Das Christkind hat meinen Wunschzettel gelesen und mir mehrere Krimidinner-Sets gebracht. Potenzielle Mitspieler waren schnell gefunden: Es mussten Menschen mit wachem Blick und Fantasie sein, die Lust auf etwas Neues haben. Aurelia und ich mussten nicht lange überlegen, wer dafür infrage kommt – die Liste füllte sich, Termine waren schnell gefunden, und schon standen die ersten drei Krimidinner fest.

So stellt sich die KI diesen Mord vor…

Setting

Am meisten reizte mich „Mord durch Gartenzwerg“ von Gourmet Criminelle®*. Das sollte unser erstes Abenteuer werden: Nach einer Gartenparty in der Schrebergartenkolonie „Sommerglück“ wird die Künstlerin Ines Kleist tot aufgefunden. Verdächtig sind sechs Laubenpieper aus dem Veilchenweg.

Vorbereitung

Für unsere sechs Laubenpieper legte ich eine WhatsApp*-Gruppe an. Alle erhielten Links zu ihren Rollen, inklusive Kostümtipps. Aurelia besorgte einen großen Gartenzwerg für den Spieltisch und kleine Zwerge als Deko. Dazu legten wir Samentütchen mit Sommerblumen bereit – eine kleine Erinnerung an unseren Nachmittag.

Wir dekorierten Küche und Wohnzimmer so, wie wir uns den Tag nach einer Gartenparty vorstellen: Girlanden, Wimpel und Blumen. Gegessen – entschuldigt: diniert – wurde in der Küche, ermittelt im Wohnzimmer. Dort lagen Rollenhefte, Stifte, Notizpapier, Hinweisumschläge, Regieanweisungen und das Gastgeberheft bereit.

Auch die JBL®-Box stand parat, um die Stimme der Kommissarin abzuspielen. Das ist kein Muss, aber sehr praktisch, weil niemand lange Textpassagen vorlesen muss.

Rollen

Es wird empfohlen, dass die Gastgeberin die Rollen verteilt. Das hatte ich mich bei meinem allerersten Krimidinner nicht getraut. Also ließ ich meinen Gästen die Wahl – und es passte perfekt!

Aurelia spielte die 49-jährige Kosmetikerin Tina Tinker so überzeugend, dass wir manchmal fast vergaßen, wie jung sie noch ist. Mit hohen Stiefeln, Minirock und ständig kläffendem Schoßhündchen (von der kleinen Schwester ausgeliehen) ging sie ganz in ihrer Rolle auf.

Neben ihr saß die ätherische Heilerin und Meditationslehrerin Olivia Branson, gespielt von einer Freundin aus Brühl. Ganz in der Rolle kam sie mit dem Lastenrad angefahren, die Yogamatte unter dem Arm. Zu Beginn der Befragung räucherte sie erst einmal unser Wohnzimmer aus, um die bösen Geister der Tat zu vertreiben.

Unser Schräg-gegenüber-Nachbar – der einzige Mann in der Runde – trat als Selfmademan Hendrik Kloosters auf und hatte sich sogar einen feinen Anzug über das schlecht sitzende Hemd gezogen.

Mit einem typischen Kleingärtnerhut stellte meine Gewandhaus®-Kollegin den temperamentvollen Vorsitzenden des Kleingartenvereins Bodo Kneif dar, der mit dem Mordopfer verheiratet war.

Die befreundete Basketball-Mutter streute sich Babypuder ins Haar, um eine weißhaarige Dame darzustellen: die neugierige Historikerin Dr. Gertrud Seehaus, 72, mit der ich ein Geheimnis teilte. Denn ich spielte ihren Ehemann, den Archäologen Klaus Seehaus, 76.

Die Geschlechter- und Altersgrenzen waren an diesem Tag fließend: Zwei männliche Laubenpieper wurden von Frauen gespielt, beim Alter wurden bis zu 35 Jahre kompensiert – und niemand störte sich daran.

Kulinarik

Auf der passenden Webseite wird zu diesem Krimi ein Dreigänge-Menü empfohlen, das in den jeweiligen Ermittlungspausen eingenommen wird. Da wir am Nachmittag spielten, verwarfen wir den Vorschlag (Bruschetta mit Ei-Nuss-Mischung, Kürbis-Thymian-Quiche und Orangen-Tiramisu).

Unsere Speisenfolge orientierte sich an den üblichen Ernteüberschüssen im Schrebergarten:
Vorspeise – „Frisch aus der Furche“ (Maulwurftorte, Obstspieße)
Hauptgang – „Radieschen von unten“ (Quitten in Whisky, Chakalaka, Salat, Dinkel-Möhren-Stangen)
Dessert – „Kalt gemacht“ (selbstgemachte Kiwi-Eislollis)
Getränke – „Zielwasser“ (Kaffee, Wasser, selbstgemachter Quittensaft)

Leider hatten wir schon alles weggefuttert, als mir einfiel, dass ich davon Fotos machen könnte. Nur vom Quittensaft gibt es eine denkbar unspektakuläre Aufnahme. Sorry!

Das Spiel selbst

Wir haben „Mord durch Gartenzwerg“ an einem Sonntagnachmittag im Januar zu sechst gespielt – für uns alle war es das allererste Krimidinner überhaupt und die Gäste kannten sich untereinander nicht, weil Aurelia und ich sie aus unterschiedlichen Lebensumgebungen kennen: Schule, Nachbarschaft, Gewandhaus und Basketball. Entsprechend gespannt (und ein kleines bisschen nervös) waren alle vorher. Diese Sorge war aber völlig unbegründet, denn wir hatten von Anfang an einen großartigen, unglaublich lustigen und spannenden Abend.

Das Spiel ist sehr gut aufgebaut und erklärt, sodass man sofort ins Geschehen findet. Auch als komplette Krimidinner-Neulinge fühlten wir uns nie überfordert. Die Rollen sind abwechslungsreich, mit viel Humor geschrieben und lassen genug Spielraum, um sich richtig auszuleben. Schon nach kurzer Zeit wurde diskutiert, verdächtigt, gelacht und improvisiert – genau so, wie man es sich von einem Krimidinner erhofft.

Besonders gut gefallen hat uns, dass die Geschichte spannend bleibt und immer wieder neue Hinweise ins Spiel kommen. Bis zum Schluss hatten wir verschiedene Theorien, wer der Täter sein könnte, und die Auflösung war für uns absolut stimmig und überraschend. Niemand saß untätig herum, alle waren durchgehend eingebunden.

Auch die Möglichkeit, Materialien digital zu bekommen, fanden wir sehr praktisch. Insgesamt merkt man dem Spiel an, dass es mit viel Liebe zum Detail gemacht ist.

Nach dem Krimidinner

Schon eine Woche nach der Bestellung fragte die Herstellerin an, wie uns das Krimidinner gefallen hat und ob wir Verbesserungswünsche haben. Ich habe ihr direkt nach dem Dinner geantwortet und dabei auch gefragt, welches Spiel aus Ihrem Haus sie uns empfiehlt und ob sie für die kleinen Schwestern auch Krimidinner in petto hat. Das ist ihre Antwort:

Wenn Ihnen das Setting von Mord durch Gartenzwerg gefallen hat dann wären Blutsand am Nordseestrand, Hirschruf in den Tod oder Fatales Fußballfinale bestimmt ebenfalls interessant. Kurzbeschreibungen der Rollen finden Sie zu jedem Spiel auf unserer Webseite (gourmetcriminelle.de).

Für eine jüngere Zielgruppe haben wir aktuell leider noch keine Spiele in der Entwicklung, es könnte aber sein das wir hier in Zukunft ebenfalls Fälle herausbringen.

Fazit:

Ein perfekt gelungener Einstieg ins Thema Krimidinner, der uns komplett abgeholt hat. Wir sind total geflasht – und ziemlich sicher, dass dies nicht unser letzter Mord am Esstisch war.💚🕵️‍♀️🌱

Eckdaten:

  • Tod durch Gartenzwerg
  • von Amaringa Games
  • https://gourmetcriminelle.de
  • 4-6 Spieler
  • ab 16 Jahre
  • 3 männliche, 3 weibliche Rollen
  • 6 Rollenhefte
  • 3 Regieanweisungen für 4 – 5 – 6 Spieler
  • Gastgeberheft, Auflösung
  • Audiodateien, Playlist, Rezeptvorschläge
  • Preis aktuell etwa 25 €

*Die Nennung der Marken dient der Verdeutlichung, ich erhalte dafür keine Gegenleistung.

2 thoughts on “Krimidinner 1: Mord durch Gartenzwerg (Gourmet Criminelle®)

  1. Da wäre ich gerne dabei gewesen.
    Übrigens habe ich hier zwei Schubladen voll teils stark teils ungespielte Spiele, darunter zwei Escape-Room Spiele, die Meisten noch gut in Schuss.
    Falls ihr Euch davon mal was aussuchen mögt, kommt gerne vorbei.

  2. Danke für den guten Tipp. Wir wollen das schon lange mal ausprobieren, konnten uns aber nicht entscheiden, mit welchem Krimidinner wir beginnen. Dieses hier hört sich ganz vielversprechend an.

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