…liegt auch für meine Kinder auf dem Rücken der Pferde. Naja, wenn wir es genau nehmen, ist der Plural übertrieben. Es war ein Islandpferd und ein Pony, denen ich deutlich näher kommen musste, als es mir lieb war.

Bislang konnte ich mich immer vor den vom Hotel angebotenen Ausflügen zum Gestüt Steinachtal im benachbarten Weidenberg drücken. Mal war es zu glatt, mal zu schneereich, zuletzt kollidierte es mit Aurelias Skikurs. Nun aber gab es keine Ausreden mehr für mich.

An einem herrlich sonnigen Morgen warteten das Islandpferd Polly und das Pony Schlumpfine mit einer sehr netten jungen Dame auch die drei Mädels. Alle durften dabei helfen, das Fell zu putzen, die Hufe auszukratzen und die Pferde zu satteln. Leider hörte ich von Cari viel zu oft „Mama, hilf mir bitte!“ und musste mich auch nähern. Dabei hatte man mir doch an der Rezeption versprochen, dass das Reiten nur für die Kinder angeboten wird…

Ja, ich gebe es zu, ich habe Angst vor Pferden. Das ist vollkommen unberechtigt, ich weiß. Und ihr dürft euch darüber genauso lustig machen, wie ich mich über Leute amüsiere, die Angst vor Regenwürmern oder Spinnen haben. Ich stehe zu dieser Angst und kann sie nicht einmal begründen. Ich bin in meinem Leben noch nie geritten, Ein Trauma durch Abwurf kann also ausgeschlossen werden. Mich hat kein Pferd getreten, gebissen oder sonstwie verletzt. Es ist eine unerklärliche und unbegründete Angst.

Egal, die Liebe zu meinen Kindern ist größer. Deshalb striegelte ich das Pony mit Cari, weil sie es sich wünschte. Ich half Nele dabei, ihr Pony zu führen. Beiden half ich beim Verfüttern von Bananen (ich wusste gar nicht, dass Pferde Bananen mögen). Und ich kam Aurelias Pferd beim Fotografieren so nahe, dass ich seinen warmen Atem spüren und riechen konnte.

Es ist, wie so oft im Leben. Man fürchtet sich vor dem Unbekannten. Wer als Kind nie geritten ist und weder durch Schwestern noch durch Freundinnen zum Pferdenarr wurde, bekommt es mit der Angst zu tun. Mit Kühen und Eseln hatte ich nie und nirgendwo Probleme. Kamele habe ich in Tunesien und beim Lamatrekking als liebenswerte Tiere kennen gelernt. Aber mit Pferden hatte ich nie zu tun.

Wie gut, dass meine Kinder Pferde mögen. So nah wie hier wäre ich einem Pferd sonst freiwillig nie gekommen. Und siehe da: so schlimm war es gar nicht. Ich habe es überlebt und werde mich beim nächsten Mal etwas mutiger und entspannter sein.

2 thoughts on “Das Glück der Erde…

  1. ….ja ja, was der Bauer nicht kennt. Ich hätte viel mehr die Angst vor Eseln, Kamelen usw. Ich durfte als Kind – das war vor 40 Jahren ein eigenes Pferd haben. Ich habe sogar an Turnieren teilnehmen dürfen. Ich werde nie den frühen Tagesbeginn vergessen, wenn ich mit meinem Mofa durch die noch schlafenden Stadt und durch die Felder gen Pferdestall fuhr,um mein Pferd Turnierfähig zu machen. Später kam dann mein Vater und wir verluden das Pferd in den Hänger. Auch die Momente , wenn mein Pferd mit mir Schabernack mit mir machte.
    Pferde können sehr sanft und liebebedürftig sein – gönnen sie ihren Kindern diese Erfahrung.
    Viele liebe Grüße
    Ingrid Aderhold
    Ich lese Ihre Kommentare immer gerne. Behalten Sie die Motivation, uns weiter zu berichten.

    1. Liebe Ingrid, danke für die warmen Worte und das Plädoyer pro Pferd. Vielleicht können wir ja doch noch Freunde werden, die Pferde und ich…

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