo!
    Nur kurz weil es hier gerade drunter und drüber geht.
    Ich liebe Deinen Blog und freue mich immer von Euch zu lesen!

    LG Iris

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