{"id":6700,"date":"2019-07-20T23:22:29","date_gmt":"2019-07-20T21:22:29","guid":{"rendered":"http:\/\/fernwehkinder.de\/?p=6700"},"modified":"2019-07-20T23:22:29","modified_gmt":"2019-07-20T21:22:29","slug":"bargeld-in-wales","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/fernwehkinder.de\/?p=6700","title":{"rendered":"Bargeld in Wales"},"content":{"rendered":"\n<p>Das Thema hatten Silke uns ich vor etlichen Jahren schon einmal: Damals gaben ihr die Geldautomaten kein Bargeld, mir aber schon. Uns wurde damals erkl\u00e4rt, dass manche Banken die Karten f\u00fcr Barabhebungen au\u00dferhalb der EURO-Zone extra freischalten m\u00fcssen. <\/p>\n\n\n\n<p>Seitdem erkundige ich mich immer, ob in meinem Reiseland meine Karten auch wirklich funktionieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Trotzdem ging es mir genauso wie Silke vor 8 Jahren. Trotz Vorsorge.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine ganze Woche lang kamen wir mit dem von der letzten Reise \u00fcbrigen Bargeld aus, weil wir fast \u00fcberall mit der Karte zahlen konnten. Nun wurde das Bargeld knapp und ich fuhr auf dem R\u00fcckweg von meiner Wanderung kurz einen Geldautomaten an. Der verweigerte sich aber bei allen drei Karten. Naja, vielleicht hat er ja kein Geld mehr im Kasten, vermutete ich und verschob das Thema gelassen auf den folgenden Morgen. Ich lie\u00df meiner Mutter das restliche Bargeld f\u00fcr Eis, Kaffee und sonstige dringende Anschaffungen da.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich startete am Sonntag eine dreiviertel Stunde fr\u00fcher, um noch in der \u00f6rtlichen Touristeninformation vorbeizusehen und Geld zu ziehen. Aber das gleiche Spiel: Der bereits bekannte Automat an der Post, ein zweiter in der Tankstelle und ein dritter an einer kleinen Bankfiliale im Nachbarort spuckten kein Geld aus. Im Supermarkt bot man mir Cashback an, wenn ich etwas einkaufe, aber das System verweigerte sich f\u00fcr die popeligen 5 Pfund, die ich auf den 20-Pfund-Einkauf aufschlagen lassen wollte. Die Banken haben am Sonntag zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Im dritten Ort wurde mir dann schon die Zeit knapp. In einer Tankstelle mit eingebautem Laden\/Post stand ich erneut vor einem Geldautomaten, der mir die kalte Schulter zeigte. Die beiden Verk\u00e4uferinnen zogen ihre Schultern hoch und dr\u00fcckten ihr Bedauern aus. Eine andere Kundin kam mir zur Hilfe und bot spontan an, mir die  Fahrt bezahlen. Weil wir aber beide nicht wussten, was die Fahrt kostet, wollte ich ihre Geldb\u00f6rse aber nicht unn\u00f6tig belasten. Ich schlug vor, ihr meinen 10 Euro Schein f\u00fcr 5 Pfund zu geben. Obwohl ich ihr versicherte, dass ich bestimmt nicht mehr als 5 Pfund brauche und mein Zehner h\u00f6chstens 8 Pfund wert ist, besteht sie darauf, mir 10 Pfund f\u00fcr meine 10 Euro zu geben. Sie  erkl\u00e4rte dazu, dass sie niemals in einem fremden Land ohne Hilfe und ohne  Geld da stehen m\u00f6chte. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich bedankte mich auf Walisisch und ihr stiegen  die Tr\u00e4nen in die Augen. Noch nie hatte sie es erlebt, dass ein  Festlandtourist sich f\u00fcr ihre Sprache interessiert. Nun fielen wir uns beide heulend in die Arme, schnieften kurz gemeinsam, sie schob mich aus dem Laden und mahnte zur  Eile, damit ich meine Bus nicht verpasse.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist doch wirklich ein bl\u00f6des System.  Wenn ich hier auf der Insel f\u00fcr 80 Pfund tanke, f\u00fcr 500 Pfund eine Woche Quartier bezahle oder f\u00fcr  60 Pfund einkaufe, ist das mit allen drei Karten kein Problem. Aber  Bargeld gibt es keins. Nicht einmal 10 Pfund. Obwohl alle Karten f\u00fcr die Insel  freigeschaltet sein sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Telefonate und Mails am Montag zeigten mir, dass zwei der Karten &#8211; entgegen der Auskunft im Juni &#8211; dann doch f\u00fcr das Vereinigte K\u00f6nigreich freigeschaltet werden m\u00fcssen (Amex + Visa). Bei der dritten Karte (die alte Scheckkarte, wie hei\u00dft die denn jetzt? V-Pay?) gab es keine kluge Erkl\u00e4rung. Der Herr am Telefon versicherte mir, dass sie &#8222;eigentlich&#8220; funktionieren m\u00fcsste, aber man seit dem Fr\u00fchjahr vermehrt festgestellt hat, dass sie bei kleineren Banken, bei der Post und auf dem Land problematisch werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und siehe da: am n\u00e4chsten Tag in Fishguard funktionierte die Karte an einem Cashpoint einer gr\u00f6\u00dferen Bank reibungslos. Ob er sie mir nun heimlich freigeschaltet hat oder das ein Teil der Brexit-Unsicherheiten ist, kann mir egal sein. Ich stelle fest, dass es mir leichter f\u00e4llt, in Afrika an Bargeld zu kommen, als in Europa&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Meine Mutter hatte ihren Spa\u00df daran, mir Bargeld anzubieten, das ich an einem Werktag in einer Bank einl\u00f6sen m\u00f6ge&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Das liegt nun schon eine Woche zur\u00fcck und ich h\u00e4tte es fast schon wieder vergessen. Wenn mir nicht am Samstagnachmittag w\u00e4hrend unserer Fahrt ins neue Quartier in einer Tankstelle ein Deja Vu widerfahren w\u00e4re: Dort stand ein junges Paar aus Hamburg ziemlich verzweifelt am Tresen. Sie hatten zwar f\u00fcr 70 Pfund Sprit mit der Karte bezahlen k\u00f6nnen, konnten aber am Cashpoint nebenan keinen Penny bekommen, um ihre Zeche in dem Caf\u00e9 nebenan zu zahlen, dessen Kartenleseger\u00e4t defekt war.<\/p>\n\n\n\n<p>So konnte ich dann die gute Tat weiter geben und zahlte f\u00fcr sie im Caf\u00e9, bekam das Geld in derselben Sekunde \u00fcber PayPal ersetzt und wir standen alle kopfsch\u00fcttelnd da. <\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher waren wir immer mit bereits im Heimatland gewechselten Devisen, Reiseschecks, Postsparbuch und Bargeld zum Vor-Ort-Wechseln unterwegs. Nun verlassen wir uns viel zu sehr auf die Karten &#8211; und sind verlassen!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"960\" height=\"960\" src=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/67186049_10211618267931103_5687450978182234112_n.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6701\" srcset=\"http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/67186049_10211618267931103_5687450978182234112_n.jpg 960w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/67186049_10211618267931103_5687450978182234112_n-200x200.jpg 200w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/67186049_10211618267931103_5687450978182234112_n-300x300.jpg 300w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/67186049_10211618267931103_5687450978182234112_n-768x768.jpg 768w, http:\/\/fernwehkinder.de\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/67186049_10211618267931103_5687450978182234112_n-600x600.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Von dem Ganzen habe ich kein passendes Foto gemacht, deshalb zeige ich euch als Beitragsbild den ersten Blick auf den Campingplatz, der in der ersten Reisewoche unser Zuhause war. Im Hintergrund seht ihr Dinas Island, das Ziel unserer Rundwanderung vor einigen Tagen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema hatten Silke uns ich vor etlichen Jahren schon einmal: Damals gaben ihr die Geldautomaten kein Bargeld, mir aber schon. 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