Wow, unsere Kaperfahrt zur Kluterthöhle liegt tatsächlich schon 5 1/2 Jahre zurück. Damals war die Schatzsuche erfolgreich. Die daran beteiligten Piraten zerstreuten sich mit ihrer Beute in alle Winde. Mehrere Schulwechsel, neue Freundschaften und ein Umzug auf die andere Seite der Erdkugel ließen die Crew auseinanderfallen.

Nun führte uns die aktuelle Buchrecherche erneut in die Kluterthöhle*. Die Mädchen sind nun alt genug für die Erlebnistour und wir waren vorletzten Freitag mit Sarah Droska verabredet, das ist die Teamleiterin der Kluterthöhle und eine leidenschaftliche Höhlenführerin. Ohne Piratenkostüm, dafür aber mit robuster Kleidung, Helm, Kamera, Stirnlampen und Taschenlampe sprachen wir im Infozentrum Klutertwelt vor und lernten unsere sympatische Tourführerin kennen.

Ruckzuck hatte sie sich einen feuerroten Overall angezogen und schloss uns das hübsche Tor mit dem Fuchsmotiv auf. Schon auf dem Weg zum Treffpunkt waren uns viele Füchse im Stadtbild aufgefallen. Was mag es damit wohl aus sich haben? Ich nahm mir fest vor, dies bei Gelegenheit mal im Internet zu recherchieren.

In dem Gang, in dem auch die Normalführungen starten, gingen wir an dem Bereich vorbei, der für die Atemtherapie genutzt wird. Dann stoppte Sarah und zeigte nach unten. In einem Linksknick des Hauptganges begann unsere Erlebnistour mit einer kleinen Kletterei hinab in einen schmaleren, niedrigeren Gang. Während wir noch einmal den Sitz unserer Helme und Stirnlampen überprüften und alles zurecht ruckelten, erzählte Sarah uns die Sage vom Fuchsschwanzhalter:

Ein Wanderer, so erzählt man sich, bat um eine Wegbeschreibung nach Limburg. Ein Zwerg riet ihm: „Der kürzeste Weg führt durch die Kluterthöhle. Dieser schlaue Fuchs bringt dich zum Ausgang, halt dich nur gut an seinem Schwanz fest.“ So kroch der Mann tapfer hinter dem Tier her und entkam am Ende sogar einem gewaltigen Riesen, der wütend den Ausgang der Höhle verschüttete, während der Fuchs fröhlich davon sauste und zum Stadtmaskottchen von Ennepetal wurde.

Aha, das Geheimnis der Füchse liegt also in der Kluterthöhle. Kein Wunder also, dass der Fuchs im Stadtbild von Ennepetal allgegenwärtig ist und sogar im Logo der Klutertwelt einen Platz gefunden hat.

Durch immer schmalere und niedrigere Gänge ging es tiefer in den Berg hinein. Wie gut, dass wir Helme tragen mussten, das hätte sonst an einigen Überhängen und Krabbelstellen böse Kopfschmerzen gegeben.

Mehr als einmal musste ich die Kamera an Aurelia nach vorne reichen, weil ich beide Hände benötigte, um voran zu kommen. Manche Stellen waren so eng, dass sich nur die Zwillinge umdrehen konnten, um mit dem Kopf nach vorne weiter zu krabbeln, wir Großen aber mit den Füßen voran die Engstelle passierten.

Unser Weg führte in die Tiefe bis zu einem unterirdischen See. Sein Wasser ist so klar, dass wir es nur sehen konnten, wenn Sarah ein Senkblei an einer Schnur auf die Wasseroberfläche hinab ließ.

Wir balancierten auf Trittsteinen durch einen kleinen Höhlenbach und dachten schon, dass wir mit trockenen Füßen aus der Höhle heraus kommen.

Falsch gedacht! Das war nur ein kleines Vorgeplätscher. etwa 80 cm über der Wasseroberfläche des nächsten Bachlaufs sollten wir unseren Weg auf schrägen, schlüpfrigen Felsen fortsetzen. Die Kinder versuchten es, sprangen dann aber lieber ins Wasser, als sich zu verletzen. Ich startete also gar nicht erst den Versuch, sondern watete von Anfang an durch den fast knietiefen Wasserlauf. Das mag bei 34 Grad im Schatten – wie heute – herrlich erfrischend klingen. Bei 8-10 Grad Höhlen- und Wassertemperatur ist das aber eine echte Mutprobe und wir mussten die Zähne zusammenbeißen, als uns das Wasser von oben in die wasserdichten (!) Schuhe lief.

Die Gänge wurden schmaler und niedriger, einer heißt „Schuhauszieher“ – diesen Namen sollte man ab Schuhgröße 40 durchaus ernst nehmen – ich spreche aus Erfahrung… Mitunter verschwanden alle in einem Loch, vor dem ich dann hockte und gar nicht sicher war, ob ich vorwärts, rückwärts oder gar nicht hindurch passe. Das Glückgefühl, es geschafft zu haben, war hinter jeder Engstelle einfach großartig.

Immer wieder kamen wir zu einer größeren Höhle, die uns staunen ließ. Auch unsere weichen Knie konnten sich bei solchen Staunepausen wieder erholen.

Als wir dann zum Fuchsgang kamen, wagte sich nur noch unsere Nele hinein. Sie kam glücklich strahlend heraus und buchte bei Sarah eine Erlebnistour für ihren Geburtstag.

Diese Tour wird vermutlich das absolute Highlight unserer aktuellen Recherchen im Bergischen Land bleiben. Ich wüsste nicht viel, was diesen Mix aus Sport, Naturkunde, Teamwork und Nervenkitzel toppen könnte.

*Werbung? Aber ja doch! Wir waren im Rahmen unserer Recherchen für das Buch „Glückszeit für Familien – Bergisches Land“ dort, es wird Anfang 2027 im Droste Verlag erscheinen. Dies sind die bereits im Handel erhältlichen Bände dieser Serie: www.droste-verlag.de/buecher/glueckszeit-fuer-familien.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert