{"id":2580,"date":"2017-05-11T10:01:20","date_gmt":"2017-05-11T08:01:20","guid":{"rendered":"http:\/\/fernwehkinder.de\/?p=2580"},"modified":"2017-05-10T23:05:19","modified_gmt":"2017-05-10T21:05:19","slug":"brot-und-kunst","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/fernwehkinder.de\/?p=2580","title":{"rendered":"Brot und Kunst"},"content":{"rendered":"<p>Applaus ist das Brot des B\u00fchnenk\u00fcnstlers.<\/p>\n<p>Wisst ihr auch, was das Brot des Autoren ist?<\/p>\n<p>Nein, mir geht es hier nicht um den reinen Broterwerb. Mein Lebensunterhalt ist anderweitig gesichert. Das B\u00fccherschreiben ist manchmal ein nettes Zubrot, oft aber auch brotlose Kunst oder sogar ein \u00a0Verlustgesch\u00e4ft (also einfach nur eine plausible Ausrede f\u00fcr unsere Ausfl\u00fcge und Reisen).<\/p>\n<p>Mein Anliegen ist anderer Art:<\/p>\n<figure id=\"attachment_2584\" aria-describedby=\"caption-attachment-2584\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2584 size-medium\" src=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/001-300x227.jpg\" alt=\"001\" width=\"300\" height=\"227\" srcset=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/001-300x227.jpg 300w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/001.jpg 474w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2584\" class=\"wp-caption-text\">Mein bester Freund &#8211; von mir von Hand skizziert<\/figcaption><\/figure>\n<p>Den gr\u00f6\u00dften Teil meiner Zeit sitze ich allein in meinem Arbeitszimmer und schaue in den Klapprechner: bei der Vorbereitung eines Buchprojekts, bei der Planung einer Recherchereise, beim Kontakt mit Anbietern\/Unterk\u00fcnften und beim Niederschreiben meines Manuskripts. Das ist manchmal eine ziemlich einsame Angelegenheit. Ich habe ja keine Arbeitskollegen, mit meinen Lektoren, Verlegern, Kartografen, Layoutern,&#8230; habe ich ja nur ganz selten Kontakt. So ist w\u00e4hrend meiner Arbeit mein Rechner mein Arbeitskollege, mein bester Freund und mein Blitzableiter.<\/p>\n<p>Ich freue mich daher immer \u00fcber Nachrichten von au\u00dfen, die meine Arbeit betreffen, besonders \u00fcber R\u00fcckmeldungen meiner Leser. Dabei ist es mir sogar (fast!) egal, ob es harsche Kritik, \u00fcbersch\u00e4ngliches Lob, Verbesserungsvorschl\u00e4ge, Fragen oder Best\u00e4tigungen sind. Wenn ich mit anderen Autoren spreche, h\u00f6re ich oft, dass es wohl den meisten von uns so geht. Deshalb habe ich eine gro\u00dfe Bitte an euch:<\/p>\n<h4>Schreibt den Autoren der B\u00fccher, die ihr lest!<\/h4>\n<p>Bei Reisef\u00fchrern und Ratgebern schreibt ihr am besten direkt an den Autor oder an den Verlag. Schreibt auf, was euch gut gefallen hat. Noch wichtiger ist aber, dass ihr ihm auch schreibt, was euch nicht gefallen hat oder wo \u00c4nderungen n\u00f6tig sind. Jeder seri\u00f6se Verleger\/Autor wird den Hinweisen und der Kritik nachgehen, denn er ist ja an einer Verbesserung seines Buchs interessiert. Das ist bei Belletristik vielleicht nicht unbedingt n\u00f6tig, wirkt aber auch herzerw\u00e4rmend bei Autoren, die weniger erfolgreich sind als Joanne Rowling, Jussi Adler-Olsen oder J.R.R. Tolkien.<\/p>\n<p>Hat euch ein Buch gefallen? Dann spendet dem Autor \u00fcber die pers\u00f6nliche R\u00fcckmeldung hinaus auch \u00f6ffentlich Applaus, indem ihr \u00fcber das Buch sprecht oder schreibt.<\/p>\n<p>Wenn ihr es bestellt habt, applaudiert ihr dem Autor, indem ihr eine Rezension f\u00fcr sein Buch schreibt. Das ist nicht schwierig und dauert nicht lange. Schreibt einfach ein paar Zeilen zu dem Buch bei amazon.de, thalia.de, buecher.de oder anderen online-B\u00fcchh\u00e4ndlern. Online-Bewertungen sind f\u00fcr viele Leser DAS entscheidende Kriterium, sich f\u00fcr oder gegen ein Buch zu entscheiden. Schreibt nicht einfach nur &#8222;hat mir gefallen&#8220;, sondern erkl\u00e4rt, warum es euch gefallen hat, welche Passage\/Person ihr in euer Herz geschlossen habt und was das Buch mit euch gemacht hat.<\/p>\n<p>Das geht auch, wenn ihr das Buch als Geschenk erhalten, gewonnen, aus der Stadtbibliothek oder in einem Buchladen gekauft habt. Es fehlt dann bei der Rezension nur der virtuelle Stempel &#8222;verifizierter Kauf&#8220;.<\/p>\n<p>Habt ihr das Buch in einer station\u00e4ren Buchhandlung gekauft, sagt doch einfach dem Buchh\u00e4ndler bei eurem n\u00e4chsten Besuch, wie euch das Buch gefallen hat. So wei\u00df er auch, ob er mit seiner Beratung richtig lag und wie er in \u00e4hnlichen F\u00e4llen in der Zukunft ber\u00e4t.<\/p>\n<p>Als Buchhandelskunden verdient ihr in jedem Fall\u00a0meinen Beifall!<\/p>\n<p>Offline-Buchhandlungen sind eine aussterbende Art, aber so wichtig, wenn man beraten werden will oder auf Reisen ist.<\/p>\n<p>Wenn ich &#8218;mal einen Vormittag Zeit habe, fahre ich nach K\u00f6ln zum Globetrotter, steige ins Dachgeschoss und verbringe Stunden beim St\u00f6bern in all den vielen Reiseb\u00fcchern. Erst aus den Gespr\u00e4chen mit den wirklich gut informierten Mitarbeitern ergibt sich, was ich am Ende wirklich kaufe und mit nach Hause trage.<\/p>\n<p>Auf Reisen funktioniert es f\u00fcr mich mit online-Buchhandlungen auch nicht so gut, da ich ja bei vielen Touren t\u00e4glich das Quartier wechsele. Wenn es da nicht in den gr\u00f6\u00dferen Orten gut sortierte Buchhandlungen g\u00e4be, in denen ich mein Leseproviant auff\u00fcllen kann, m\u00fcsste ich ohne Lesefutter weiterziehen. Bestes Beispiel ist die Via Francigena, auf der ich seit 2010\u00a0schon dreimal in einer schnuckeligen Buchhandlung im Stadtzentrum von Siena deutsche Romane gekauft habe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Applaus ist das Brot des B\u00fchnenk\u00fcnstlers. Wisst ihr auch, was das Brot des Autoren ist? 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