Ein kurioser Monat: erst nach dem meteorologischen Herbstanfang hatten wir so richtig das Gefühl von Sommer.  Er war viel schöner als der August, finde ich.

Im September 2021 haben wir

  • recherchiert: in der Eifel, im Rheinland und im Westerwald
  • geschrieben: am Manuskript für den Habichtswaldsteig
  • abgeliefert: Kartenskizzen, Vorschau- und Werbetexte für neue Buchprojekte. Das fällt mir immer sooo schwer, ich bin nicht der Typ für diese anpreisende, blumige, adjektivreiche Werbesprache.
  • sortiert: Fotos für die Mikroabenteuer und den Habichtswald
  • beantwortet: die Fragen der Lektorin und der Layouterin zu den Mikroabenteuern mit Kindern – Anfang Oktober kommen sie in den Verkauf, ich freu mich so!
  • erlebt: noch ein paar Mikroabenteuer, für die wir noch keine Fotos hatten, dazu waren wir auf einem Fossilienacker, in einer Höhle und unter einem Wasserfall. Wir haben Feuer gemacht, haben unser Floß zu Wasser gelassen, sind geklettert, „gewürfelwandert“ und:
  • nachtgewandert: die Große war über Nacht bei einer Freundin, also hatten die Kleinen ein Ersatzprogramm: eine Nachtwanderung mit der Naturzeit*. Wunderschön mit Fledermausbeobachtungen, Abendrot, schmalen Waldpfaden und stockfinstrer Nacht. Nur zu empfehlen!
  • fotografiert: denn – die Kinder hatten Glück – und wir mussten für einige Themen noch neue Fotos nachreichen.
  • umarmt: alle Coronaregeln waren vergessen, als wir beim Erkunden der Kakushöhle drei Jungs trafen, mit denen Aurelia früher in einer Klasse war. Die Kinder stürzten aufeinander zu, umarmten sich, quatschten durcheinander, lachten und umarmten sich wieder. Uns Erwachsenen steckte ein Kloß im Hals – aber erst, als den Kindern bewusst wurde, dass sie sich vielleicht grade zu nahe gekommen waren und sie einen Schritt nach hinten wichen. Nein, ihr Süßen! Ihr werdet alle in den Schulen getestet und dürft weiter knuddeln!
  • gebucht: unser Reise zum Jahreswechsel <3
  • verlängert: Aurelias Kinderreisepass. Sie platzte fast vor Stolz, als die Dame im Einwohnermeldeamt sie um ihre Unterschrift bat und sich dafür entschuldigte, dass diese Verlängerung nur für ein Jahr gemacht wird, weil sie danach ja schon einen „echten“ Pass und einen Personalausweis beantragen kann.
  • ausprobiert: Apropos Corona – wir haben auch einen Antikörper-Test von AProof* ausprobiert, mit dem wir herausfinden konnten, wie gut die Impfung angeschlagen ist bzw. ob eine Corona-Erkrankung unbemerkt geblieben ist.
  • besucht: drei Elternabende für die Eulenklasse, die Giraffenklasse und die OGS. Schön, dass es so etwas an der neuen Schule gibt und schade, dass es unter den Eltern so viele gibt, die sich mit Diskussionen um Kaisers Bart wichtig machen und die anderen davon abhalten,, zu einer zivilisierten Zeit zuhause zu sein.
  • entrümpelt: Die – hoffentlich – letzten Wasserschadensopfer, die sich nach dem Trocknen als unrettbar erwiesen.
  • zurückgegeben: Bibos Luftentfeuchter, denn die Arme hatte nach einem rechtsrheinischen Starkregen selbst einen feuchten Keller.
  • gespendet: Blut und Geld
  • bekocht: mit Tee, drei Einzelpilger, die jeweils kurz für einen Pilgerstempel klingelten.
  • gekocht: einige köstliche Gerichte aus der Marokko-Chamsbox*, vieles davon ganz rustikal draußen im Garten. Zwischenzeitlich ist die Korea-Chamsbox* angekommen, es fehlt leider an Zeit, sie auch sofort auszuprobieren. Wie gut, dass alle Inhalte dieser Kochboxen längere Zeit haltbar sind.
  • begonnen: mit einem weiteren Versuch, die Zahl meiner Allergien zu dezimieren. Also geht es in die nächstes Runde meiner Hyposensibilisierung nach acht Jahren Pause.
  • geschnuppert: eine Klassenkameradin hat Aurelia mit zum Basketballtraining gelockt. Vielleicht findet sie ja Spaß daran, ich würde es begrüßen, denn Basketball war in der Schule meine Schwerpunktsportart.
  • geschaut: Paw Patrol* kam in die Kinos, das war ein guter Grund für unseren ersten Kinobesuch nach Beginn der Coronazeit.
  • gefeiert: Eine ganze Reihe von Kindergeburtstagen. Uns flatterten Einladungen von private Freunden, Schulfreunden aus der alten Schule und Mädchen aus den neuen Klassen ins Haus. Gefühlt jeden zweiten Tag bin ich jetzt im Hürth Park*, um Geburtstagsgeschenke zu organisieren. Aber Hauptsache, die Kinder können endlich wieder etwas unbeschwerter miteinander umgehen.
  • abgehangen: in all unseren Hängematten und diese dann auch ‚mal vorgestellt in Hängematten-Tage
  • gelernt: Die Schule macht mir momentan ein paar Sorgen. Die Kleinen sind unterfordert und warten darauf, dass das Lernen endlich los geht. Sie brauchen zuhause viel Input, um sich nicht allzu sehr zu langweilen. Die Große ist überfordert. Aber selbst daran kann ich etwas Gutes finden: dass man auf der alten Schule sogar der Überzeugung war, dass sie direkt vom englischen Year 4 ins deutsche Gymnasium wechseln kann, erweist sich als grobe Fehleinschätzung. Selbst in deutschen 4. Schuljahr hinkt sie erheblich hinterher. Das Gymnasium wäre ein Desaster geworden.
  • gestaunt: wie unterschiedlich Klassenlehrer sein können. In der alten Schule hatte ich im ganzen Year 4 nur ein einziges (online-)Gespräch mit der Klassenlehrerin. Mails wurden erst (und nur zu etwa 40 %) beantwortet, wenn ich über die Vorgesetzten ging. Der neue Klassenlehrer hat mich seit Schuljahresbeginn schon viermal angerufen und antwortet mir auf jede Mail…
  • gewählt: den neuen Bundestag, diesmal mit fachkundiger Beratung meiner ältesten Tochter, die sich im Sachkundeunterricht über das deutsche Wahlsystem und die Spitzenkandidaten schlau gemacht hatte. Auch die kleinen wollten ein Wörtchen mitreden.
  • vorgeschlagen: alle Kinder waren sich einig: eigentlich müsste es auch eine Stimme für jedes Kind geben, die bis zur Volljährigkeit den Eltern zugesprochen wird, damit diese zum Wohle der Kinder entscheiden und diesen Vorschlag an den Bundeswahlleiter geschickt. Denn nur so wären im Bundestag die Interessen aller Deutschen gerecht vertreten. Danach uferte die Diskussion aus, denn (1) warum sollten die Interessen von in Deutschland lebenden Ausländern unberücksichtigt bleiben und (2) wie können die Interessen der Tiere hinreichend berücksichtigt werden. Liebe Kommunalpolitiker, zieht euch schon ‚mal warm an, hier wächst eine politisch sehr interessierte Generation heran!
  • gemalt: ganz viele schöne Bilder, auch das Beitragsbild, das insofern aus den anderen Gemälden heraussticht, dass es „Malen nach Zahlen“ war, bei dem die Zahlen erst noch addiert werden mussten.
  • ermittelt: Erneut für Escapemail*.
  • gespielt: egal wo wir waren, es wurde Dobble* gezockt. Die normale Version, die Kids-Version, die Zahlen-Version und die Harry Potter Version. Jetzt haben wir sogar eine Oster-Version!
  • geerntet: Himbeeren, Holunder, Tomaten, Äpfel, Gingkoblätter, Lorbeer, Rosmarin, Marokkanische Minze.
  • gemäht: So, ich mähe jetzt wieder mechanisch das Gras. Das habe ich als Kind schon gemacht. Dazwischen habe ich mich über jede andere Art von Rasenmähern geärgert: Benzinmäher stinken und brauchen gegen Ende der Lebenszeit zu viel Kraft beim Anziehen. Das Kabel des Elektromähers ist ja nur huddelig und nervig. Beim Akkumäher komme ich nicht rund, weil die Akkuleistung abnimmt. Nun hat er zum Glück den Geist aufgegeben. Der gute alte mechanische Mäher wird auf absehbare Zeit mein einziger Mäher bleiben. Er hat mir viele Jahre treu bei dem Reststück geholfen, das der Akkumäher nicht schaffte. Nun darf er mein einziger Mäher sein, der Gute. Mein Geld brauche ich für wichtigere Dinge.
  • gesehnt: an einigen Tagen in diesem Monat habe ich mich in den stillen Kokon des Lockdowns zurückgewünscht
  • überfordert: bestimmt war da noch viel mehr, aber der September war definitiv einer der Monate, in denen ich mir mehr zugemutet habe, als ich verarbeiten kann… Deshalb kommt mein Rückblick auch nicht pünktlich zum Monatswechsel.

*Werbung? Ja sicher! Und zwar aus voller Überzeugung, weil ihr ruhig wissen solltet, wer uns das Leben schwer oder schön macht. Ich werde für die Nennung der Namen, Firmen oder Produkte nicht bezahlt.

2 thoughts on “Unser September 2021

  1. Ich wäre ja dafür, dass alle, die in Deutschland leben und Steuern zahlen auch wählen dürfen. Das sind gar nicht mal so wenige, Wenn man sich nur mal die Dönebuden- und Asien-Restaurant-Dichte betrachtet.
    Ich glaube aber nicht, dass alle Eltern zugunsten ihrer Kinder abstimmen würden. Ich war als Kind schon grün, mein Vater rot, meine beiden Onkel tiefschwarz.

    1. Es ist sogar sehr unwahrscheinlich, dass alle Eltern genau die Partei wählen, die das Beste für ihre Kinder wäre. In unserem konkreten Fall würden beide Eltern nicht genau so wählen, wie die Kinder es sich wünschen – zumal sich meine 1,5 Stimmen sogar mit den 1,5 Stimmen des Kindsvaters aufheben würden. Aber die Idee finde ich gut gedacht für Grundschüler und sie lässt auf mehr hoffen.

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