Passend zu unserem Paddelabenteuer haben wir uns ein Spiel zugelegt, das auf einem Fluss spielt:

Mein erster Kontakt:

Ganz unspektakulär – in einem Regal in einem Spielwarengeschäft in Hillesheim (ja, in der Eifel gibt es tatsächlich noch gut sortierten Spielwareneinzelhandel, während in den großen Städten sogar Größen wie der Bonner Puppenkönig aufgeben…). Da war ich aber zu Fuß unterwegs, also habe ich es direkt vom Hersteller bezogen.

Das Spiel:

Ziel des Spiels:

Sitze noch trocken im letzten Boot, wenn die anderen drei Boote bereits den Wasserfall hinab gestürzt sind! Gewonnen hat, wer zuerst sechs Medaillen gesammelt hat.

Material:

Spielregel:

Die Story hinter dem Spiel ist lustig für die Kinder: an einem Wasserfall namens Krasserfall findet jedes Jahr ein Wettkampf statt: Vier Boote treiben auf den Wasserfall zu. Wer im letzten Boot sitzt, dass noch oben auf dem Fluss ist, erhält Punkte in Form von Medaillen. Keiner wird beim Sturz zu Schaden kommen, denn die Wettkampfleitung hat am Wasserfall ein Fangnetz gespannt, das alle Bootsinsassen rettet.

Vor dem ersten Spiel muss erst eine Weile gebastelt werden, bis das Spielmaterial einsatzbereit ist.

Das Spiel beginnt, indem die auf eine dünnen Plastikfolie gedruckten Boote über den Spielplan an die Startlinie gezogen werden. An deren anderen Enden hängen Fische, die ein Gegengewicht bilden. Alle Spieler verteilen ihre drei Spielfiguren über die Boote. In jedem Boot muss mindestens eine Figur sitzen.

Dann wird gewürfelt. Vier Würfelseiten zeigen Boote in rot, gelb, grün und blau. Auf einer Würfelseite hüpft eine Figur von einem Boot zum anderen und die letzte Seite zeigt einen Rettungsring.

Wird eines der vier Boote gewürfelt, treibt dies eine Welle näher an den Wasserfall heran. (Das verändert das Kräfteverhältnis zwischen dem Gewicht der Figuren im Boot und dem Fisch im Wasserfall)

Wird der Bootswechsel gewürfelt, muss eine Figur in ein anderes Boot gesetzt werden. Es muss nicht die eigene Figur sein, aber jedes Boot muss mit mindestens einer Figur besetzt sein.

Eine Würfelseite zeigt den Rettungsring. Liegt sie oben, muss der Rettungsring auf den Bug eines anderen Bootes gelegt werden.

Das geht eine Weile gut, aber irgendwann zieht der Fisch das Boot in die Tiefe und die Passagiere landen im Fangnetz. Alle Spieler würfeln weiter, bis nur noch ein Boot auf dem Spielfeld steht. Für die Spieler, denen die verbliebenen Figuren gehören, gibt es Punkte (Medaillien) und die nächste Runde beginnt.

Nun kommen weitere Details ins Spiel: Der Spieler mit den wenigsten Punkten erhält einen Stein, mit dem er ein Boot seiner Wahl beschweren kann, um in der nächsten Runde zumindest eine seiner Figuren besser zu schützen.

Das Siegerboot wird mit seiner Besatzung zur Startlinie gezogen, aber mit einem Gewicht beschwert, damit es in dieser Runde schneller in die Tiefe gezogen wird und vielleicht ein anderes Boot gewinnt.

Im Spiel wird bei uns viel überlegt und diskutiert, taktiert und gelacht – und manchmal auch geschmollt, wenn die Schwester absichtlich das „falsche“ Boot erleichtert hat. Wir brauchen Disziplin, um nicht am Tisch zu wackeln, weil sonst das fragile Gleichgewicht eines Bootes gestört wird.

Bei uns dauert es meist drei oder vier Runden, bis der erste Spieler die sechs Medaillen gesammelt hat, die für einen Sieg nötig sind. Im optimalen Fall kann das aber schon nach der zweiten Runde der Fall sein.

Macht’s uns allen Spaß?

Mir gefällt die innovative Idee, bei einem Brettspiel in die dritte Dimension zu gehen, indem das Spielbrett über den Tisch herausragt und die Boote den Wasserfall hinab gezogen werden.

Bis wir alles erstmalig zusammengebaut hatten, verging eine ganze Weile. Alle Einzelteile wurden sorgfältig aus den Rahmen gedrückt. Die Fische mussten mit den Plastikfolien verbunden werden Das Fangnetz befestigten wir im Spielplan. Dann noch den Spielplan mit Seitenverbindern stabilisieren. Puh, geschafft! Die Zwillinge wurden schon ganz zappelig, bis der Spielplan endlich korrekt lag.

Nach dem ersten Spiel geht es etwas schneller, dann müssen nur noch die Folien durch den Spielplan gezogen und der Spielplan an den Seiten stabilisiert werden. Alle drei Kinder sind etwas genervt von den Booten, die in der Eingangsphase einfach unkontrolliert davon rauschen, wenn sie nicht gut festgehalten werden. Das ist für so kleine Hände etwas tricky und sie sind daher immer froh, wenn ich mitspiele.

Dann aber gibt es kein Halten mehr. Wir bibbern beim Würfeln, dass der Rettungsring nicht von dem Boot entfernt wird, auf dem unsere letzte Figur steht. Wir kauen an Lippen und Nägeln, während eine Figur das Schiff wechselt. Und wir kreischen, bis die Wände wackeln, wenn wieder einmal die Schwerkraft zuschlägt und ein Boot „den Bach runter geht“.

Während es anfangs als reines Glücksspiel betrachtet wurde, haben die Kinder inzwischen erkannt, dass es auf Gewichte, Adhäsionskraft und Schwerkraft ankommt. Ich bin fasziniert von meinen fachsimpelnden Fünfjährigen, die überlegen, ob es besser ist, die große Figur in das Boot an der dritten Welle oder die kleine Figur in das Boot an der ersten Welle zu setzen. Da wird von der Großen unauffällig nachgesehen, ob der Fisch mit Gewichten beschwert ist oder zwischen dem Stein und dem Rettungsring abgewogen. Also hat es wohl sogar einen Hauch von Lernspiel.

Steckbrief:

  • Name: Krasserfall*
  • Hersteller: Ravensburger*
  • Spieler: 2 bis 4
  • Alter: 6+ (offiziell), 5+ (nach unserer eigenen Spielerfahrung)
  • Dauer: maximal 20 Minuten
  • Spielart: Brettspiel, bei dem der Glücksfaktor größer ist als der Taktikfaktor
  • Warnung: funktioniert nur an hohen Tischen (Küchentisch, Esstisch, Schreibtisch,…), nicht auf dem Boden oder Couchtisch
  • Preis: etwa 35 Euro
  • Resümee: Obwohl der Aufbau jedes Mal einige Minuten dauert, ist das ein herrlich rasantes Spiel für zwischendurch.

*Werbung? Ja, durch Nennung von Produkten und Marken. Und zwar ohne Vergütung, aber aus voller Überzeugung!

1 thought on “Krasserfall: ein lustiges Spiel am Rande eines Wasserfalls

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