Während meiner Recherchetour in Italien konnte meine Lektorin  das Manuskript mit den Weihnachtsgeschichten überfliegen.  Sie kommt nicht aus der Region und las gleich mehrfach etwas über Döppekooche. Das machte sie neugierig und sie bestand darauf, dass auch ein Rezept von Döppekooche ins Buch kommt.

Ich hatte lange keinen mehr gemacht. Also musste zur Sicherheit – rein zu Recherchezwecken –  einer gebacken werden. Aurelia erwies sich als die gewohnt gute Küchenhelferin,  Sie pinselte die Form sorgfältig mit Fett aus, zählte Zwiebeln, trennte Eier,.. Wie schön, eine große Tochter zu haben, mit ihr macht die Küchenarbeit inzwischen richtig Freude.

Gut, Nele und Cari haben auch mitgeholfen. Aber auf ihre Art, wir mussten also zwischendurch eine halbe Tüte Mehl vom Boden, aus dem Fell des Hundes und den Augen des zweiten Zwillings entsorgen. Leider war in der Eile keine Kamera zu finden.

Aber das Rezept für das Manuskript steht:

Das Originalrezept ist für 10 Portionen, die Abwandlung für 3-4 Personen:

Original: Kleinfamilienportion:

5 kg Kartoffeln 2 kg Kartoffeln
8 Zwiebeln 3 Zwiebeln
(8 Mettwürstchen) (3-4 Mettwürstchen)
(250 g durchwachsener Speck) (100 g durchwachsener Speck)
5 Eier 2 Eier
3 EL Mehl 1 EL Mehl
3 EL Salz* 1 EL Salz*
½ EL Muskat ½ TL Muskat
Pfeffer Pfeffer
4 EL Öl 2 EL Öl

Backofen auf 220°C Umluft vorheizen.

Kartoffeln schälen, waschen und reiben. Geriebene Kartoffeln ausdrücken. Das ausgetretene Kartoffelwasser stehen lassen und bis auf den Bodensatz an Stärke abschütten, diese kommt wieder zurück in den Teig. Zwiebeln schälen und reiben. (Mettwürste in Scheiben schneiden, Speck würfeln.)

Kartoffeln, Zwiebeln, Eier, Mehl, Salz (wenn Wurst und Speck verwendet werden, lieber nur die Hälfte der angegebenen Menge Salz), Pfeffer und Muskat in eine große Schüssel geben und gründlich vermengen. Den Boden und die Seiten eines großen Bräters mit Öl bedecken. Die Wurstscheiben und den Speck zum Kartoffelteig geben und untermengen.

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Döppekooche

Den Kartoffelteig mit einer Kloßkelle in den Bräter geben und ohne Deckel im vorgeheizten Backofen ca. 2 Stunden (Kleinfamilienportion 1,5 Stunden) braten. Sobald die Kruste genug für Sie ist, den Deckel auflegen und die Hitze auf 190°C reduzieren. Köstlich, nach wie vor.  Alle Kinder haben reichlich davon gegessen, meine Mutter sogar eine sehr üppige Portion. Nur vom Ewigmäkeligen kam „zu viel Muskat“. Das ist bei ihm, der sonst in seinen Bemerkungen meiner Kochkunst nur über eine Skala von „naja, genießbar“ bis „lass uns lieber Pizza bestellen“ verfügt, schon glatt ein Lob.

Und weil wir ohnehin schon einmal dabei waren,  haben wir auch gleich noch einen Rhabarberstreuselkuchen gebacken.  Aurelia und Oma naschten zusammen bestimmt ein halbes Pfund Streusel, bevor das Blech überhaupt im Ofen war. Gut, dass ich ohnehin immer die doppelte Menge Streusel mache.  Ein zweites Mal an einem Tag etwas aus meiner Küche zu essen, wäre dem eben genannten Kritiker zu viel gewesen, also fuhr er fünf Minuten vor Ende der Backzeit mit Aurelia zur Eisdiele.  Auch gut, so blieb mehr für uns – und Aurelia nimmt ihn auch gerne mit in den Kindergarten.

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