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Danke für eure netten Worte zu meinen Gedanken nach dem Brandeinsatz am Dienstag. Wie gut, dass nicht mehr passiert ist.

Klinik

Sowohl die Nachbarszwillinge als auch ich sind mit dem Schrecken davongekommen. Die beiden wurden abends noch aus der Klinik entlassen. Da ich es den Rettungskräften versprochen hatte, begab ich mich nach dem Abholen der Kinder auch in die Klinik.

Als Ersthelferin war ich ein BG-Fall, wurde also von doppelt so vielen Ärzten angeschaut, befragt und untersucht. Natürlich dauerte es auch mehr als doppelt so lange, bis ich mich wieder auf den Weg nach Hause machen konnte.

Dabei habe ich wieder etwas gelernt: Ich kenne doch noch nicht alle Arten von Spritzen. Durch meine jahrzehntelange Allergie-„De“sensibilisierung (heute heißt es nur noch „Hypo“sensibilisierung) bin ich Spritzen gewöhnt. Auch Blutabnahmen aus der Vene beim Arzt oder der Blutspende machen mir gar nichts. Nicht einmal die Punktionen im Rücken bei der Hirnhautenzündung und den Kaiserschnitten habe ich als übermäßig schmerzhaft empfunden. Aber jetzt kommt ein großes ABER: Richtig fies ist die Abnahme von arteriellem Blut aus dem Puls!

Das musste sein, um die Blutgase zu untersuchen.

Zum Glück waren die Werte so weit okay, dass eine Sauerstoffgabe ausreichte, bevor ich wieder nach Hause radelte. Hellwach! Das ersetzt zwei Liter Energy Drink…

Zuhause

Als ich wieder zurück war, warteten meine Jacke und meine Schuhe schon auf mich. Die Nachbarn waren nach ihrer Rückkehr aus der Klinik sofort gekommen, um sich zu bedanken. Von den Kindern wurde ich angesichts meines Pflasters ausgiebig bedauert. Meinen darunter verborgenen Bluterguss zeigte ich ihnen an dem Abend gar nicht. Inzwischen ist er aber nicht mehr zu verheimlichen:

Ich bekomme noch mehr Trost, Kühlpäckchen, Pflaster, Creme und Küsschen von den Kindern. Das Feuer beschäftigt sie sehr. Sie haben es sogar geschafft, die Nachbarn zu bequatschen, ihnen die zerstörte Küche zu zeigen. Alle unsere Rauchmelder wurden mehrfach inspiziert. Und Feuerwehrmann Sam ist der Held, mit dem aktuell am meisten gespielt wird:

Ehrung

Am Donnerstag musste ich dann bei einer Mail lachen: Steph mailte mir ein Fotos, schrieb „Daumen hoch !!!“ und verlieh mir den Titel „Tân Fire“.

Diolch yn fawr!

Hach, Fernwehanfall! Da werde ich sogar nach einem Küchenbrand an mein Wales erinnert.

Tân ist das walisische Wort für Feuer, die Feuerwehr in Wales trug Mitte der 1990er Jahre solche Rückenschilder. Eins davon hatte er sich bei unserer Teilnahme an einer National Ambulance Show im südwalisischen Aberdare gegen ein deutsches Rückenschild „Rettungsdienst“ ertauscht.

Schön zu sehen, dass andere Menschen auch so viele kuriose Andenken verwahren. Ich habe von der Tauschaktion am letzten Tag dieses Treffens sogar noch eine gelb-grüne Jacke der London Paramedics in meinem Schrank hängen.

2 thoughts on “Tân Fire

  1. Gibt es nicht für die Bestimmung des Sauerstoffs so nen Messfühler den man auf den Finger steckt?
    Ich bin Spritzen auch von klein auf gewöhnt. Allerdings werde ich mich nie daran gewöhnen, wie Leute mit meinen Venen umgehen. Der neueste Rekord 2019 liegt bei sechs Versuchen, eine Vene zu treffen um einen Zugang zu legen.
    Feuerwehrmann Sam kenne ich gar nicht und dass Rettungsleute wie Fußballer die Klamotten tauschen, war mir auch neu.

    1. Ja, das ist die Sache mit dem Pulsoxymeter. Wurde bei mir im RTW auch zweimal gemacht. Damit kann nur die Sauerstoffsättigung im Blut gemessen werden, der Wert war wohl suboptimal, deshalb musste ich dann doch in die Klinik, weil mit dem fiesen Stich, z.B: auch Kohlendioxyd gemessen werden kann.

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