{"id":5945,"date":"2019-03-14T22:36:04","date_gmt":"2019-03-14T21:36:04","guid":{"rendered":"http:\/\/fernwehkinder.de\/?p=5945"},"modified":"2019-03-14T11:44:47","modified_gmt":"2019-03-14T10:44:47","slug":"das-leben-in-vollen-zuegen-geniessen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/fernwehkinder.de\/?p=5945","title":{"rendered":"Das Leben in vollen Z\u00fcgen genie\u00dfen&#8230;"},"content":{"rendered":"\n<p>&#8230;war noch nie meine Sache. Beim Lesen der Odyssee, die <a href=\"https:\/\/unterwegsmitmirblog.wordpress.com\/2019\/03\/10\/niederrhein-stuermische-bahnfahrt-teil-4\/\">Silke <\/a>am vergangenen Wochenende erlebte, fallen mir auch zahlreiche uns\u00e4gliche Momente bei Bahnfahrten ein. Was h\u00e4tte ich bei manch einer Fahrt um solch ein Sammeltaxi gegeben!<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Privat<\/h4>\n\n\n\n<p>Bei einer R\u00fcckreise vom Sch\u00fcleraustausch in <strong>Bath <\/strong>(UK) krachte in Ostende ein Kran auf den wartenden Zug, in den wir zehn Minuten sp\u00e4ter steigen sollten. Bis der Unfallort gesichert, alles geregelt und ein Ersatzzug eingesetzt war, stauten sich die Passagiere von vier F\u00e4hren zwischen Hafen und Bahnhof. Wir fuhren stehend im Gang nach K\u00f6ln. Umkippen konnte niemand, daf\u00fcr war es zu eng. Seitdem kann ich sogar im Stehen schlafen. Das Gep\u00e4ck kam einige Tage sp\u00e4ter.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Studium pendelte ich nach <strong>Augsburg<\/strong>, selbst die teuren Nachtz\u00fcge waren stets gesteckt voll und man musste eben die ganze Nacht einhalten, wenn jemand sich in der Toilettenkabine schlafen gelegt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei unserer Reise durch <strong>Indien <\/strong>kombinierten wir Inlandfl\u00fcge mit Bus und Bahn. Im Bus hatte ich stets anderer Leute Kinder oder H\u00fchner auf dem Scho\u00df. Bei der Bahn kann ich nicht einmal von &#8222;in der Bahn&#8220; sprechen. Bei einer Fahrt half uns nicht einmal der Ausl\u00e4nder- oder Frauenbonus. Die Waggons waren so voll, dass wir nur noch Pl\u00e4tze auf den Trittbrettern bekamen. Die Einheimischen waren immerhin so nett, uns Stellen zu zeigen, an denen wir uns mit beiden (!) H\u00e4nden an Griffen und Fensterrahmen festhalten  konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch beim Bahnpedeln nach <strong>Meiningen <\/strong>(Th\u00fcringen) sa\u00df ich Sonntagsabends und Freitagsnachmittags stets in vollen Z\u00fcgen. Hatten sie Versp\u00e4tung, warteten sie nur selten aufeinander. Im Winterhalbjahr war dies eher die Regel als die Ausnahme. Mehr als einmal strandete ich in Frankfurt, W\u00fcrzburg, Schweinfurt oder Eisenach. Damals noch ohne Anspruch auf Hotel oder Taxi, daf\u00fcr aber in zugigen Bahnhofshallen zwischen Obdachlosen, Junkies und anderen dunklen Gestalten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Recherche<\/h4>\n\n\n\n<p>Auch sp\u00e4ter bei meinen Reisef\u00fchrerrecherchen war ich nicht immer mit dem Auto unterwegs. Bei Streckenwanderungen ist es ja auch viel bequemer, mit einer Bahn bis zum Start zu fahren und einige Wochen sp\u00e4ter mit einer anderen Bahn vom Ziel wieder zur\u00fcck zu fahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Sommer 2010 wanderte ich auf der <strong>Via Francigena<\/strong> von Lausanne nach Rom. F\u00fcr die ersten Tage in der Schweiz, f\u00fcr eine Woche in der Toskana und f\u00fcr meine letzten Wandertage hatten sich Mitwanderer angesagt. Unerwartet kam ich schneller ans Ziel und war schon am Petersdom angekommen, als &#8218;Paul&#8216; am Flughafen Fiumicino landete. Prima, dann konnten wir die Alternativroute von Viterbo nach Sutri gemeinsam laufen!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir kauften Bahnfahrkarten und R\u00fcckflugtickets und stiegen in den gut gef\u00fcllten Zug nach Rom. In Roma Trastevere mussten wir mitten im Feierabendgewimmel umsteigen. Zwei Z\u00fcge fielen aus und der Bahnsteig war v\u00f6llig \u00fcberf\u00fcllt. Dann eine Durchsage: F\u00fcr unseren Zug gab es einen Gleiswechsel. M\u00fchsam bahnten wir uns mit unseren Rucks\u00e4cken, den nur 1 Minute vorher gekauften Sandwiches und Getr\u00e4nken, dazu noch die Sonnenh\u00fcte in der Hand und Jacken \u00fcber dem Arm, einen Weg durch das Chaos. Vor dem Einsteigen hatten wir noch einmal die Reisedokumente durchgesehen, um sicher zu gehen, dass wir die italienische Durchsage auch richtig verstanden hatten und ich hatte sie gleich in der Hand behalten, falls wir sie f\u00fcr eine Kontrolle brauchten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das war keine gute Entscheidung, denn w\u00e4hrend wir uns zusammen mit den Pendlermassen durch den Zug schoben, fielen die wichtigen Unterlagen zu Boden. Viele freundliche H\u00e4nde halfen beim Aufsammeln, denn wir waren ja mit den vollen Bechern mit Kaffee\/Tee und die Rucks\u00e4cke ziemlich ungelenkig. Nachdem ich dem Schaffner die Bahnkarten gezeigt hatte, steckte ich sie ins R\u00fcckenfach meines Rucksacks.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-gallery columns-3 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Soonwald-043.jpg\" alt=\"\" data-id=\"5963\" data-link=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/?attachment_id=5963\" class=\"wp-image-5963\" srcset=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Soonwald-043.jpg 800w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Soonwald-043-300x225.jpg 300w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Soonwald-043-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Start in Viterbo<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"450\" height=\"600\" src=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/\u00dcbersichtskarte-Bonifatiusroute-1053.jpg\" alt=\"\" data-id=\"5965\" data-link=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/?attachment_id=5965\" class=\"wp-image-5965\" srcset=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/\u00dcbersichtskarte-Bonifatiusroute-1053.jpg 450w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/\u00dcbersichtskarte-Bonifatiusroute-1053-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><figcaption>Im Haselnusshain<\/figcaption><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"600\" src=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/\u00dcbersichtskarte-Bonifatiusroute-1000.jpg\" alt=\"\" data-id=\"5964\" data-link=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/?attachment_id=5964\" class=\"wp-image-5964\" srcset=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/\u00dcbersichtskarte-Bonifatiusroute-1000.jpg 800w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/\u00dcbersichtskarte-Bonifatiusroute-1000-300x225.jpg 300w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/\u00dcbersichtskarte-Bonifatiusroute-1000-768x576.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption>Auf dem Petersplatz<\/figcaption><\/figure><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Wir fanden in Viterbo ein sch\u00f6nes Hotel und wanderten mehrere Tage bei warmem Landregen und strahlendem Sonnenschein durch die Haselnussplantagen um Vetralla und Capranica bis nach Sutri. Von dort nahmen wir die Bahn zur\u00fcck nach Rom und hatten noch einen ganzen Tag f\u00fcr die Besichtigung der vielen Kirchen, eine Stadtrundfahrt und eine Messe im Petersdom. Als es am letzten Tag Zeit zum Aufbruch wurde, stellten wir entsetzt fest, dass die Flugtickets nicht mehr auffindbar waren. Wir leerten beide Rucks\u00e4cke mehrfach, telefonierten mit den Hotels in Viterbo, Vetralla und Sutri. Nichts! Vermutlich waren sie bei dem chaotischen Umsteigen in Trastevere abhanden gekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Also fuhren wir mit leeren H\u00e4nden zum Flughafen und kauften neue Tickets. Zum Gl\u00fcck waren sogar noch auf dem urspr\u00fcnglich geplanten Flug zwei Pl\u00e4tze frei. Nach der Landung in K\u00f6ln zogen wir die Jacken an, die wir im hei\u00dfen Italien nicht gebraucht hatten. Dabei bemerkte &#8218;Paul&#8216; in seiner Innentasche etwas Dickes, zog es heraus und hielt die verloren geglaubten Flugtickets!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;war noch nie meine Sache. 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