{"id":6493,"date":"2019-06-03T14:59:16","date_gmt":"2019-06-03T12:59:16","guid":{"rendered":"http:\/\/fernwehkinder.de\/?p=6493"},"modified":"2019-06-01T15:49:51","modified_gmt":"2019-06-01T13:49:51","slug":"zum-kotzen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/fernwehkinder.de\/?p=6493","title":{"rendered":"Zum Kotzen!"},"content":{"rendered":"\n<p>Manche Tage im Leben einer Mutter sind unerfreulich, peinlich und einfach nur zum Weglaufen. Manchmal kann niemand etwas daf\u00fcr, manchmal l\u00e4sst sich die Schuld bei anderen Personen finden, manchmal zeigt der Spiegel die Verursacherin. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Unvernunft bei M\u00fcttern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wieder einmal habe ich mir vor lauter Kopfsch\u00fctteln fast einen Halswirbel verrenkt: An einem Morgen in der Woche vor den Ferien sitzt ein Kind aus Caris Gruppe motzig vor dem Gruppenraum. Cari setzt sich dazu, umarmt und tr\u00f6stet ihre Freundin, w\u00e4hrend deren Mutter mit der Gruppenleiterin diskutiert. <\/p>\n\n\n\n<p>Entnervt nimmt sie ihr Kind wieder mit nach Hause. Im Vorbeigehen erfahren wir, dass es sich in der Nacht erbrochen hat und deshalb nicht bleiben kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt in der Schule eine 48-Stunden-Regel: volle zwei Tage m\u00fcssen nach dem letzten Durchfall, Erbrechen, Fieber oder anderen Krankheitssymptomen vergangen sein, um keine anderen Kinder anzustecken. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Idee ist gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber immer wieder erlebe ich es, dass M\u00fctter ihre Kinder mit Medikamenten und Instruktionen versorgen und doch einfach abgeben. Ich  wei\u00df, dass manch ein Arbeitgeber &#8222;KindKrank&#8220;-Meldungen nicht gerne sieht. Als berufst\u00e4tige Mutter wei\u00df ich selbst, dass es eine Katastrophe ist, wenn das Kind krank zuhause ist, statt gesund im Kindergarten. <\/p>\n\n\n\n<p>ABER &#8211; ja, ihr kennt meine gro\u00dfen &#8222;Aber&#8220;s &#8211; liebe M\u00fctter, wisst ihr eigentlich, was ihr euren Kindern, den Betreuern, anderen Kindern und deren M\u00fcttern damit antut? Im letzten Herbst waren in einer Woche zwei Drittel aller Kinder und alle neun Betreuer krank, weil unvern\u00fcnftige M\u00fctter ihre kranken Kinder in die Gruppe brachten. <\/p>\n\n\n\n<p>Das geht nicht! Haltet doch bitte euer krankes Kind zuhause, bis es keinen anderen mehr anstecken kann!<\/p>\n\n\n\n<p>Ein krankes Kind will auch nicht in die Gruppe, es will zuhause mit Mama\/Oma\/Papa\/AuPair sein, sich auskurieren und verw\u00f6hnen lassen, kuscheln, entspannen und in Ruhe gesund werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schwache Nerven<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am Abend wollte Cari freiwillig ins Bett. Das machte mich stutzig. Das ist nicht ihre Art. Der Argwohn wahr berechtigt: Ab Mitternacht kotzte sich das arme Ding die Seele aus dem Leib. Alle 20-30 Minuten. Sie schlief immer wieder ersch\u00f6pft ein, w\u00e4hrend ich das Kotzk\u00fcmpchen sp\u00fclte und auf die n\u00e4chste Woge wartete. An Schlaf war bei mir nicht mehr zu denken.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Morgen brachte ich die Gro\u00dfe zur Schule. Sie hatte keinen Kontakt zu Cari gehabt. Nele hingegen hielt ich lieber zuhause. Sie zeigte zwar keine Symptome, war aber den ganzen Nachmittag mit Cari zusammengewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Schule trafen wir die Mutter von gestern, die das immer noch blasse Kind hinter sich her zog. Nach der durchwachten Nacht waren meine Nerven so schwach, dass ich auf die Frage des Kindes &#8222;Wo ist denn die Cari?&#8220; das arme Kind anpflaumte: &#8222;Krank. Zuhause! Sie kotzt sich die Seele aus dem Leib, weil sie sich jetzt auch angesteckt hat. Und sie ist total traurig, weil wir nun nicht in den Urlaub fahren k\u00f6nnen &#8211; oder zumindest nicht so lange, wie geplant!&#8220; Das arme Kind konnte ja nichts daf\u00fcr und ich habe mich bei ihm auch nachher in der Gruppe entschuldigt. Ich war m\u00fcde, traurig und nervenschwach. Dennoch war es mir unendlich peinlich, ein Kind angeblafft zu haben, noch dazu ein Kind, das ich gerne mag. Und das Kind akzeptierte meine Entschuldigung und sagte ganz s\u00fc\u00df &#8222;Ist doch nicht so schlimm! Jeder hat mal einen schlechten Tag!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Auf dem Gang traf ich sp\u00e4ter die Mutter. Sie erkl\u00e4rte mir wortreich, dass es bei ihrer Tochter gar kein Infekt gewesen sei, sondern dass sich das Kind an jenem Abend \u00fcberfressen habe. Glauben kann ich das nicht so richtig. Zu ihren Gunsten gehe ich davon aus, dass es ihr auch unangenehm war und verbuche es als eine Quasi-Entschuldigung. M\u00fctter-Nerven sind eben manchmal sehr schwach und M\u00fctter-Fell sehr d\u00fcnn.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Gl\u00fcck erholte sich die Minimaus schnell, steckte keine ihrer Schwestern an und wir konnten &#8211; unter Einhaltung der 48-Stunden-Regel &#8211; mit einem Tag Verz\u00f6gerung dann doch die Reise antreten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manche Tage im Leben einer Mutter sind unerfreulich, peinlich und einfach nur zum Weglaufen. 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