Vom goldenen Oktober in den grauen November. Wir haben das Beste draus gemacht, ohne in falschen Positivismus zu verfallen. Denn es ist mir wichtiger denn je, ehrlich zu bleiben. Ehrlich zu mir, ehrlich zu meinen Kindern und ehrlich zur Situation. Und deshalb dürfen meine Kinder zum Beispiel auch „Scheiße“ sagen, wenn sie über Corona reden.

Im November 2021 haben wir

  • recherchiert: im Westerwald, in Köln, in Düsseldorf und im Flussdreieck Ahr/Erft/Rhein
  • geschrieben: am Manuskript für den Westerwald und in der Datenbank für die Ausflugsführer
  • beantwortet: die Fragen der Kartografin, der Lektorin, der Layouterin und der Verlegerin für den Habichtswaldsteig. Wenn ich die Fotos im aktuellen Layout sehe, kocht sofort wieder Fernweh in mir hoch. Ich freue mich schon sehr auf das Buch.
  • erlebt: aufregende Mikroabenteuer, z.B. in dunklen Kellern und hinter Tapetentüren im Schloss Benrath*
  • geflucht: über meine Unfähigkeit, die Monatszusammenfassung von Oktober zu veröffentlichen, es hat mich den ganzen Allerheiligentag und einige Stunden am Folgetag gekostet, bis ich mir mit Tricks und Einschränkungen behelfen konnte.
  • besucht (1): Das Odysseum* in Köln. Dort hat sich so viel geändert, dass wir es fast nicht mehr wiedererkannt hätten.
  • besucht (2): Die Tierklinik in Duisburg-Kaiserberg. Blueberry wurde operiert ist nun auf dem Weg der Besserung und kann hoffentlich bald vollkommen schmerzfrei laufen. In den ersten zwei Wochen nach der OP hatten wir einigen Spaß mit verschiedenen Verbänden mit Tiger-, Zebra- und Giraffen-Muster.
  • gedankt: einer supernetten Spenderin, die nicht genannt werden möchte, uns aber sehr geholfen hat, als und das Geld für die Rechnungen der Tierärztin und der Tierklinik fehlte. Auch hier noch einmal: VIELEN DANK!
  • trainiert: die drei nehmen das Basketballtraining ernst. Fein!
  • gefeiert (1): St. Martin in der Schule. Ohne Eltern. Die Eltern waren traurig, dass es keinen Martinszug gab. Die Kinder haben es genossen, einfach nur mit den selbst gebastelten Laternen im Kreis zu sitzen, zu singen, Weckmänner zu essen, zu erzählen und sich gegenseitig kleine Martinsstücke vorzuspielen.
  • gefeiert (2): Karneval – nicht! Ausgerechnet an dem Tag, an dem die Neuinfektionen erstmals die Grenze von 50.000 überschritten, lagen sich die Feiernden hier schunkelnd, saufend, knutschend und kotzend in den Armen. Die ticken doch nicht mehr richtig!
  • nachgedacht: Über Optimismus, Positives Denken & Co.
  • geboostert: Meine Mutter ist inzwischen das dritte Mal geimpft. In der Hausarztpraxis hätte noch über zwei Monate auf den Termin warten müssen, aber das ehemalige Impfzentrum bot schon wieder Impfsprechstunden ohne Terminvergabe an. Leider lag meine Impfung erst 5 Monate und 1 Woche zurück und ich durfte noch nch nicht geboostert werden.
  • geschimpft: In Zeiten, in denen sofortiger Impfzwang gefordert wird, war es mir allerdings dann nicht mehr möglich, sofort nach Ablauf meiner 6 Monate eine Boosterimpfung zu erhalten. Der Hausarzt hat erst wieder Termine im Januar. Die Fachärzte wollen lieber ihre fachlichen Behandlungen vornehmen. Das ehemalige Impfzentrum hatte ausgerechnet an dem Tag, an dem ich vorsprach, keine mRNA-Impfstoffe in ausreichender Menge da und versorgte nur Erstimpflinge. Danach wurde das System von Spontanem Vorsprechen ohne Anmeldung auf Termin-Impfungen umgestellt, aber es gab erst Termine im Februar. Zwei Tage später sah ich bei einem spontanen Blick auf der Seite, dass nun etliche Impftage hinzugekommen waren und bereits im Dezember Termine frei waren. Ich buchte spontan, schaute mich aber nach einem früheren Termin um und wurde bei einer Suche über doctolib* in Düsseldorf fündig. Am Montag fuhr ich dort hin und erfuhr kurz vor meinem Eintreffen, dass die für den Vormittag avisierte Lieferung nicht eingetroffen war und ich mindestens bis zum Nachmittag warten müsse. Nein, so wichtig mir diese Impfung ist, ich verbringe nicht den halben Montag bei Nieselregen in Düsseldorf, wenn nicht einmal die Museen geöffnet sind. Dann soll es wohl doch der Termin im ehemaligen Impfzentrum sein.
  • aufgeatmet (1): Mammografie mag ich nicht. Ich habe keinen Frauenarzt (der ist einfach in Rente gegangen!), also muss ich zur Mammografie in das Mammografie-Mobil, das mag ich noch viel weniger. Doch den Brief mit der Mitteilung, es habe Auffälligkeiten dabei gegeben, mochte ich gar überhaupt nicht. Schon am nächsten Tag sollte ich mich im Strahleninstitut vorstellen, wo alles nochmal mit 3D und Ultraschall und allem Schnick und Schnack überprüft wurde. Tja, und da entpuppten sich die Auffälligkeiten als Herz-OP-Narbe und diverse andere harmlose Unauffälligkeiten. Puh!
  • aufgeatmet (2): Bei den Elternsprechtagen für das 4. Schuljahr sollten bereits die Empfehlungen für die weiterführenden Schulen besprochen werden. Aurelia hat einen Klassenlehrer von großem Sachverstand erwischt, der sich auch mit LRS und Inklusion auskennt. Er legte sich noch nicht fest, sondern bot mir an, kurz vor den Weihnachtsferien noch einmal ins Gespräch zu kommen.
  • besichtigt: Wir haben deshalb immer noch das Gefühl, dass Aurelia trotz ihrer Schwächen und trotz aller in der alten Schule aufgebauten Defizite nicht notwendig auf der Hauptschule enden muss, die in Hürth keinen guten Ruf hat. Stattdessen haben wir an den Tagen der offenen Tür die Realschule und die Gesamtschule besucht, die uns beide sehr gut gefallen.
  • geschmunzelt: während ich auf meine Erstklässler wartete, musste ich zwangsläufig zuhören, was die drei Viertklässler besprachen, die neben mir standen. Es ging um die die Schulformempfehlungen des Klassenlehrers und die Besichtigungstermine in der Realschule, den Gymnasien, der Gesamtschule und der Hauptschule. Sie schienen gut informiert, bis ich eins der Kinder sagen hörte: „Und der Herr Kremers traut uns ja gar nichts zu. Er hat nur Empfehlungen für Gymnasium, Realschule und Hauptschule gegeben. Keiner von uns ist gut genug für die Weiterführende Schule!“
  • eingekauft: Ich hasse Einkaufen. Aber wenn die Kinder Weihnachtseinkäufe machen wollen und ich nur zum Fahren und Bezahlen eingeteilt werde, ist es okay für mich. Ikea* war das Ziel der Shoppingtour: Ein neuer Teppich für Oma („weil sie die Farbe nicht mehr rausbekommt, die ich draufgekleckert habe“), etwa zwei Dutzend Duftkerzen („keine Ahnung für wen, Mama, die können wir doch immer brauchen“), ein Kissen für Aurelia („sie braucht ein dickeres, so wie unsere“), ein Bilderrahmen („für unser DiamondPaintingÜberraschungsgeschenk“), eine Glühbirne („Mama, die ist bei dir im Flur kaputt, die packen wir dir für Weihnachten ein“), Hyazinthen für Nele und Cari („Mama, die beiden mochten letztes Jahr den Geruch so sehr. Schenkst du jeder eine?“, Vorleger für die Hunde („auf dem Boden ist es zu kalt für sie“) und Plastikboxen für mich („wenn du uns so schöne Erinnerungskisten aus unseren Urkunden und Schulheften machst, machen wir dir auch welche“)
  • gestaunt: Die Zwillinge haben diesen Monat gleich dreimal VR-Technik erlebt. Das war eine gute Entschädigung für den Besuch im Deutschen Museum, in dem sie ja noch zu jung waren. Im Odysseum* und beim TimeRide* durften sie andere Welten und Zeiten besuchen und auf eine ganz besondere Weise bestaunen.
  • gemalt: ganz viele schöne Bilder, auch das Beitragsbild von Aurelia. Ich habe es ausgewählt, weil es mir so nahe geht, dass auf ihren wunderschönen Bildern immer seltener Münder und immer häufiger Masken zu sehen sind.
  • gebastelt: Wir sind immer noch im Diamont Painting Fieber. Aber auch die selbst gebauten Windlichter und Laternen sind sehenswert.
  • eingepackt: Spendenpäckchen für arme Kinder in Osteuropa. Jedes Kind hat für die Sammlung in der einen Schuhkarton voll mit Spielzeug, Schulbedarf, Süßigkeiten und warmen Mützen gepackt. Besondersgut gefiel mir dabei dass sie nicht einfach für Mädchen in ihrem Alter gepackt haben, sondern alle drei möglichen Altersgruppen berücksichtig haben und sogar für einen Jungen gepackt haben.
  • ermittelt: Erneut für Escapemail*.
  • gespielt:  Dobble, Twister, Space Escape, Schnappt Hubi, Halli Galli,
  • geerntet: Himbeeren, Champignons, Steinchampignons und Kastanienseitlinge aus eigener Zucht.
  • gekocht: Marmelade, Konfitüre und andere Obstleckereien, außerdem viele köstliche Pilzgerichte
  • getrunken: einen köstlichen Tee aus einer wunderschönen Tasse. Bei meiner Wanderung über den Köppel war ich überrascht über die Gastfreundschaft in der Köppelhütte, Auch wenn der Berg momentan etwas kahl ist. Allein für die Aussicht vom Köppelturm und die netten Betreiber der Köppelhütte lohnt sich eine Wanderung dort.

*Werbung? Ja sicher! Und zwar aus voller Überzeugung, weil ihr ruhig wissen solltet, wer uns das Leben schwer oder schön macht. Ich werde für die Nennung der Namen, Firmen oder Produkte nicht bezahlt.

1 thought on “Unser November 2021

  1. Auf Schulempfehlungen würde ich nicht viel geben. Danach hätte ich weder das Gymnasium besucht, Abitur gemacht oder gar studiert.

    Dennoch ist etwas aus mir geworden…so büschen wenigstens.

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