{"id":5469,"date":"2018-12-15T11:42:23","date_gmt":"2018-12-15T10:42:23","guid":{"rendered":"http:\/\/fernwehkinder.de\/?p=5469"},"modified":"2018-12-15T11:42:23","modified_gmt":"2018-12-15T10:42:23","slug":"fremdsprech-fuer-unterwegs-mit-mir","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/fernwehkinder.de\/?p=5469","title":{"rendered":"Fremdsprech f\u00fcr Unterwegs (mit mir)"},"content":{"rendered":"<p>Silke fragte in ihrer Blogparade\u00a0<a href=\"https:\/\/unterwegsmitmirblog.wordpress.com\/2018\/12\/05\/blogparade-fremdsprech\/\">Fremdsprech\u00a0<\/a>nach unseren Sprachkennissen und nach unseren Gef\u00fchlen beim Reisen in L\u00e4ndern, deren Sprache wir nicht beherrschen.<\/p>\n<p>Ich fange mit der zweiten Frage an: <strong>Mein Gef\u00fchl bei Reisen<\/strong><\/p>\n<p>Bin ich unterwegs, habe ich grunds\u00e4tzlich Zweifel daran, dass man mich versteht.<\/p>\n<p>Selbst in Deutschland habe ich Situationen erlebt, in denen ich nur hilflos jammern wollte: &#8222;<strong>Keiner versteht mich &#8211; nur einer, und der falsch!<\/strong>&#8220;<\/p>\n<p>Ich habe in Augsburg* studiert und in Th\u00fcringen** gearbeitet, das sind zwei Regionen, in denen ich die Eingeborenen schlechter verstehe als in Belgien, Holland und Luxemburg zusammen!<\/p>\n<p>*dort wollte mir doch die B\u00e4ckersfrau glatt weismachen, sie wisse nicht, was ein <em>Br\u00f6tchen<\/em> sei und verkaufte es mir nicht einmal, als ich <em>Semmel<\/em> sagte, weil es eine <em>LAUGENsemmel<\/em> war!<\/p>\n<p>**dort habe ich drei Wochen gebraucht, um zu begreifen, dass no gar keine Verneinung ist, dar\u00fcber hatte ich vor ziemlich genau zwei Jahren im <a href=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/?p=3630\">Blog No!<\/a> berichtet<\/p>\n<p>Da ich in einer <strong>Jugendherberge<\/strong> gro\u00df geworden bin, erfuhr ich jeden Tag die Hilflosigkeit von Menschen, die ins Ausland gereist waren, ohne die entsprechende Sprache zumindest auf Survival-Niveau zu sprechen. Meine Mutter und ihr damaliger Lebensgef\u00e4hrte sprachen leider nur dreieinhalb Worte Englisch und keine andere Sprachen. Die Verzweiflung auf beiden Seiten konnte ich manchmal in Scheiben schneiden.<\/p>\n<p>Es gab auch lustige Momente, n\u00e4mlich als meine Mutter nach etwa 20 Minuten immer noch nicht wusste, was der Mensch vor ihr denn eigentlich wollte, immerhin die Sprache als Franz\u00f6sisch identifiziert hatte und sich dann an das Lied <em>Voulez vous coucher avec moi ce soir<\/em> erinnerte. Sie summte es vor sich hin und bastelte sich die Frage <em>Voulez vous coucher?<\/em> zusammen. Er antwortete <em>Yes!<\/em> und begann ein freudiges Ganzk\u00f6rpernicken\u00a0&#8211; n\u00e4chste Frage meiner Mutter: <em>ce soir?<\/em> &#8211; Wieder <em>Yes!<\/em> und Ganzk\u00f6rpernicken. Dann eine kurze Denkpause und ein schnelles <em>Mais pas &#8222;avec moi&#8220;<\/em>! Den Witz verstanden wir sofort &#8211; \u00fcber alle Sprachgrenzen hinaus. Zum Gl\u00fcck war ich inzwischen hinzu gekommen und konnte zu den Details wie Zimmernummer, Fr\u00fchst\u00fcckzeit und Preis \u00fcbersetzen, nachdem wir uns nach einem kollektiven Lachanfall wieder beruhigt hatten.<\/p>\n<p>Wenn ich unterwegs bin, versuche ich immer, zumindest einige Survival-Phrasen zu lernen. Das ist ein fast hoffnungsloses Unterfangen, denn ich bin richtig richtig schlecht im Vokabellernen. Ich pauke jede einzelne Vokabel wochenlang ein, doch einmal Stolpern reicht, um sie wieder aus dem Kopf plumpsen zu sehen.<\/p>\n<p><strong>Und welche Sprachen spreche ich?<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><strong>Deutsch<\/strong>: Mein Vater kam aus der Eifel, meine Mutter aus der Mark Brandenburg. Gemeinsame Sprache war Deutsch, und zwar m\u00f6glichst ohne Dialekt. Wie Bibo in ihrem Beitrag <a href=\"https:\/\/biboskleinefluchten.wordpress.com\/2018\/12\/05\/ja-ni-snaju\/\">Ja ni snaju<\/a> zu dieser Blogparade schrieb, war es damals &#8211; zumindest im K\u00f6lner Raum &#8211; unfein, Dialekt zu sprechen, egal welchen.<br \/>\nNach dem Tod meines Vaters lernte meine Mutter einen Badenser kennen. Auch von ihm konnte ich nur Hochdeutsch lernen, weil er seinen Dialekt nur bei Telefonaten und Besuchen in der Heimat sprach.<\/li>\n<li><strong>K\u00f6lsch<\/strong>\u00a0ist quasi meine erste Fremdsprache. Alle Kinder in unserer Stra\u00dfe sprachen K\u00f6lsch, auch die Metzgersfrau, der Dorfschutzmann und der Direktor unserer Grundschule. In der Siedlung gab es den durchaus zutreffenden Spruch <em>Mr kalle K\u00f6lsch, Deutsch &#8211; un \u00fcvver de L\u00fcck!<\/em><br \/>\nDaher gew\u00f6hnte ich mir im Umgang mit Rheinl\u00e4ndern eine Art <em>Hochdeutsch mit Knaubeln<\/em>\u00a0an, auch den rheinischen Singsang kann ich nicht bestreiten.<br \/>\nAktiv bin ich in meinen M\u00f6glichkeiten begrenzt, aber mein passiver Wortschatz ist gut. Ich kann sogar im H\u00e4nneschen-Theater, im Monreal-Spielkreis und im Divertissementchen synchron \u00fcbersetzen.<br \/>\nDas K\u00f6lsch hat mir sogar bei meiner n\u00e4chsten Fremdsprache geholfen. Denn das Gerundium wird in K\u00f6lsch und Englisch fast gleich gebildet: <em>Isch bin am luure<\/em> (= I am looking) oder <em>Mr sin de Schn\u00fcss am schwaade<\/em> (= we are chatting).<br \/>\nAls Studentin belegte ich sogar ein Semester <em>K\u00f6lsch f\u00f6r Juriste<\/em>. W\u00e4hrend meiner gesamten Ausbildung habe ich nicht so sehr gelacht wie in diesen Vorlesungen. Aber sie haben mir geholfen, sp\u00e4ter bei Gericht die Aussagen von Zeugen, Opfern und Angeklagten <em>us em Fringsveedel<\/em> oder <em>vun dr sch\u00e4l Sick<\/em> besser zu verstehen. Denn ohne Sprachkenntnisse h\u00e4tte ich dem Angeklagten ja gar nicht klar machen k\u00f6nnen, dass die Zeugin, die ihn als <em>F\u00fcttchensf\u00f6hler<\/em> beschimpfte, die Basis f\u00fcr seine Verurteilung wegen sexueller N\u00f6tigung gelegt hatte.<br \/>\nIn dieser Zeit kaufte ich mir auch immer wieder H\u00f6rkassetten von Konrad Beikircher, der mit <em>Wie isset? &#8211; Jot! <\/em>und anderen Titeln aufs Feinste erkl\u00e4rte, was es mit dem rheinischen <em>w\u00e4m-sing-Genitiv<\/em> und anderen grammatikalischen Besonderheiten auf sich hat.<\/li>\n<li><strong>Englisch<\/strong>\u00a0war die erste Fremdsprache an der Schule. Mir machte die Lehrerin schon in der ersten Stunde klar, dass ich ein Sprachdepp bin, denn sie zeigte sich \u00fcberrascht dar\u00fcber, dass ich nicht einmal auf <em>good morning<\/em> geantwortet hatte, als sie erstmals die Klasse betreten hatte. Sie hatte wohl mit Vorkenntnissen gerechnet. Ein Beginn mit 10 Jahren ist definitiv zu sp\u00e4t. Ich kann mich zwar weltweit prima in Englisch unterhalten, auch \u00fcber schwierige Themen bei einer Recherche oder als Parent Representative in der Schule oder als Schw\u00e4tzchen mit einer Mutter, aber ich f\u00fchle mich in dieser Sprache nicht zuhause. Sie ist und bleibt eine FREMDsprache f\u00fcr mich. Ich muss mir beim Lernen jede Vokabel erk\u00e4mpfen und suche im Gespr\u00e4ch manchmal nach dem richtigen Wort. Meine Unf\u00e4higkeit, Sprachen zu erlernen ist der Grund f\u00fcr die Schulwahl bei meinen Kindern. Ganz nach dem Motto <em>Mein Kind soll es &#8218;mal besser haben als ich<\/em>.<br \/>\nWitziges dabei: Wenn ich lange im Land war, nehme ich, ohne es selbst zu merken, den Dialekt\/Akzent an. Nach dem Abi verbrachte ich f\u00fcnf Wochen in Wales und wurde danach in London Heathrow gefragt <em>Which part of Wales do you come from?<\/em> Nach einem l\u00e4ngeren Aufenthalt in Indien machte mich jeder auf den typisch indischen Singsang aufmerksam, wenn ich Englisch sprach.<em><br \/>\n<\/em>Ein englisches Wort haben wir auf sehr raue Weise gelernt. Wir waren mit dem Landy in Wales unterwegs, am Stra\u00dfenrand warte ein rot umrandetes Dreieck vor <em>Humps<\/em>. Stephan fragte mich noch &#8222;Was ist denn ein Hump?&#8220;, als wir schon \u00fcber einen Schweller flogen, der uns bei jedem anderen Fabrikat einen Achsbruch beschert hatte. Alles flog durchs Auto, das Mittagessen machte im Magen <em><strong>hump<\/strong> <\/em>und wir wussten, wie das englische Wort f\u00fcr Hubbel oder Buckel hei\u00dft.<br \/>\nDurch meine Kinder lerne ich nun auch viel alltagstaugliches Englisch wie <em>yummy<\/em> und <em>yucky<\/em>, wenn es gut oder schlecht schmeckt. In der l&#8217;Osteria wurde mir voriges Jahr beim Anblick meiner gl\u00fccklich mit vom Pizzab\u00e4cker geschenktem Pizzateig knetenden Kinder klar, warum <em>Knete<\/em> in Englisch <em>playdough<\/em> hei\u00dft und warum Aurelia beim Backen immer fragt, ob sie auch den <em>dough<\/em> kneten darf. Was f\u00fcr eine logische Wortsch\u00f6pfung: <em>Spielteig<\/em>. Klingt f\u00fcr mich viel passender als <em>Knetgummi<\/em>!<\/li>\n<li><strong>Latein<\/strong>\u00a0war dann die zweite Fremdsprache. Theoretisch h\u00e4tte ich die Wahl zwischen Latein und Franz\u00f6sisch gehabt, aber meine Mutter hatte mich in den Lateinkurs eingetragen, weil ihr eine \u00c4rztin oder Juristin als Tochter vorschwebte. Au\u00dferdem hatte sie irgendwo gelesen, dass Lateinunterricht eine gute Basis f\u00fcr analytisches Denken und die Naturwissenschaften ist.<br \/>\nNie in meinem Leben habe ich mich so dumm und nutzlos gef\u00fchlt, wie in den Lateinstunden. Ich habe gepaukt und gepaukt. Ich habe auswendig gelernt, mir von unserem Klassenprimus Nachhilfe geben lassen, doch es wollte einfach kein Latein in mein Hirn, als g\u00e4be es dort eine Membran, die nur Worte anderer Sprachen durchl\u00e4sst. Jede Klausur war ein Debakel. Das einzige, was ich dort lernte, war der Umgang mit Pfuschzetteln und das unauff\u00e4llige Abschreiben vom Nebenmann. Es lag nicht an den Lehrern, der eine hat den Unterricht sogar mit zwei Latein-Asterix Aufpeppen wollen. In meinem biologischen Computer gibt es wohl einen Hardwareschaden im Bereich des Fremdsprachenerwerbs.<br \/>\nIch habe es bis zum Gro\u00dfen Lat(r)inum geschafft. Der entsprechende Nachweis half mir sp\u00e4ter tats\u00e4chlich bei meinem Jura-Studium in Augsburg. Aber ich kann kein Latein. Nicht ein Wort. Wenn ich im Kreuzwortr\u00e4tsel <em>lat. vor<\/em> lese, leite ich mir die Antwort <em>ante<\/em> vom Loriot-Film <em>Papa ante portas<\/em> ab.<\/li>\n<li><strong>Franz\u00f6sisch<\/strong>: nahm ich im 9. Schuljahr dazu, merkte schon nach einigen Wochen, dass ich den Anschluss verpasse, schrieb drei Klausuren ungen\u00fcgend und w\u00e4hlte Franz\u00f6sisch zum Halbjahreszeugnis schnell ab, damit es im zweiten Halbjahr nicht versetzungsgef\u00e4hrdend werden konnte.<br \/>\nGelernt habe ich Franz\u00f6sisch im Land: Als Segelhelferin in der Bretagne, als Urlauberin in der Normandie und am Mittelmeer, bei meinen Reisef\u00fchrerrecherchen in der Schweiz, auf den franz\u00f6sischen Jakobswegen und in Tunesien.<br \/>\nBei einer Reise in die H\u00fcrther Partnerstadt Argel\u00e8s-sur-Mer sa\u00df ich dann auch noch einem Spa\u00dfvogel von B\u00e4cker auf. Am ersten Morgen bestellte ich bei ihm <em>\u00dchn Bagett<\/em>, er l\u00e4chelte mich an und \u00fcberreichte mir mir gro\u00dfer Geste <em>\u00dchne Bagette<\/em>. Aha, wohl ein anderer Dialekt, dachte ich. Am n\u00e4chsten Morgen dachte ich, es richtig zu\u00a0 machen und bestellte <em>\u00dchne Bagette<\/em>, und bekam mit einem L\u00e4cheln\u00a0<em>\u00d6 Bagett<\/em> von ihm \u00fcberreicht. Oh, hatte ich mich gestern Morgen verh\u00f6rt und es war <em>un<\/em> statt <em>une<\/em>? Also gut, ich bestellte am dritten Morgen <em>\u00d6 Bagett\u00a0<\/em>&#8211; und erhielt mit breitestem Grinsen <em>\u00dchn Bagett<\/em>! Na warte, dachte ich und bestellte am n\u00e4chsten Morgen <em>d\u00f6 Bagett<\/em>. Mein Plan ging auf: Der B\u00e4cker lachte Tr\u00e4nen, korrigierte mich dieses Mal nicht und schenkte mir sogar noch zwei Croissants zu meinen zwei k\u00f6stlich duftenden, noch warmen Broten.<\/li>\n<li><strong>Italienisch<\/strong> fand ich attraktiv, weil die Italiener gutes Eis, gute Pizza und guten Fu\u00dfball hatten. Der sp\u00e4tere Torsch\u00fctzenk\u00f6nig Paolo Rossi hatte es mir angetan. Also meldete ich mich als Sch\u00fclerin zu einem VHS-Kurs an, der leider nach zwei Semestern einschlief. Diese Sprache spreche ich kaum, aber mag sie sehr. Meine Kenntnisse reichten aus, um mehrfach f\u00fcr die Pilgerf\u00fchrer \u00fcber die Via Francigena und die Via Degli Dei nach Italien zu reisen. Dort lernte ich dann sehr viele W\u00f6rter, die genau auf mich zugeschnitten waren, weil sie sich aus der Recherchesituation ergaben oder im Zusammenhang mit meinem vierbeinigen Begleiter fielen. Ich war verbl\u00fcfft \u00fcber die \u00c4hnlichkeiten mit dem Franz\u00f6sischen. So lernte ich schon kurz hinter der Sprachgrenze im Aostatal, dass Neufundl\u00e4nder <em>Terranova<\/em> hei\u00dfen (na klar, <em>terreneuve<\/em> in fr., w\u00f6rtlich <em>neues Land, also ist der Fund in diesen beiden Sprachen nicht so wichtig<\/em>) und aus dem <em>petit ours <\/em>der Schweizer wurde bei den Italienern ein <em>piccolo urso<\/em>, wenn von meinem <em>B\u00e4rchen<\/em> die Rede war.<\/li>\n<li><strong>Spanisch<\/strong>\u00a0finde ich scheu\u00dflich. Ich habe dieser Sprache aber im 11. Schuljahr trotzdem eine Chance gegeben, weil mein Klassenlehrer mir am Ende des 10. Schuljahrs gesagt hatte, dass Spanisch in so vielen L\u00e4ndern gesprochen wird, dass sich ein gewisser Grundwortschatz lohnt. In der Mitte der zweiten Lernwoche war er es aber auch, der nach R\u00fccksprache mit dem Spanischlehrer auf mich zu kam und mir eindringlich riet, noch w\u00e4hrend der 14-t\u00e4gigen Probephase den Kurs zu wechseln, wenn ich im Abizeugnis vern\u00fcnftige Noten stehen haben wollte.<br \/>\nWenn ich unterwegs Spanischkenntnisse ben\u00f6tige, leite ich sie mir aus dem Italienischen oder aus den jeweiligen Mallorca-Sommerhits \u00e0 la <em>Vamos a la playa<\/em> ab.<\/li>\n<li><strong>Walisisch<\/strong> spreche ich nicht gut, verstehe aber relativ viel, wenn ich es lese oder mein Gegen\u00fcber langsam spricht. Diese Sprache ist ein typisches Beispiel f\u00fcr die Achtung, die man nach meinem Empfinden seinem Gastland entgegenbringen sollte. Jeder Waliser spricht auch Englisch. Aber das ist nicht die Landessprache. Begr\u00fc\u00dfe ich die B&amp;B-Lady morgens mit einem <em>Bore Da<\/em>, geht in ihrem Gesicht die Sonne auf. Bedanke ich mich nach einer (englischen) Wegbeschreibung mit <em>Diolch yn fawr<\/em>, freut sich mein Gegen\u00fcber ebenso deutlich. Bestelle ich unterwegs im Caf\u00e9 <em>Un cwpan o dde<\/em>, werde ich unter Garantie schneller bedient als die Engl\u00e4nder am Nebentisch. Proste ich im Pub meinem Gegen\u00fcber mit <em>Iechyd Da!<\/em> zu, f\u00e4llt der Einstieg in ein Gespr\u00e4ch viel leichter.<\/li>\n<li><strong>Malayalam, Telugu, Tamil, Hindi:<\/strong> F\u00fcr meine Indienreise lernte ich ein paar wichtige S\u00e4tze in den Regionalsprachen meiner Gastleute und in Hindi. Das half mir in einem Dorfentwicklungsprojekt, in einer Provinzklinik und im Gespr\u00e4ch mit den Eltern meines Patenkindes. Leider ist davon nicht mehr abrufbar als haa (Hindi: ja), namaste (Hindi: hallo) und Nandi (Tamil: Danke).<\/li>\n<li><strong>Portugiesisch<\/strong>\u00a0wollte ich f\u00fcr eine Reise nach Madeira lernen und lernte wochenlang einige Survival-Phrasen auswendig, die ich aber schon wieder vergessen hatte, bevor das Flugzeug zur Landung ansetzte. Trotzdem merkte ich, dass sich die einheimischen freuten, dass ich zu allem, was mir Gutes widerfuhr <em>obrigada<\/em> sagte.\u00a0 Von einem Wanderf\u00fchrer erfuhr ich dann, dass ich mich allein mit diesem Wort schon von der Masse der deutschen Touristen abhebe, die entweder einfach stur bei ihrem <em>Danke<\/em> bleiben oder &#8211; nach dem Motto Portugiesisch ist ja auch nur ein spanischer Dialekt &#8211; konstant <em>Gracias<\/em> sagten, und zwar unabh\u00e4ngig davon, wie oft ihnen erkl\u00e4rt wurde, dass es <em>obrigado<\/em> bzw. <em>obrigada<\/em> hei\u00dft.<\/li>\n<li><strong>Tunesisch-Arabisch<\/strong> blieb mir leider weitgehend verwehrt, denn so gut wie alle Tunesier sprechen Franz\u00f6sisch.\n<figure id=\"attachment_5514\" aria-describedby=\"caption-attachment-5514\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5514 size-medium\" src=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/PC142019-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/PC142019-300x200.jpg 300w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/PC142019-768x512.jpg 768w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/PC142019.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5514\" class=\"wp-caption-text\">K\u00f6nnt ihr diese Schilder lesen? Ich kann nur anhand des ersten Buchstabens raten<\/figcaption><\/figure>\n<p>Einige imponierten mir zudem mit sehr guten Deutsch-, Englisch-, Italienisch- und Tschechisch-Kenntnissen. In meinem kleinen Sprachspatzenhirn blieben nur <em>Shukran<\/em> (danke), <i>Asif\u00a0<\/i>(Entschuldigung), <em>Aiwa<\/em> und <em>La<\/em> (Ja und nein) und\u00a0<em>Imschi<\/em> (verpiss dich) h\u00e4ngen. Auch ein Semester an der VHS half nicht weiter, weil der Lehrer gar nicht an Sprachvermittlung im Sinne von Sprechen dachte, sondern mit uns arabische Sch\u00f6nschrift \u00fcben wollte und sein Konzept nicht einmal \u00e4nderte, als immer mehr Kursteilnehmer absprangen oder sich bei der VHS beschwerten. Immerhin kann ich dadurch die drei Namensschilder auseinander halten, die meine M\u00e4dels beim International Day in der Schule von einer Tunesischen Mutter geschrieben bekamen, denn ich kann die ersten Buchstaben entziffern: Das A von Aurelia ist ein langer Strich (wie ein gro\u00dfes i oder ein kleines L) mit allerlei Geschn\u00f6rkel obendrauf, der K-Laut bei Cari sieht aus wie das gro\u00dfe K ohne den linken Strich und das N bei Nele wie eine <strong>N<\/strong>ase. Das Geld f\u00fcr diesen Kurs war also nur zu 90 % in den Sand gesetzt&#8230;<\/li>\n<li><strong>Niederl\u00e4ndisch<\/strong> w\u00fcrde ich gerne lernen, scheitere aber an meinem eigenen Vorurteil. Wenn ein Niederl\u00e4nder oder Flame langsam spricht, verstehe ich ihn. Antworte ich <em>op k\u00f6lsch<\/em>, versteht er mich. Also hat sich in meinem Unterbewusstsein die Theorie festgesetzt, dass es sich wohl eher um eine Halskrankheit, als um eine Sprache handelt. Nichtsdestotrotz gibt es einige wundersch\u00f6ne W\u00f6rter in dieser Sprache, die es mir angetan haben. H\u00f6rt sich <em>kopje koffie<\/em> nicht viel sch\u00f6ner an als <em>Tasse Kaffee<\/em>? Die passende Kanne hei\u00dft Koffiepot, daf\u00fcr brauche ich auch keine Sprachkenntnisse, so hei\u00dft es bei uns auch.Wenn <em>Fiets<\/em> ein Fahrrad ist, ist das Wort <em>Bromfiets<\/em> selbsterkl\u00e4rend und ein <em>Bromfietsverhuur<\/em> auch ohne Sprachkenntnisse als Mopedverleih erkennbar. Wir sagen <em>Kabuff<\/em> bzw. <em>Komboff<\/em>, wenn ihr <em>Abstellraum<\/em> sagt. Wir <em>trecke<\/em> bzw. <em>trekken<\/em>, wenn ihr <em>zieht<\/em>. Wir essen einen <em>\u00c4\u00e4dappel<\/em> bzw. <em>Ardappel<\/em>, wenn ihr eine Kartoffel esst, dazu gibt es <em>Spr\u00fchtsche\/Spruute<\/em> bzw. <em>spruitjes<\/em>. Hier ist selbst das englische <em>Brussel sprouts<\/em> noch n\u00e4her am Niederl\u00e4ndischen und K\u00f6lschen, gemeint ist <em>Rosenkohl<\/em>!<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wie polyglott seid ihr? Beherrscht ihr irgendeine Fremdsprache auf Muttersprachlerniveau? Falls ja, wie war euer Weg dorthin?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Silke fragte in ihrer Blogparade\u00a0Fremdsprech\u00a0nach unseren Sprachkennissen und nach unseren Gef\u00fchlen beim Reisen in L\u00e4ndern, deren Sprache wir nicht beherrschen. Ich fange mit&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":5514,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[100,147,28,78],"class_list":["post-5469","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-rabenmutter","tag-fernweh","tag-reisen","tag-schule","tag-sprache"],"jetpack_featured_media_url":"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/PC142019.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack-related-posts":[],"jetpack_likes_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/fernwehkinder.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5469","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/fernwehkinder.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/fernwehkinder.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/fernwehkinder.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/fernwehkinder.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5469"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/fernwehkinder.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5469\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/fernwehkinder.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/5514"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/fernwehkinder.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5469"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/fernwehkinder.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5469"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/fernwehkinder.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5469"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}