Fester Bestandteil in unserem Jahresprogramm ist Anfang September eine Fahrt zur TourNatur. Sie findet immer am zweiten Wochenende der CaravanSalon statt, sodass wir uns auch gleichzeitig die verschiedensten Wohnwagen, Wohnmobile, Mobile Homes und Dachzelte anschauen können.

Die Kinder sehen diese Outdoormesse vermutlich als einen riesigen Freizeitpark an.

Kein Wunder, denn sie können sich auf Hüpfburgen auspowern, an einer Messe-Rallye teilnehmen, malen, basteln und raten. Sie bekommen Fußspuren von Enten, Dachsen und Feldhasen erklärt, lassen sich Buttons mit ihren Namen pressen und bestaunen Fahrrad-Akrobaten.

Aurelia klettert jedes Jahr im Hochseilgarten. Die beiden Kleinen stehen dort immer etwas traurig daneben. Aber die Mindestgröße ist nun leider ganz strikt 110 cm. Immerhin: diese Marke wird Nele bis zur nächsten Messe knacken können, schätze ich.

Hinzu kommt, dass sie überall an den Messeständen nett empfangen werden und sich den ganzen Tag mit den dort geschenkten Gummibärchen, Äpfeln, Bonbons und Traubenzucker vollstopfen dürfen. Ach, und die Wurst nicht zu vergessen, eine besondere Leidenschaft meiner Mutter und meiner Tochter Nele ist es, an den Ständen aus Bayern, Österreich und den Mittelmeerländern die verschiedensten Sorten Salami zu probieren.

Auch mir gefällt es auf dieser Messe immer sehr gut. Ich kann mein Fernweh füttern, indem ich mich über hunderte neuer Zielregionen informiere. Ich besuche meine Verleger und treffe nette andere Blogger. Zumindest minutenweise kann ich davon träumen, ein eigenes Wohnmobil oder einen eigenen Wohnwagen zu haben. Natürlich habe ich bei dieser Messe auch am LMC-Stand vorbeigeschaut und mich persönlich für den Wohnwagen bedankt, den wir im Frühjahr ausgeliehen bekommen hatten.

Ich kann hier sogar auf ganz kurzem Weg Fragen zu aktuellen Buchprojekten stellen. In diesem Jahr bekam ich dabei einen guten Tipp für eine Wanderung in Vianden und eine detaillierte Karte der Urdenbacher Kämpe zwischen Düsseldorf und Monheim. Am Stand des Bergischen Landes erhielt ich eine positive Rückmeldung zu meinem Mausbuch und der Herr am Stand der Balearen lobte meine Rundwanderungen auf Mallorca.

Jaja, das hört sich alles nach heiler Welt an, ich weiß. Aber das brauche ich manchmal auch. Einfach nur ein paar nette Worte mit Menschen austauschen, mit denen ich zusammenarbeite, zusammen gearbeitet habe oder mir eine Zusammenarbeit vorstellen kann. Das ist ja quasi meine Arbeitskollegen. So sehr ihr vielleicht eure Kollegen an manchen Arbeitstagen verflucht, solltet ihr euch bewusst machen, dass ich euch manchmal (!) beneide. Ihr habt immerhin Arbeitskollegen, die euch zum Geburtstag gratulieren, bei einem Neugeborenen für ein Geschenk sammeln, euch Tipps für die Behandlung kranker Kinder geben und mit euch auf Weihnachtsfeiern gehen. Das habe ich alles gar nicht. Ich sitze allein zuhause am Rechner, wenn ich nicht grade für eine Recherche unterwegs bin. Meinen Geburtstag kennen die anderen Autoren, die Lektoren, Layouter und Verleger gar nicht. Die Geburt von Kindern ist ebenso lästig wie deren Krankheiten, weil ich dadurch die vereinbarten Termine für die Manuskriptabgabe nicht einhalten kann. Und im Dezember gibt es allenfalls eine Weihnachtskarte oder -mail.

Auf diese Weise ist diese Messe Freizeitpark für die Kinder und gleichzeitig meine Betriebsweihnachtsfeier. Also: einfach schön! (Einmal abgesehen von den wehen Füßen am nächsten Tag)

 

6 thoughts on “Caravan Salon und TourNatur

  1. Da ist gerade was Witziges passiert, was ich so noch nicht hatte:
    Ich habe hinter den Satz meines gerade abgegebenen Kommentars ein Smiley und ein Fragezeichen gesetz (ich hasse die neue Nachlässigkeit, keine Fragezeichen mehr bei Fragen zu setzen) und habe auf Senden geklickt.
    Da sprang ein Poup auf mit der Benachrichtigung: „Du schreibst deine Kommentare zu schnell. Bitte etwas langsamer.“ Fehler beim Senden des Kommentars.
    Wie witzig ist das denn? Hast du das so programmiert, Ingrid?

    1. Nein, das kenne ich auch nicht und habe es auch nicht eingestellt. Aber ist ja ein netter Zug von diesem Popup (mir gefällt deine Abkürzung Poup 😉 übrigens sehr)

  2. WordPress hat mir diesen Artikel wiedermal ganz verheimlicht, nur als ich eben was bei den Fernwehkindern nachschauen wollte (ich habe schon wieder vergessen was, ich werde ALT) stolperte ich über diesen Artikel.

    Auch wenn ich nach LAAAAngen Jahren des umherreisens (beruflich) froh bin dass ich endlich mehr zuhause bin (einfach mal eine Verabredung in der Woche treffen!) habe auch ich das Problem, dadurch dass ich jetzt auch viel zuhause arbeite (HomeOffice) den direkten Kontakt vermisse. Ich telefoniere viel mit meinen Kollegen und Ansprechpartnern im Unternehmen aber viele habe ich noch nie gesehen. Grundsätzlich komme ich damit gut zurecht, ich habe dadurch ja auch viele Freiheiten, aber 1-2 Mal die Woche fahre ich dann doch die 60 km (einfach Strecke) nach Hannover, wo ich ja auch ein Büro habe um Mal „unter Menschen“zu kommen. Die Kollegen dort sind auch supernett, aber eben auch keine mit denen ich, bzgl meiner Aufgaben, zu tun habe, mit denen telefoniere ich auch wenn ich in Hannover bin. In dem letzten Jahr hat sich meine Teamzugehörigkeit geändert (Chef ist gleich) und die Masse meines neuen Teams sitzt in Nürnberg. So hat sich auch meine Reisetätigkeit (ich versuche jetzt alles 8-12 Wochen mal die Kollegen zu treffen) nach Franken verlagert.
    Ich bin ja eher der Einzelgängertyp aber manchmal muss ich halt doch unter Menschen…. der Mensch an sich ist halt ein Herdentier.

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