Nachdem uns das erste Krimidinner (Tod durch Gartenzwerg) so gut gefallen hatte, ging es an die Planung des nächsten Krimidinners.

Setting

Aurelia freute sich am meisten auf „Zirkus“ von Mord bei Tisch*. Das Setting: Im Zirkus Martini kam es kurz vor einer Aufführung zu einem Brand – und dann wurde auch noch der Tierdompteur erdolcht aufgefunden.

Vorbereitung

Für die acht Spieler legte ich eine WhatsApp*-Gruppe an. Alle erhielten Links zu ihren Rollen, inklusive Kostümtipps. Wir besorgten Zirkusdeko und überlegten, was wir essen könnten. Es würde voll werden: 8 Zirkusleute für das Krimidinner, dazu vier Zirkuskinder und zwei Hunde.

Wir dekorierten Küche und Wohnzimmer so, wie wir uns den Salonwagen in einem Zirkus vorstellen: alles in Rot und Weiß, dazu eine Lichterkette mit Clownsnasen. In der Küche wurde Platz für das Buffet geschaffen, das Kinderzimmer sollte die Zirkusschule werden und ermittelt wurde im Wohnzimmer = Salonwagen. Denn dort saßen wir ja laut Spielanleitung fest, bis die Polizei und einzeln verhören konnte. Hier lagen Rollenhefte, Stifte, Notizpapier, Hinweisumschläge, Regieanweisungen und das Gastgeberheft bereit.

Auch die JBL*-Box stand parat, um die bei Spotify* hinterlegte Playlist abzuspielen. Leider gab es bei diesem Krimidinnerset keine Audiodateien, die z.B. die Stimme der Kommissarin oder des Kommissars enthielten. Also musste ich als Gastgeberin zu Beginn des Abends und am Ende bei der Auflösung lange Textpassagen vorlesen.

Rollen

Es wird empfohlen, dass die Gastgeberin die Rollen verteilt. Dazu fehlte mir beim Gartenzwerg und hier einfach der Mut. Also ließ ich meinen Gästen die Wahl – und wurde nicht enttäuscht!

Ist er nicht wunderschön, mein Rock?

Um den Tisch saßen mit uns Nachbarn, eine gute Freundin und Basketballeltern. Die Popcornverkäuferin hatte sich sogar die passende Uniform gekauft, der Zirkusdirektor kam in Anzug und Melone und machte seiner Gattin, der eleganten Schlangenfrau, ein Kompliment nach dem anderen. Über die lustige Nase des kunterbunten Clowns amüsierten wir uns bei jeder Bewegung. Aurelia als Hochseilartistin setzte sich nicht mit an den Tisch, sondern turnte auf dem Boden und auf der Fensterbank herum. Der Zauberer David Black kam ganz in Schwarz – Nomen est Omen – mit Glitterhose. Ich selbst hatte mich als altbackene Zirkuslehrerin so trutschig angezogen, dass meine Kinder mich beim Anblick von Blümchenrock, Blümchenbluse (natürlich nicht zueinander passend) und Gretchenzöpfen offen auslachten.

Die Geschlechter- und Altersgrenzen waren an diesem Tag fließend: Der Zauberer wurde von einer Frau gespielt, beim Alter wichen wir bis zu 25 von der Story ab – und niemand störte sich daran.

Kulinarik

Auf der passenden Webseite wird zu diesem Krimi ein Dreigänge-Menü empfohlen, das in den jeweiligen Ermittlungspausen eingenommen wird. Der Vorschlag klang gut: Kokos-Kürbis-Suppe, Spaghetti mit Tomaten-Garnelen-Soße und Panna Cotta mit Erdbeersoße. Da wir aber keine Garnelen mögen und eine Veganerin in der Spielrunde war, dachten wir uns ein anderes Menü aus – und sind dabei vollkommen eskaliert…

Unsere Speisenfolge nannten wir „Salat Mortale“ – sie war so üppig, dass wir an den Resten noch am übernächsten Tag aßen.
Vorspeise – „Manege frei!“
Hauptgang – „Ohne Netz und doppelten Boden“
Dessert – „Der letzte Applaus“

Diesmal konnte ich auch noch einige Fotos machen, bevor sich die hungrigen Zirkusleute über das Buffet hermachten:

Das Spiel selbst

Wir haben „Zirkus“ an einem Freitagabend im Februar gespielt. Das Spiel ist für 6 bis 8 Spieler gedacht, wir hatten zunächst alle Rollen besetzt. Als dann kurzfristig eine Spielerin krank wurde, war ich froh, mein Rollenheft noch nicht gelesen zu haben. So konnte ich in die Regieanweisung schauen und stellte fest, dass ausgerechnet meine Rolle bei 7 Spielern entbehrlich ist. Also musste ich noch kurz vor dem Dinner TInas Rolle übernehmen. Das war aber gar kein Problem, das Spiel ist sehr gut aufgebaut und erklärt, sodass man sofort ins Geschehen findet.

Für vier von uns war es das allererste Krimidinner überhaupt, für drei das zweite Mal. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass Aurelia mit ihren 14 Jahren deutlich jünger ist als die empfohlene Altersfreigabe ab 16. Das Spiel stellte für sie jedoch keinerlei Problem dar – weder inhaltlich noch vom Rollenverständnis her. Sie war von Anfang an voll im Spiel, brachte sich aktiv ein und hatte ebenso viel Freude an den Ermittlungen wie alle anderen.

Die Gäste kannten sich untereinander nicht, weil Aurelia und ich sie aus unterschiedlichen Lebensumgebungen kennen: Schule, Nachbarschaft und Basketball. Entsprechend gespannt (und ein kleines bisschen nervös) waren alle vorher. Diese Sorge war aber völlig unbegründet, denn wir hatten von Anfang an einen großartigen, unglaublich lustigen und spannenden Abend.

Die sechs unentbehrlichen Rollen sind abwechslungsreich, mit viel Humor geschrieben und lassen genug Spielraum, um sich richtig auszuleben. Schon nach kurzer Zeit wurde diskutiert, verdächtigt, gelacht und improvisiert – genau so, wie man es sich von einem Krimidinner erhofft. Der Zirkusdirektor und seine Frau waren zufällig eine Idealbesetzung: Obwohl sie sich noch nie zuvor gesehen hatten, gingen sie miteinander um, als wären sie seit über 20 Jahren verheiratet. Großartig!

Richtig gelesen: Gut gefallen haben uns nur die sechs Rollen, die unbedingt besetzt werden müssen. Bei diesem Spiel können die 7. und 8. Rolle ja unbesetzt bleiben. Wir sieben Spieler haben die eine Rolle gar nicht vermisst, die Spielerin der anderen Rolle war etwas enttäuscht, weil sie wenig zum Fortgang der Ermittlungen beizutragen hatte.

Die Geschichte blieb spannend bis zum Schluss. Erst in der dritten Runde hatten wir so viele Hinweise vorliegen, dass wir überlegen konnten, wer der Täter sein könnte. Drei Zirkusleute wurden von den anderen verdächtigt (2 – 2 – 3 Stimmen), also hatten das Autorenteam und die drei Spieler gute Arbeit geleistet. Die Auflösung war für uns absolut stimmig.

Zum Abschluss überraschten uns die Zirkuskinder noch mit einer kleinen Clownnummer. Ein runder Abend!

Auch hier gab es die Möglichkeit, Materialien digital zu bekommen. Das ist immer sehr praktisch. Insgesamt merkt man dem Spiel an, dass es mit viel Liebe zum Detail gemacht ist.

Nach dem Krimidinner

Schon eine Woche nach der Bestellung fragte der Hersteller an, wie uns das Krimidinner gefallen hat und ob wir Verbesserungswünsche haben. Ich antwortete ihr sofort, dass wir es erst einen Monat später spielen und fragte dabei auch, welches Spiel aus Ihrem Haus sie uns empfiehlt und ob sie für die kleinen Schwestern auch Krimidinner in petto hat. Das war ihre Antwort:

Unsere Spiele sind für alle ab 16 Jahren geeignet. Wenn ihr gerne Rollen spielen wollt, die eurem Alter entsprechen, wäre Klassentreffen eine gute Empfehlung. Jedoch haben wir auch Rückmeldungen von anderen Kunden erhalten, die sehr viel Spaß hatten, auch mal Rollen zu spielen, die nichts mit ihrer eigenen Persönlichkeit, ihrem Alter oder ihrem Aussehen gemeinsam haben. 🙂

Spiel für 11-12 Jahre: Leider haben wir aktuell kein spezielles Spiel für diese Altersgruppe im Angebot. Da wir uns auf Kirmidinner und insbesondere auf Mordfälle spezialisiert haben, ist derzeit nicht geplant, ein Spiel ohne Mordbezug zu entwickeln. Deine Rückmeldung gebe ich aber gerne ans Team weiter.

Fazit:

Ein sehr schönes Krimidinner, das uns einen herrlichen Abend beschert hat. Könnte ich es noch einmal spielen, würde ich nur sechs Rollen besetzen. Wenn ich mir etwas vom Hersteller wünschen dürfte, wären es Audiodateien für die Vorgeschichte und die Auflösung – das hätte den Abend noch runder gemacht.

Eckdaten:

  • Zirkus
  • von Mord bei Tisch*
  • www.mordbeitisch.de
  • 6-8 Spieler
  • ab 16 Jahre
  • 4 männliche, 4 weibliche Rollen
  • 8 Rollenhefte
  • gedruckte Hinweise
  • Gastgeberheft mit 3 Regieanweisungen für 6 – 7 – 8 Spieler, Auflösung
  • online Playlist, Rezeptvorschläge
  • Preis aktuell etwa 23 €

*Die Nennung der Marken dient nur der Veranschaulichung unseres Erlebnisses. Ich erhalte von den Inhabern keine Vergünstigung oder Gegenleistung.

2 thoughts on “Krimidinner 2: Zirkus (Mord bei Tisch)

  1. Das klingt noch spannender als der Mord durch Gartenzwerg. Icv wäre gerne dabei gewesen u d hätte dich komplett verkleidet gesehen.

    Bei einem Blick auf die Speisekarte wird schnell klar, warum ihr noch das ganze Wochenende davon gegessen habt. Aber eins klingt leckerer als das nächste.

    Was macht ihr in der Fastenzeit? Das glatte Gegenteil – jeder Gast erhält eine Salzstange

  2. Das klingt noch spannender als der Mord durch Gartenzwerg. Ich wäre gerne dabei gewesen u d hätte dich komplett verkleidet gesehen.

    Bei einem Blick auf die Speisekarte wird schnell klar, warum ihr noch das ganze Wochenende davon gegessen habt. Aber eins klingt leckerer als das nächste.

    Was macht ihr in der Fastenzeit? Das glatte Gegenteil – jeder Gast erhält eine Salzstange

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