Tür 18 ist die WC-Tür.

Ein solches Räumchen nennt sich ja in Bauplänen immer so schön „Gäste-WC“. Aber bei uns wird es wesentlich häufiger genutzt als das andere WC – nicht nur von Gästen.

Neben der üblichen Ausstattung mit WC, Handwaschbecken und Mülleimer könnt ihr hier noch meinen Stuhl-Stuhl, einen Tritt für die Kleinen, um das Waschbecken zu erreichen, eine Klobrillenverkleinerung und einen Teil meiner Bibliothek entdecken.

Eine Erbkrankheit, vermutlich auf der väterlichen Linie, ist nämlich meine Vorliebe, während des Toilettengangs zu lesen. Ich habe bei meinem Umbau über der Toilette ein Bücherbord gemauert und verfliesen lassen. Neben der Toilette steht ein Zeitschriftenständer mit Geo, Natur, Globetrotter-Magazin, Jako-o-Katalog, …

Als mein Vater das Haus baute, lag ziemlich genau an dieser Stelle die einzige Toilette im Haus. Diese teilte er sich mit meiner Mutter, seinen Eltern und seiner Schwester nebst Schwager und Nichte. Meine Mutter berichtet über wibbelnde und einkneifende Wartende, die ihn mit absolut nicht jugendfreien Flüchen überzogen, während er drinnen in entspanntem Wohlbehagen die Zeitung umblätterte. Dieses leise und unschuldige Geräusch brachte meine Tante an einem Tag so auf die Palme, dass sie ihren Mann dazu brachte, endlich eine eigene Wohnung zu suchen. Vorher waren Geiz und Bequemlichkeit größer gewesen. Warum eine Wohnung gegen Geld mieten, wenn es sich doch so viel bequemer und günstiger beim Bruder leben ließ?!

 

Wichtigste Utensil in diesem Raum ist aber zweifelsohne die Spangenkrake, die ich vor Jahren spontan bei Jako-o gekauft hatte, als ich nachts in eine Spange mit einem aufgeklebten Hello Kitty Motiv gelatscht war, die auf dem Boden lag. Das Gefühl lässt sich am besten mit „barfuß-auf-Legostein“ umschreiben. Nun hängen sie alle brav an den Stoffstreifen. Naja, meistens. Wenn ich grade aufgeräumt habe. Denn Cari kann sich stundenlang damit beschäftigen, die Spangen abzuzupfen und wieder anzuklippen. Wird sie dabei gestört, bleibt der Rest eben am Boden liegen und lauert mir beim nächsten nächtlichen Toilettengang auf.

Witziges Detail ist ein eingemauerter Spiegel. Beim Auswählen der Fliesen waren mir diese wulstigen Teile aufgefallen und ich bat den Fliesenleger und einen befreundeten Glaser, daraus einen Spiegel zu bauen, der fest mit der Wand verbunden ist.

Bis Anfang November verhinderte ich mit einer Sitzverkleinerung, dass Cari bei ihren „Kann-alleine-Pippi!“-Aktionen ins Klo fällt. Sie lehnt das Töpfchen ab und liebt die große Toilette. Das ist mir sehr sympathisch, aber andererseits etwas lästig, denn wenn Erwachsene die Toilette aufsuchen, liegt das bunte Plastikteil immer noch auf der Brille. Doch dann gab es bei Lidl Toilettendeckel mit zwei verschiedenen Löchern. Damit ist unser Problem gelöst. Nichts liegt herum und der Deckel lässt sich schließen. Auch wichtig, denn sonst fällt immer ‚mal wieder etwas ins Wasser, was da gar nicht hinein gehört…

 

 

 

2 thoughts on “Adventskalender 2017 – Tür 18

  1. Kicher! Und eben weil mein Vater mein Vater stundenlang das Bad blockiert hat, bin ich meinen Großeltern ewig dankbar, dass sie Klo und Badewanne in getrennten Räumen untergebracht haben.

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