Noch ein ereignisreicher Monat liegt hinter uns. Zum Glück ohne weitere Katastrophen.

Im August 2021 haben wir

  • recherchiert: zwölf verregnete Tage im Habichtswald, außerdem in der Eifel, im Rheinland und im Westerwald
  • abgeliefert: die letzten Autorenkorrekturen und Fotos fürs Burgenbuch
  • sortiert: die Notizen zum Habichtswaldsteig, die – warum auch immer – in sieben verschiedenen Notizblocks gelandet sind, obwohl es insgesamt nur um 200 km geht, was sonst mit ein oder zwei Blocks oder Heften erledigt ist. Daran erkenne ich gut, wie sehr mich das Chaos im Griff hatte
  • geschrieben: das Manuskript für ein echtes Herzensprojekt: Mikroabenteuer mit Kindern
  • erlebt: einen ganzen Sack voller Mikroabenteuer, denn in der Vergangenheit haben wir vieles einfach nur gemacht, ohne es zu dokumentieren. Und so sind wir dann eben wieder mit dem Bollerwagen losgewandert, um in Hängematten zu schlafen, zu zelten, Brennnesseln für Tee zu pflücken, Stand Up Paddling auszuprobieren, wild zu schwimmen, Kayak + Tretboot zu fahren, Sterne zu gucken, selbstgebaute Samenbomben zu werfen und vieles mehr.
  • fotografiert: und diesmal haben wir auch viele dieser Mikroabenteuer fotografiert. Am Montag sind auch schon die ersten Fotos in den Verlag geflattert. Die Kinder hoffen nun darauf, dass sie der Layouterin alle nicht gefallen und wir noch einmal „losabenteuern“ müssen, wie Cari es nennt.
  • besucht: Die Tour Natur heißt gar nicht mehr so und ist nun ein Bestandteil der Caravan Salon. Das war auf den ersten Blick praktisch für uns, weil wir neun Tage zur Auswahl hatten statt der bisherigen drei Tage. Die Aussteller sind darüber gar nicht froh, weil sonst alle Wanderfreunde geballt an diesem einen Wochenende kamen. Nun muss für etwa die gleiche Zahl an Interessenten fast eine Woche länger Standpersonal vorgehalten werden. Ich sehe kommen, dass im nächsten Jahr weniger Aussteller kommen, die weniger Besucher anlocken und diese Abwärtsbewegung dazu führen könnte, dass die ehemals gute Idee der Tour Natur nur noch Geschichte ist. Für die Kinder ist der Abgesang dieser Messe schon deutlich zu spüren gewesen: Kein Hochseilgarten und nach der Rallye keine Verlosung, sondern nur ein einzelnes kleines Geschenk. Ich konnte hundertmal etwas von Tauben und Spatzen in Händen und auf Dächern erklären. Ihnen wäre es lieber gewesen, bei der Verlosung leer auszugehen, als mit einem Kackhaufen abgespeist zu werden. Ja, richtig gelesen: Es gab einen „Kackhaufen“ der Firma Kosmos aus gefärbtem Gips, aus dem mit einem kleinen Spatel ein eingeschlossenes Insekt ausgegraben werden sollte. Eine riesige Sauerei, die anfangs fürchterlich staubte und nach Lektüre der Anleitung – nun nass – ganz eklig matschte…
  • entrümpelt: Auch im August musste ich mich von vielen Wasserschadensopfern trennen, die ich erst noch getrocknet hatte, die sich dann aber doch als unrettbar entpuppten.
  • gepriesen: Bibos Luftentfeuchter, der treu und brav die Farbe der Wände und Böden erhellt. Danke Bibo!
  • gespendet (1): weitere konkrete Sachspenden für Betroffene an der Ahr, diesmal Campingkocher & Co.
  • gespendet (2): unsere Haare. Nele wollte schon lange einen radikalen Schnitt, mir wurde meine Mähne auch lästig, Cari brauchte ja noch vor Schulanfang einen Korrekturschnitt für ihre eigenen Schneideversuche. Also machte ich für uns einen Termin bei einer Friseurin in Erftstadt (zwei ihrer Mitarbeiterinnen waren auch Hochwasserbetroffene) und ließen uns die Haare radikal abschneiden. Die gespendeten Zöpfe von Nele und mir durfte Cari in einen Umschlag stecken, der noch am selben Abend losgeschickt wurde. Nun malen wir uns aus, wie daraus Echthaarperücken geknüpft werden, um Krebspatienten zu helfen.
  • jubiliert: Eine wundervolle Erstklässler-Mutter hatte es fertig gebracht, Spenden für alle Erstklässler zu sammeln, deren funkelnagelneue Ranzen und Schultüten in den Fluten untergegangen waren. Wir hatten nicht ernsthaft damit gerechnet, weil es ja viele gab, die viel schlimmer betroffen waren. Aber uns wurde tatsächlich mit Ranzen geholfen. Und nicht einmal mit irgendwelchen Ranzen, sondern mit genau den Modellen, die wir aufgeweicht, dreckig und stinkend auf den Müll geworfen hatten.
  • beherbergt: Einen Jakobspilger, der nach drei verzweifelten Wochen in seinem Totalschaden-Haus seine Soforthilfe in einen Rucksack und zwei Sets Wanderklamotten investiert hat und einfach losgelaufen ist, um sich klar zu werden, ob er überhaupt wieder an die alte Stelle zurück ziehen kann, ohne durchzudrehen.
  • bekocht: mit Tee, zwei weitere Einzelpilger, die jeweils kurz für einen Pilgerstempel klingelten. Allen ist klar, dass sie in der Eifel einige Umwege laufen müssen. Aber sie wollen jeden, der schon wieder Gäste aufnehmen kann, mit ihren kleinen Möglichkeiten unterstützen.
  • begrüßt: Leider konnte Silke dieses Mal nicht mit zur Outdoor-Messe. Aber ihr Besuch hier war die perfekte Entschädigung dafür. Schön, dass du da warst!
  • erklärt: meine Steuern für 2019 und 2020. Wie gut, dass ich das nun mit Hilfe einer Steuerberaterin mache, die sogar fürsorglich daran erinnert, wenn ich die letzte aller denkbaren Fristen fast verstreichen lasse.
  • gewechselt: Aurelia ist vom ersten Tag an so glücklich mit unserem Weggang von der britischen Schule. Nun kann sie allein zur Schule fahren und sich danach ohne meine Fahrdienste mit ihren Freundinnen treffen. Das Essen im Kinderrestaurant ist lecker, die anderen Kinder in der Klassen nett, es gibt Schwimmunterricht und – ganz wichtig für sie – „Die Lehrer schreien die Kinder gar nicht an, Mama!“
  • gefeiert: Noch einen ersten Schultag. Diesmal mit schulpflichtigen Zwillingen in einer deutschen Schule. Der Unterschied zu dem kuriosen 10-Min-Schultuten-Event im letzten August hätte größer nicht sein können. Die ABC-Schützen aller Konfessionen (!) wurden zunächst in der Kirche gesegnet, dann feierlich in die Schulgemeinschaft aufgenommen. Die Viertklässler sangen für sie und hielten ihnen frische Sonnenblumen entgegen, denn alle Kinder aus dem vierten Schuljahr sind Paten für die Schulneulinge.
  • gelernt (1): das wichtigste, was alle Kinder am ersten Schultag gelernt haben, war nach Meinung aller der Schweigefuchs. Kennt ihr den? Der Lehrer formt aus seinen Fingern einen Fuchskopf. Das ist der Schweigefuchs. Wer ihn sieht, hält den Mund und macht selbst einen Schweigefuchs. Nach kürzester Zeit sind alle still, ohne dass der Lehrer laut werden muss. Kurios, aber das klappt!
  • gelernt (2): die beiden Kleinen holen weiterhin jeden Tag die Englischbücher heraus. Sie wollen nichts vergessen. Aurelia hat nun, da der Druck weg ist, sogar an manchen Tagen Lust, in ihrem Harry Potter Buch zu lesen.
  • gemalt: ganz viele schöne Bilder, auch das Beitragsbild. Das sind Bilder, die alle Erstklässler von ihrer Familie malen sollten. Wir Eltern mussten beim Elternabend anhand der Gemälde herausfinden, wo unsere Kinder sitzen (Ich bin ja soooo froh, dass die beiden unsere Namen schreiben können und ich mich nicht mit falschen Ratereien blamieren musste)
  • ermittelt: Erneut für Escapemail*.
  • gespielt: egal wo wir waren, es wurde Dobble* gezockt. Die normale Version, die Kids-Version, die Zahlen-Version und die Harry Potter Version. Das ist die Fortsetzung meines Memory-Alptraums: Ich bin viel zu langsam für die Kinder…
  • geerntet: Himbeeren, Brombeeren, Tomaten, Gurken, Gingkoblätter, Lorbeer, Rosmarin, Marokkanische Minze.
  • bewundert: Unsere Rosen genießen den nassen Sommer mit dem täglichen Frühtau

*Werbung? Ja sicher! Und zwar aus voller Überzeugung, weil ihr ruhig wissen solltet, wer uns das Leben schwer oder schön macht. Ich werde für die Nennung der Namen, Firmen oder Produkte nicht bezahlt.

9 thoughts on “Unser August 2021

  1. Mein geliebte Strohhut ist im Keller verschimmelt. Die Mieterin ist am nölen, der Keller wäre feucht, aber das tut sie schon seit Jahren.
    Die Luftfeuchtigkeit hier war in den Letzten Monaten einfach extrem hoch.

  2. Ich habe auch mal , vor xxx Jahren schulterlanges Haar als Spende abschneiden lassen, ein Frisör der neben einem Perrückenladen war, hat in Kooperation einen kostenlosen Haarschnitt angeboten. Caris neue Frisur sieht zauberhaft aus.

    Ich bin froh dass alle Kinder den Wechsel so positiv erfahren. Die Jahre auf der St Georges (so hiess sie doch) waren sicher eine wunderbare Erfahrung von der sie ewig zehren werden, aber jetzt ist es sicher wichtig, das sie durch die neue Situation mehr selbständigkeit erlangen. Nicht lange dann können auch die Twins alleine zur Schule.

    Ja das mit der Tour-Natur ist doof. Ich fand es, die beiden Male die ich dort war, auch schön das es ein abgegrenzter Bereich war. Zeitlich und räumlich. Vielleicht ist das ja nur ein Corona-Intermezzo.
    Den Besuch bei Euch habe ich sehr genossen….ich versuche das öfter mal einzubinden wenn ich an den Niederrhein komme.

  3. Das wird ein ganz tolles Buch. Kann ich es schon bei dir vorbestellen?

    Meinen Kindern hätte es auch gefallen, euch bei den Recherchen zu begleiten.

    1. Liebe Nina, klar könnt ihr das vorbestellen. Direkt im Verlag, bei der Buchhandlung eures Vertrauens, in der Autorenwelt und direkt bei mir. Schick mir einfach eine Mail, wenn du ein Exemplar von mir haben willst.

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