So, diesmal wieder pünktlich zum Monatswechsel. Ein ereignisreicher und dennoch langweiliger April liegt hinter uns. Eigentlich wollten wir viel mehr unternehmen und recherchieren…

Im April 2021 haben wir

  • recherchiert: im Rheinland und in der Eifel, bei jedem Wetter von Minus 4 Grad über Eisregen, Graupel, Nebel, Hagel, Regen bis zu sonnigen 25°C. Das ist alles sehr mühsam. Alle wirklich interessanten Aktivitäten zählen unter Freizeit oder Kultur und sind geschlossen. Ein fader halbstündiger Museumsbesuch ist ja aktuell mit mehreren Tagen Vorbereitung verbunden, ich habe es euch am Beispiel des LVR Industriemuseums Ratingen* berichtet.
  • geschrieben: an Manuskripten zu zwei Wanderführern und zwei Ausflugsführern. Das ist gar nicht leicht, wenn der angebliche Premium-Wanderweg Eifelsteig fast nur aus Umleitungen besteht.
  • geseufzt: In Vorbereitung eines neuen Buchprojekts erhalte ich unfassbar viele Absagen. Deutlich mehr als bei vergleichbaren Projekten in der Vergangenheit. Die einen wissen nicht, ob sie beim Erscheinen des Buchs überhaupt noch Eigentümer sind. Die nächsten können nicht absehen, welches Angebot ihnen bei Erscheinen des Buchs möglich sein wird, weil die Geldreserven weg sind. Andere glauben mir nicht, dass der Eintrag ins Buch kostenlos ist und fürchten, dass ich sie in betrügerischer Absicht abzocken will. Wieder andere haben Angst vor Ansteckung durch Besucher und wollen lieber ungestört bleiben.
  • beantwortet:
  • fotografiert:
  • gejubelt: Die Mädchen haben Zusagen von ihrer Wunsch-Grundschule erhalten.
  • erkundet: Die Gegend um den Decksteiner Weiher. Eigentlich dachte ich, mich dort gut auszukennen. Aber eine Rallye mit QR-Codes ermöglichte mir einen ganz neuen Blick auf manch ein vermeintlich gut bekanntes Plätzchen.
  • empfohlen:
  • gerechnet:
  • uns gefreut:
  • getrauert: um eine Rotkreuzkameradin, die ich eigentlich nur unter Hanomags* liegend in Erinnerung habe. Von Rosi habe ich das Schrauben gelernt, sie war die beste Küchentechnikerin bei Kocheinsätzen und hat die DRK*-Grundsätze MUNUFEU gelebt. Mrs Redcross Herself!
  • gesammelt:
  • geflucht:
  • gestempelt: vier weitere Pilger*innen konnte ich Anfang des Monats mit Pilgerstempel und Toilettenbenutzungserlaubnis glücklich machen.
  • durchgerauscht: Wenn ich im März schon gedacht hatte, dass Omas zweite Impfung ruckzuck ging, wurde ich bei meiner eigenen Impfung von einer weiteren Verbesserung überrascht. Inzwischen gibt es neun Anmeldetheken und meine Nummer wurde schon aufgerufen, als das Wartemärkchen noch aus dem Drucker surrte. Danach habe ich
  • gewartet: auf Impfreaktionen, aber vergeblich. Ein Hoch auf den in Deutschland erfundenen Impfstoff von Biontec*!
  • beantragt: eben diese Impfung zu erhalten ist eines der letzten Abenteuer, das eine Beamtin in Deutschland erleben kann: Mein Gesundheitszustand machte mich zwar zu einem Mitglied der Impfgruppe 2, aber wochenlang konnte oder wollte mir niemand sagen, an wen ich mich mit meinen zwei Attesten wenden kann. Ich wurde von der 116117 – an den Hausarzt – an den Landkreis – an den Hausarzt – an den Landkreis – an die KVNO – an den attestierenden Arzt – an den Landkreis verwiesen. Mir platzte der Kragen und ich schrieb den Landrat und die Lokalredaktion unserer Tageszeitung an. Hier nannte mir der Redakteur eine email-Anschrift beim Landkreis, an die ich mein Attest mailen kann. Einen Tag später kam die Eingangsbestätigung des Landkreises, drei Tage später veröffentlichte der Landkreis einen (um drei Tage zurückdatierten) Hinweis, dass eine Anmeldung über diese Mailanschrift nicht mehr möglich ist und alle mit 2 priorisierten Impfwilligen sich an ihre Hausärzte wenden müssen. Über eine Woche verging zwischen Hoffen und Bangen. Bekomme ich nun vom Landkreis einen Termin oder nicht, denn meine Hausarzt als Privatarzt bekommt von der KV keine Impfdosen zugesprochen. Dann endlich eine Mail von den Johannitern, die unser Impfzentrum betreiben. Inhalt: Mein Gesundheitszustand berechtigt mich zu einer sofortigen Impfung.
  • besucht: den Optiker. Mein (!) neuer Hund hat Omas neue Brille vollkommen zerkaut. Ja, unsere Süße ist uns lieb und TEUER.
  • gerettet:
  • gelernt: kaum, denn es gab ja drei Wochen Ferien. So ein Quatsch. Wenn man ohnehin nichts unternehmen kann, hätte es zwei Wochen auch getan. Nach den Ferien ging es vier Tage weiter im Wechselunterricht, also waren die Viertklässler nur 2 Tage in der Schule. Dann auch noch einmal die Woche ein PCR-Lolli-Pooltest und an jedem Unterrichtstag ein Selbsttest, vor dem die Große Angst hat. Nicht vor dem Test als solchem. Sie malt sich aus, dass sie sich positiv testet und dann vor allen anderen Kindern aus der Klasse geführt wird wie ein Schwerverbrecher und alle sie auslachen, während sie darauf wartet, von mir abgeholt zu werden. Fantasie ist eben nicht nur eine Gabe, sondern oft auch eine Last. Al die Tests halfen nichts, wir sitzen wieder im Homelearning.
  • geschraubt:
  • gebacken: nochmal das Rocher*-Brownie mit Nutella*-Fudge, außerdem Rhabarberstreusel.
  • eingekauft: mit Bürgertest. Bei Tedi*. Eine der skurrilsten Erinnerungen, die ich an die Pandemie haben werde. Das Kind kommt nach so langer Enthaltsamkeit in einen Kaufrausch und gibt am Ende fast 50 Euro von seinen Ersparnissen für Süßigkeiten und Krusch aus. Für einen Sleepover:
  • empfangen: Besuch von der besten Freundin. Eigentlich sogar mit Übernachtung, aber als es in Richtung Bett gehen sollte, wurde das Heimweh übermächtig. Arme Coronakinder, die so wenig soziale Kontakte haben, dass viele Selbstverständlichkeiten zur Herausforderung werden.
  • gefeiert: Ostern zuhause und einen Kindergeburtstag bei einer Freundin. Mit Schnelltest für alle fünf Mädchen vor der Feier und Betretungsverbot der Wohnung für die abholenden Mütter. Die Kinder drehten fast durch vor Freude, wieder einmal zusammen spielen zu können. Und mich schüttelt es immer noch, weil eine der anderen Mütter mich vor der Tür umarmt und rechts-links gebussit hat. Das konnte ich noch nie leiden, aber jetzt muss ich mich beherrschen, um nicht mit einer Anzeige zu drohen. Wenn diese Pandemie noch lange dauert, bin ich nicht mehr resozialisierbar!
  • genäht: noch einige Maskenetuis und einen Brotbeutel.
  • gerührt: Seifenspezialitäten zum Verschenken und für das eigene Waschbecken.
  • gemalt: das Beitragsbild
  • geerntet: Salbei und Zitronenmelisse für den nächsten Tee, Waldknoblauch, den letzten Feldsalat und den ersten Rhabarber.
  • ermittelt: Erneut für Escapemail*.
  • konferiert: Homelearning-Konferenzen, Spielkonferenzen und sogar meine erste Zoom*-Konferenz mit meiner Verlegerin.
  • gespielt, gepuzzelt, gelesen und vieles mehr.

*Werbung? Ja sicher! Und zwar aus voller Überzeugung, weil ihr ruhig wissen solltet, wer uns das Leben schwer oder schön macht. Ich werde für die Nennung der Namen, Firmen oder Produkte nicht bezahlt.

2 thoughts on “Unser April 2021

  1. Bleiben die Mädchen nicht auf der Schule, auf der sie sind?
    Du könntest mich bei Gelegenheit mal in die Geheimnisse der QR-Codes einführen.
    In der Wahner Heide hängen solche, aber anscheinend braucht man dazu eine App oder so was. Einfach Handy davor halten und auslösen funktioniert jedenfalls nicht. Dann habe ich ein Foto vom QR-Code-
    Wusstest Du echt nicht, dass man vor Welpen wirklich alles in Sicherheit bringt? Schuhe, Holzstufen, Taschenmesser… Moment – Holzstufen?
    Brillenverlust für Anfänger: Zum Hufe auskratzen bücken, Brille von der Nase plumpsen lassen, Huf auf Brille abstellen.
    Brillenverlust für Fortgeschrittene: Brille in die vordere Jackentasche stecken, sich wundern auf was das Pferd rumkaut.
    Ja, Tiere sind was wunderbares.
    Dann sind wir wohl beide nicht resozialisierbar. Können wir uns zusammentun.

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