{"id":2471,"date":"2017-04-29T18:43:07","date_gmt":"2017-04-29T16:43:07","guid":{"rendered":"http:\/\/fernwehkinder.de\/?p=2471"},"modified":"2020-03-31T16:08:53","modified_gmt":"2020-03-31T14:08:53","slug":"stuhl-gang","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/fernwehkinder.de\/?p=2471","title":{"rendered":"Stuhl-Gang"},"content":{"rendered":"<p>Ich w\u00fcsste zu gerne, was ihr zu allererst gedacht habt, als ihr diesen Titel gelesen habt.<\/p>\n<p>Heute m\u00f6chte ich \u00fcber ein Thema sprechen, das vielleicht etwas heikel ist. Oder auch nicht. Das bleibt euch \u00fcberlassen. Als Hundehalterin und Mutter befasse ich mich t\u00e4glich mit den Ausscheidungen meiner Liebsten. Und ihr habt die Wahl: weiterlesen oder wegklicken. Denn es wird anr\u00fcchig. Versprochen!<\/p>\n<h4>&#8222;Schei\u00dfe&#8220; sagt man nicht<\/h4>\n<p>Als sie drei\u00a0Jahre alt war, kam Aurelia weinend aus dem Kindergarten. Sie hatte zu dieser Zeit eine schottische Erzieherin, die sehr streng mit den Kindern war. &#8222;Shit&#8220; oder &#8222;Schei\u00dfe&#8220; geh\u00f6rten zu den verbotenen W\u00f6rtern, die damit geahndet wurden, dass man auf dem &#8222;red chair&#8220; sitzen musste. Nun sprach die Erzieherin wohl nicht gut deutsch, legte ihre Regeln sehr streng aus oder hatte sich die Situation von Aurelia nicht erkl\u00e4ren lassen. Jedenfalls musste Aurelia auf dem roten Stuhl sitzen, weil sie mit ihrem besten Freund Jonas auf dem Spielplatz dar\u00fcber gesprochen hatte, dass ihre Mamas immer genau darauf achten, dass ihre Hunde keine &#8222;Hunde<strong>schei\u00dfe<\/strong>h\u00e4ufchen&#8220; (da war das b\u00f6se Wort) auf dem Schulgel\u00e4nde hinterlassen. Jupp, Maxim und Bathida gingen damals noch viel gemeinsam an der Schule Gassi, aber au\u00dferhalb des Schulgel\u00e4ndes ihre Hinterlassenschaften wurden von uns brav eingesammelt, wenn die drei Wuffel nicht ohnehin zur Erleichterung tief in das W\u00e4ldchen oder die Felder gelaufen waren. Am n\u00e4chsten Tag entschuldigte ich mich f\u00fcr das Wort und erkl\u00e4rte, dass wir zuhause zwar &#8222;schei\u00dfe&#8220; als Schimpfwort verbieten, aber von &#8222;Hundeschei\u00dfe&#8220; sprechen, weil uns &#8222;H\u00e4ufchen&#8220; zu niedlich erscheint und &#8222;Hundekot&#8220; zu formal. Ich bat darum, demonstrativ vor den Augen meiner Tochter auch auf dem roten Stuhl sitzen zu d\u00fcrfen, weil sie den Ausdruck ja von mir gelernt hatte und dachte, er sei in Ordnung. Sie lehnte ab und r\u00e4umte ein, auch selbst von &#8222;Schei\u00dfe&#8220; zu sprechen, wenn es um die Exkremente von Hunden ging. Nat\u00fcrlich durfte ich nicht auf dem Stuhl sitzen, aber bekam einen dicken Kuss von meiner Tochter, weil ich den Mut gehabt hatte, mich f\u00fcr mein falsches Vorbild zu entschuldigen.<\/p>\n<p>Bei der \u00dcbergabe der Kinder mit anderen Familienmitgliedern, Babysitter oder Erzieherinnen werden Farbe und Konsistenz des letzten Windelinhalts besprochen. Nach einer Hunderunde wird der Rest der Familie dar\u00fcber informiert, ob und wie viele H\u00e4ufchen (fl\u00fcssig, fest, schmerzhaft fest, \u00fcbelriechend,&#8230;) abgesetzt wurden, um auf Normabweichungen mit Futterumstellungen zu reagieren. Andere M\u00fctter und Hundehalterinnen k\u00f6nnen noch viel ausf\u00fchrlicher als ich \u00fcber Durchf\u00e4lle berichten. Gerade erst am Dienstag erfuhr ich mehr \u00fcber davon verklebtes Fell einer Langhaarkatze, als Menschen ohne Kind\/Hund sich in ihren schlimmsten Albtr\u00e4umen vorstellen k\u00f6nnen. F\u00fcr M\u00fctter (inklusive Hundem\u00fctter und Katzenm\u00fctter) ist das ein ganz normales Thema und gar nicht anr\u00fcchig. Im Gegenteil: nachdem ich den ersten bis zu den Schulterbl\u00e4ttern mit Flitzekacke eingesauten Body meiner Tochter gewohnheitsm\u00e4\u00dfig \u00fcber den Kopf ausgezogen hatte und das Zeug nun aus den Haaren waschen musste, verfluchte ich alle M\u00fctter, die mich davor nicht gewarnt hatten. Also, liebe Neu-Mamis: Babybodys sind weit genug, um sie in besch&#8230; Zustand nach unten abzustreifen. Die Beine lassen sich leichter abwaschen als der Kopf.<\/p>\n<h4>Windeln und T\u00f6pfchen<\/h4>\n<p>Unsere Eltern hatten dieses Thema auch. Nur anders. Wie Bibo in ihrem <a href=\"https:\/\/biboskleinefluchten.wordpress.com\/2017\/04\/05\/how-to-shit-in-the-woods\/\">Blog <\/a>schreibt,\u00a0\u00a0&#8222;gab es \u00a0in unserer Kindheit ja noch keine Pampers und so wurden wir alle mit etwa einem Jahr stubenrein. Unvorstellbar, sagt man heute, \u00a0nur unter Zwang \u00a0und so ein kleines Kind kann das doch gar nicht kontrollieren. Stimmt nicht ganz. Die Vorwarnzeiten sind kurz, aber wer schon Pipi sagen kann, kann auch auf\u2019s T\u00f6pfchen.&#8220; So machte es meine Mutter auch. Leider war ich als Kleinkind nicht bereit, mich abhalten zu lassen, uns so f\u00fchrten auch meine Eltern stets ein T\u00f6pfchen mit sich, wenn wir wanderten oder verreisten. Erst als Kindergartenkind ging es auch ohne das T\u00f6pfchen im Gep\u00e4ck.<\/p>\n<p>Meine T\u00f6chter sind etwas langsamer als wir es damals sein mussten. Aurelia entschied spontan mit 2 Jahren und 8 Monaten von einem Tag auf den anderen, dass sie keine Windel mehr braucht, was bis auf einige wenige Unf\u00e4lle dann auch sofort tags und nachts klappte. Nele interessiert sich schon sehr f\u00fcr die Toilette und ihr gelang Anfang M\u00e4rz an den sch\u00f6nen warmen Tagen, an denen wir windelfreie Nachmittage miteinander verbrachten, sogar ein H\u00e4ufchen im Topf, den sie dann voller Stolz der Oma, der Mama, den beiden Schwestern und dem Hund unter die Nasen hielt. Beide Minim\u00e4use antworten ehrlich mit &#8222;ja&#8220;, wenn ich ihren verkl\u00e4rten Blick (Nele hockend, Cari am Tisch festhaltend im Stehen) mit &#8222;Dr\u00fcckst du?&#8220; oder &#8222;machst du einen Stinker?&#8220; hinterfrage. Nele besteht darauf, unmittelbar nach dem Gesch\u00e4ft eine neue Windel zu bekommen, w\u00e4hrend Cari sich heftig wehrt, anscheinend also die mollig warme Fangopackung mag. Bei dem bibberkalten Wetter der letzten Wochen kann ich das sogar verstehen. Sobald es wieder warm wird, werde ich zumindest Nele die runter-rauf-H\u00f6schenwindeln anbieten, mit denen Aurelia auch in der \u00dcbergangsphase unterwegs war.<\/p>\n<p>Abschied von der Windel ist aber bei kleinen Kindern nicht sofort Abschied vom Stress. Im Gegenteil: &#8222;Mama, ich muss &#8218;mal&#8220; h\u00f6re ich von Aurelia auch in den ung\u00fcnstigen Situationen (Einchecken am Flughafen, Palma Innenstadt, Seilbahn,&#8230;). Grade erst heute Vormittag bei Porta, als ich grade mit Cari auf dem Arm und Nele am Bein im SB-Restaurant versuchte, ein Tablett mit drei gut gef\u00fcllten Tellern zur Kasse zu balancieren. Dann w\u00fcnsche ich mir f\u00fcr ein paar Sekunden ihre Windel zur\u00fcck und frage mich, wie ich das schaffen soll, wenn irgendwann die beiden kleinen M\u00e4use auch windelfrei unterwegs sein werden.<\/p>\n<h4>Gem\u00fctlicher H\u00f6ck<\/h4>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-2491 alignright\" src=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170428_171557_resized-e1493475321704-270x300.jpg\" alt=\"20170428_171557_resized\" width=\"170\" height=\"189\" srcset=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170428_171557_resized-e1493475321704-270x300.jpg 270w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170428_171557_resized-e1493475321704-768x853.jpg 768w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170428_171557_resized-e1493475321704.jpg 771w\" sizes=\"auto, (max-width: 170px) 100vw, 170px\" \/>Ich bin in Sachen Verdauung ein gl\u00fccklicher Mensch. Auf Reisen habe ich keine Probleme mit Montezumas Rache. W\u00e4hrend manch ein Mitreisender schon beim Packen f\u00fcr eine Afrikareise Durchfall bekommt, kann ich dort sogar Brunnenwasser trinken, ohne dass mir etwas passiert. Stets gab ich die Globetrotter-Parole &#8222;Cook it, peel it or forget it&#8220;, musste mich aber zum Gl\u00fcck selbst nicht daran halten. Ich liebe meinen &#8222;gem\u00fctlichen H\u00f6ck&#8220; unter freiem Himmel und auf Toiletten ohne Sch\u00fcssel. Also nicht auf unseren typischen europ\u00e4ischen Sitztoiletten, sondern lieber auf den Stehtoiletten, die eigentlich besser Hocktoiletten hei\u00dfen sollten. Die Sitzposition ist einfach g\u00fcnstiger, um sich zu erleichtern. Das macht mein Nelchen intuitiv, das mache ich in s\u00fcdlichen L\u00e4ndern aus Erfahrung. Manchmal auch zuhause. Wenn ich &#8218;mal wieder zu viel Schokolade oder zu wenig Ballaststoffe zu mir genommen habe, ziehe ich mir mitunter den Schemel unter die F\u00fc\u00dfe, den die M\u00e4dels vor dem Handwaschbecken stehen haben. So habe ich eine bessere Sitzposition.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2492 alignleft\" src=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170428_171755_resized-300x169.jpg\" alt=\"20170428_171755_resized\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170428_171755_resized-300x169.jpg 300w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170428_171755_resized-768x432.jpg 768w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170428_171755_resized-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170428_171755_resized.jpg 1632w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Den Gr\u00fcndern der Schweizer Firma StuhlStuhl* ist es bestimmt \u00e4hnlich ergangen, den sie haben den StuhlStuhl* erfunden, den ich netterweise zum Test \u00fcberlassen bekam. Nun verbringe ich mehr Zeit mit Lesen und weniger mit Dr\u00fccken, also kann ich mich noch entspannter meinem gem\u00fctlichen H\u00f6ck hingeben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2490 alignright\" src=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170428_171909_resized-300x169.jpg\" alt=\"20170428_171909_resized\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170428_171909_resized-300x169.jpg 300w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170428_171909_resized-768x432.jpg 768w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170428_171909_resized-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/20170428_171909_resized.jpg 1632w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Naja, zumindest wenn die Kinder nicht im Haus sind und mir (manchmal zu dritt) zusehen oder mich anfeuern oder (wie gestern) mit Gummib\u00e4rchen f\u00fcttern wollen&#8230; Die Gro\u00dfe findet den Hocker \u00fcbrigens auch sehr praktisch, weil die Beine nicht so in der Luft baumeln beim Pippimachen. Mein Hinweis auf den Schemel, mit dem sie fr\u00fcher aufs Klo geklettert ist, wurde mit &#8222;Nur f\u00fcr Baby-Anf\u00e4nger!&#8220; abgetan.<\/p>\n<p>Wer diese Sitzposition aber nicht schon als Kind ge\u00fcbt hat, kann Probleme damit bekommen. Eine Bookcrossing-Kollegin musste es vor einem l\u00e4ngeren China-Aufenthalt regelrecht trainieren, weil sie anfangs schon nach wenigen Sekunden Kr\u00e4mpfe im Bein bekam oder umkippte.<\/p>\n<h4>Unterwegs<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2480 alignright\" src=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/DSC1749-201x300.jpg\" alt=\"_dsc1749\" width=\"201\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/DSC1749-201x300.jpg 201w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/DSC1749.jpg 401w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/h4>\n<p>W\u00fcrde ich all meine Erlebnisse bei Recherchereisen aufschreiben, k\u00f6nnte ich mit dem\u00a0Thema <em>Toiletten<\/em> ein gro\u00dfes Kapitel f\u00fcllen:<\/p>\n<p><strong>Outhouse<\/strong>: Im Jahr 2007\/2008 \u00fcberlegte ich mit meinem damaligen Lebenspartner, ob wir einen Bildband \u00fcber Namibia und\/oder Botswana herausgeben wollen und reisten zweimal in den S\u00fcden Afrikas. Bei manchen Toiletten, die wir in Namibia sahen, war wir gar nicht sicher, ob wir drinnen oder drau\u00dfen sind. Oft hatten wir auf den einfachsten Campingpl\u00e4tzen eine Toilette f\u00fcr uns allein, weil aus Gr\u00fcnden der Diskretion und Hygiene jedem Stellplatz eine Toilette zugeordnet wurde. Es gab aber auch Campingplatzbetreiber mit deutlich offeneren Ansichten &#8211; im wahrsten Sinne des Wortes.<\/p>\n<p>Bei dem Einsitzer war eindeutig die Aussicht \u00fcber die Weiten der\u00a0Kalahari\u00a0sch\u00f6ner.\u00a0Der Zweisitzer lag in einem W\u00e4ldchen im Tal, er war sehr kommunikativ.\u00a0Auf der Herrentoilette (links) sa\u00df ja nicht immer ein Reisepartner der Frau, die es sich in der Damentoilette (rechts) bequem gemacht hatte. Fast jedes Mal, wenn ich dort sa\u00df, kam ein anderer Camper an der Herrenseite an, stutzte und setzte sich lachend neben mich, mehr als einer beklagte sich \u00fcber die Ungerechtigkeit bei der unterschiedlichen Bauart der beiden Toiletten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2482\" aria-describedby=\"caption-attachment-2482\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2482 size-medium\" src=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/DSCN6455-300x225.jpg\" alt=\"dscn6455\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/DSCN6455-300x225.jpg 300w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/DSCN6455-768x576.jpg 768w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/DSCN6455.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2482\" class=\"wp-caption-text\">Getrennte Eing\u00e4nge&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_2481\" aria-describedby=\"caption-attachment-2481\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2481 size-medium\" src=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/DSCN6452-300x225.jpg\" alt=\"dscn6452\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/DSCN6452-300x225.jpg 300w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/DSCN6452-768x576.jpg 768w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/DSCN6452.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2481\" class=\"wp-caption-text\">&#8230;gemeinsames Gesch\u00e4ft<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Abstand:<\/strong> Unterwegs versuche ich immer, mich an die mir bekannten Globetrotterregeln zu halten, die z.B. in dem Buch <a href=\"http:\/\/www.conrad-stein-verlag.de\/p\/verlag\/show_result1.html?suchBegriff=How+to+shit+in+the+woods\">How to shit in the woods<\/a>. (Ich verschenke mein Exemplar an den ersten von euch, der es haben m\u00f6chte) Eine der Regeln sagt aus, dass man beim Wandern mit seinem Gesch\u00e4ft mindestens 50 m Abstand von Gew\u00e4ssern halten soll, damit der zwischen meiner Notdurft und dem Wasser liegende Waldboden noch Gelegenheit hat, Schadstoffe zu filtern und abzubauen. Das f\u00fchrte bei meiner Recherchewanderung auf dem Eifelsteig im M\u00e4rz 2005 dazu, dass ich \u00fcber zwei Stunden einhalten musste, weil \u00fcberall Fl\u00fcsse, B\u00e4che, Teiche und Maare waren, egal, in welche Richtung ich ging.<\/p>\n<p><strong>Volltreffer<\/strong>: In die zweite Auflage meines Wanderf\u00fchrers zum Offa&#8217;s Dyke Path wollte ich auch alle Geocaches am Wegesrand aufnehmen. Meine Wanderfreunding war ebenfalls Geocacherin, hatte vor der Wanderung alle f\u00fcr unsere Stecke in Frage kommenden Cachebeschreibungen ausgedruckt und teilte mir kurz vor Knighton mit, dass wir uns einem Geocache ann\u00e4hern. &#8222;Fang schon einmal mit dem Suchen an, ich muss kurz noch pinkeln.&#8220; sagte ich, ging vier Schritte vom Pfad entfernt zu einer kleinen Lichtung, zog die Hose herunter und hatte meinem Schlie\u00dfmuskel schon die Freigabe gegeben, als ich exakt unter mir den mit Plastikefeu getarnten Deckel der Schatzkiste entdeckte. Also sprang ich mit herunter gelassener Hose wie ein Frosch einen Meter zur Seite, weiter kam ich nicht vor Lachen. Ohne eine Miene zu verziehen kam sie zu mir, bemerkte trocken &#8222;Ach du hast ihn schon gefunden.&#8220; und trug uns schon ins Logbuch ein, w\u00e4hrend ich noch vor mich hin pl\u00e4tscherte.<\/p>\n<p><strong>Spatengang<\/strong>: In der Sahara zogen wir immer mit dem Spaten los, um unser gro\u00dfes Gesch\u00e4ft zu verrichten. Ich liebe es, mit weitem Rundumblick entspannt hockend im Sand zu sitzen. Am sch\u00f6nsten ist es in der Nacht, wenn dort so viele Sterne leuchten, wie wir uns hier im lichtverseuchten Mitteleuropa gar nicht vorstellen k\u00f6nnen. Dort vermisse ich auch meinen Lesestoff nicht, den ich zuhause ganz gerne bei meiner Sitzung dabei habe.<\/p>\n<p><strong>Stuhl-Gang<\/strong>: Dieser Spatengang ist aber nicht jedermanns Sache. 2007 begleiteten mich einige DRK-Kollegen und Freunde zu einer Recherche im s\u00fcdtunesischen Sperrgebiet. Alles war (aus meiner Sicht) besprochen, als ein Freund fragte, in welchem Auto wir denn das Campingklo transportieren. In seinem Auto wollte er es nicht haben, weil es doch bestimmt stinkt und bei den Offroadfahrten auch \u00fcberschwappen k\u00f6nnte. &#8222;Nein&#8220;, beschied ich ihm, &#8222;wir nehmen gar keins mit!&#8220; Er war offen erkennbar geschockt und wir waren noch damit besch\u00e4ftigt, ihn zu beruhigen, als eine Kollegin kleinlaut zugab, dass sie sogar noch nie im Freien gepinkelt hatte.<\/p>\n<p>Au weia, da hatte ich ja echte Stadtkinder aus K\u00e4fighaltung dabei. Aber wir l\u00f6sten das Problem ganz pragmatisch: Der Herr schnitt sich ein Loch in einen alten Ikeastuhl, die Dame bekam von ihrem Bruder ein \u00e4hnliches Modell gebaut. Mit ihr \u00fcbte ich spontan an jenem Abend nach Einbruch der Dunkelheit noch in unserem Garten, wie sie sich erleichtern konnte, ohne die Hose zu treffen. Die auf diese Weise improvisierte &#8222;Herrentoilette&#8220; musste dann aber doch zuhause bleiben, weil der \u00fcberambitionierte beste Freund des Stuhleigent\u00fcmers ihn beim Verladen in meinen Landy erheblich besch\u00e4digte. Die &#8222;Damentoilette&#8220; f\u00fchrte unterwegs zwar immer wieder zu Gel\u00e4chter, wenn sie zu einem &#8222;Stuhl-Gang&#8220; startete, aber erf\u00fcllte ihren Zweck.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2479\" aria-describedby=\"caption-attachment-2479\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2479 size-medium\" src=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0328-300x225.jpg\" alt=\"img_0328\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0328-300x225.jpg 300w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0328-768x576.jpg 768w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0328.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2479\" class=\"wp-caption-text\">Dieses h\u00fcbsche Kerlchen schaute mir beim Spatengang genau zu, es sa\u00df am Ende auf (!) meinem Fu\u00df<\/figcaption><\/figure>\n<figure id=\"attachment_2484\" aria-describedby=\"caption-attachment-2484\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2484 size-medium\" src=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0320-300x225.jpg\" alt=\"img_0320\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0320-300x225.jpg 300w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0320-768x576.jpg 768w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0320.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2484\" class=\"wp-caption-text\">Was auch immer das f\u00fcr ein Tier ist, ich sa\u00df offensichtlich im Weg und es musste in endlosen Warteschleifen kreisen, bis ich fertig war<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Diebe!<\/strong> Egal ob Anh\u00e4nger von Spatengang oder Stuhl-Gang, alle Mitreisenden waren fasziniert vom Artenreichtum der W\u00fcstenbewohner, die zum Vorschein kamen, sobald einer von uns den Po blank zog.<\/p>\n<p>Ich habe die vielen flei\u00dfigen Skarab\u00e4us-K\u00e4fer f\u00fcr immer in mein Herz geschlossen. Diese gl\u00e4nzend schwarzen Pillendreher kamen immer schnell angerannt, formten riesige Kugeln aus meinem Dung, hielten sie mit den Hinterbeinen fest und rollten sie r\u00fcckw\u00e4rts auf den Vorderbeinen laufend in Windeseile davon. Zwar hatte ich aus dem Sachkundeunterricht der Grundschule noch in Erinnerung, dass die Weibchen ihre Eier in frischen Dung legen, dass meine Hinterlassenschaften aber zur Brutpflege Verwendung fanden, faszinierte mich sehr. An einem Tag hatten sie mir alles unter dem Hintern weg geklaut, bevor ich so richtig fertig war.<\/p>\n<p>Irgendwann muss ich einmal einen Biologen fragen, ob die Tierchen lieber zu uns Frauen kamen, weil wir Frauen waren oder weil wir mehr Gem\u00fcse und Obst a\u00dfen. Vielleicht achteten die M\u00e4nner auch nicht so darauf, in jedem Fall fielen uns Frauen die K\u00e4fer \u00f6fter auf.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2483\" aria-describedby=\"caption-attachment-2483\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2483 size-medium\" src=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-479-300x225.jpg\" alt=\"foto-479\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-479-300x225.jpg 300w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-479-768x576.jpg 768w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Foto-479.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2483\" class=\"wp-caption-text\">Maxim in Valeries Badezimmer<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Andersrum!<\/strong> Aurelia war 19 Monate alt, als wir in Frankreich f\u00fcr den Jakobsweg recherchierten. Wir fanden ein bezaubernd sch\u00f6nes Quartier bei Valerie, die uns ihre Himmelbett-Suite \u00fcberlie\u00df.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir Erwachsenen noch das Gep\u00e4ck ins Zimmer brachten, h\u00fcpfte Aurelia auf dem Bett herum und die Hunde verzogen sich ins Badezimmer, weil es dort so sch\u00f6n k\u00fchl war.<\/p>\n<p>Als ich die Treppe hinauf kam, schimpfte Aurelia lauthals &#8222;Annersdrum! Maxim Annersdrum!&#8220; Irgendetwas machte Maxim also nach Auffassung meiner Tochter falsch und sollte es anders herum machen. Ich schaute neugierig ins Badezimmer und entdeckte hinter dem zeternden kleinen M\u00e4dchen mein B\u00e4rchen, dass den offen gelassenen Toilettendeckel als Einladung gesehen hatte, das WC als Wassernapf zu nutzen. Die Maus wusste ja schon, wozu Toiletten eigentlich gedacht sind und wusste, er macht es falsch. Wie sie sich das &#8222;Annersdrum!&#8220; genau vorstellte, verriet sie uns nicht. Wir haben noch lange gemeinsam lachend dar\u00fcber nachgedacht, ob sie ihm sagen wollte, dass das Wasser gar nicht zum Saufen bestimmt war oder gar, dass er sich zum Pipimachen draufsetzen sollte.<\/p>\n<p>Ach, ich k\u00f6nnte noch ewig weiter schreiben. \u00dcber hilflose Recherchehelfer mit eingeschlafenen Beinen auf einer Loch-im-Boden-Toilette, \u00fcber Windelwechseln im str\u00f6menden Regen, \u00fcber gegen den Wind pinkelnde Recherchehelfer, \u00fcber eine ramponierte Klobrille in Siena, \u00fcber eine \u00fcberlaufende Rasthoftoilette und vieles mehr. Was f\u00fcr ein spannendes Thema!<\/p>\n<p>Ob ich mich mit diesen Gedanken auch zur Teilnahme an Silkes Blogparade zu Thema <a href=\"https:\/\/unterwegsmitmirblog.wordpress.com\/2017\/04\/04\/blogparade-outdoorauswaerts-pinkeln\/\">Outdoor\/Ausw\u00e4rts-Pinkeln <\/a>qualifiziere, wei\u00df ich nicht. Denn ihr ging es ja eher ums Pinkeln au\u00dfer Haus und mir 1.) um das komplette Ausscheidungsprogramm 2.) indoor und outdoor.<\/p>\n<p>Wobei ich in Namibia gar nicht sicher bin, ob es in oder out war, denn T\u00fcren gab es dort ja gar nicht&#8230;<\/p>\n<p>* Der Stuhl-Stuhl wurde mir kosten- und bedingungslos zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich w\u00fcsste zu gerne, was ihr zu allererst gedacht habt, als ihr diesen Titel gelesen habt. 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