Gesponsert* Ende August kommt eine große Erleichterung auf mich zu: Nele und Cari kommen in die Pre-Nursery an Aurelias Schule. Ich habe dann nur noch eine Stelle, an der ich die drei morgens verabschiede und nachmittags begrüße. Das ist zwar finanziell erheblich teurer, bringt aber eine gute Ersparnis an Lebenszeit. Die verbringe ich nämlich lieber mit den Kindern, dem Hund, dem Haushalt und den Reiseführern, als mit Autofahren.

Am letzten Augusttag geht es los:

Nele und Cari werden Little Dragons.
Aurelia kommt ins Year One und wird ein Starfish.

Im staatlichen Schulsystem müsste sie noch ein ganzen Jahr bis zur Einschulung warten. Als Oktoberkind wird sie nämlich erst im August 2018 schulpflichtig. Wenn ich aber sehe, wie gerne sie lernt, bin ich froh über das britische Schulsystem. Sie liest kurze Worte und Sätze in Deutsch und Englisch, sie schreibt einzelne Worte, rechnet „two times four equals eight“, zählt in zwei Sprachen im Dreißigerraum rückwärts oder in Zweierschritten vorwärts.

Danke, Mama, dass du es den Kindern finanziell ermöglichst, einen solch spielerischen Start ins Lernen zu bekommen.

Die Kinder freuen sich jetzt schon auf den Schulanfang, denn sie haben neue Ausrüstung bekommen: Kindergartenrucksäcke und Ranzen von Scout, von den Mäusen selbst ausgesucht. Seit sie angeliefert wurden, laufen die drei ständig damit herum. Ob sie gut sitzen, muss ich gar nicht erfragen, wenn sie sie nicht einmal auf dem Klettergerüst und auf dem Trampolin vom Rücken nehmen.

Viele neue Stifte – aber nur für die Schule.

Nele erwies sich auch bei der Auswahl wieder als der Junge, sie trägt ein Piratenmotiv auf dem Rücken. Für Cari, mein Püppchen, musste es eine Elfe sein. Eigentlich hatten sie es sich genau andersherum ausgesucht, dann aber beim Auspacken sofort getauscht und beide sind zufrieden. Sehr glücklich bin ich über Aurelias Wahl: Sie wählte kein kitschiges rosa Motiv mit Prinzessinnen, Elfen oder ähnlichen Gestalten, für das sie nächstes Jahr schon zu erwachsen sein wird. Stattdessen entschied sie sich für ein fröhliches Hellblau mit lustigen Delfinen. Good girl!

Spannend, so ein großer Ranzen!

Seit Samstag ist auch der Ranzen da. Unter all den vielen verschiedenen Modellen musste es ausgerechnet das mit der längsten Lieferzeit sein. Aber gut, wir haben noch sieben Wochen Zeit bis zum ersten Schultag und das Teil soll sie dann ja täglich begleiten. Er wird seither zur Probe gepackt, ausgepackt, neu bestückt, bewundert, fotografiert und vor den kleinen Schwestern gerettet. Die sind zwar auch sehr zufrieden mit ihren Scouty-Rucksäckchen, aber so ein großes Ding mit Glitter lässt natürlich auch kleine Mädchenherzen höher schlagen.

Schulranzenwahl ist nicht im Vorbeigehen möglich

Wir hatten lange überlegt, welchen Schulranzen Aurelia nehmen soll. Scout ist zwar der Klassiker, aber an ihrer Schule kaum zu sehen. Dort gibt es Hersteller aus aller Welt, wie eben auch die Schüler. Die deutschen Schüler sind sehr oft mit Ergobag und Herlitz unterwegs, oft ziehen sogar die Erstklässler schon Ranzen mit Rollen hinter sich her, als wären sie mit ihrem Handgepäck vom Check in zum Boarding unterwegs. Wir haben uns daher im Frühjahr etliche Schulranzen und Schulrucksäcke in verschiedenen Geschäften angesehen, uns von verschiedenen Seiten beraten lassen und dann nach dem Ausschlussverfahren entschieden:

Ein Orthopäde, eine Kinderärztin und zwei befreundete Physiotherapeuten rieten mir von den Trolleys ab. Das Kind muss die Schulsachen zwar nicht so viel tragen, läuft aber sehr krumm und verdreht, wenn es das Teil hinter sich her zieht. Wenn es den Trolley anheben oder auf einer Treppe tragen muss, ist er wegen der Rollen und des Gestänges viel schwerer als normale Ranzen. Außerdem findet Aurelia, Trolleys seien nichts für Kinder, weil unsere netten Nachbarn Meyer (Senioren mit Gehbehinderung) mit ähnlichen Teilen zum Einkaufen gehen. Also eindeutig nichts für uns!

Blieben also noch ungezählte Ranzen. Mein Kind ist dabei sehr wählerisch, wir haben ja nicht nur gute Erfahrungen mit Wanderrucksäcken und Kindergartenrucksäcken gemacht. Viele folgen nach einer Wanderung, einem Ausflug oder einem Kindergartentag einfach nur unkommentiert in die Kiste für den Flohmarkt. Sie weiß also, wie wichtig ein guter Sitz, gepolsterte Träger und ein Brustgurt sind.

Der Herlitz-Ranzen kam nicht einmal in die engere Wahl, denn Aurelia konnte den Brustgurt nicht allein schließen. Ohne Brustgurt saß er nicht richtig und sie jammerte, selbst als er noch gar nicht beladen war, dabei war die Einstellung der Gurte vollkommen egal. Da brauchte ich mir gar keine Gedanken mehr darüber machen, dass er sehr breit wirkt.  Die Rucksäcke des Herstellers entsprachen gar nicht erst Aurelias Geschmack. Okay. Dann hat es keinen Zwecke, hier auch nur eine einzige weitere minute zu vergeuden.

Ergobag kennen wir von einer Sporttasche, die wie sehr lieben, weil sie eine sehr große Innentasche für schmutzige Sportschuhe hat. Einige von Aurelias Freunden sind ein Schuljahr weiter und haben auch die Schulrucksäcke von Ergobag. Also fragte ich sie auf dem Schulhof nach ihren Erfahrungen. Die positivste war „Da kann ich den Klettie wechseln, wenn er mir nicht mehr gefällt!“. Aha, das ist Kindern also wichtig an einem Schulranzen! Ein mit Klett zu befestigendes Motiv in Handtellergröße! Naja, sonst wurde eher gemault: „Darin verknicken die Word Sets und selbstgemalte Bilder!“, „Ich weiß nicht, wohin ich meine Trinkflasche tun soll!“, „Die Strippe (der Brustriemen) ist nun schon das dritte Mal kaputt!“ und auch die Eltern zeigten sich oft unzufrieden. Die Heftbox, die ein Verknicken verhindern soll, ist wohl so instabil, dass einige sie durch eine Heftbox vom Discouter ersetzt haben. Schnallen und Reflektoren halten wohl auch nicht sehr lange. Ein Vater riet mir ganz offen: „Lass es! Aurelia hat doch den schönen Wanderrucksack von Jako-o. Nimm den, wenn du kein Geld für einen richtigen Schulranzen hast. Der Wanderrucksack ist besser, hübscher und preiswerter als der teure Schulrucksack!“

Viele Fächer helfen beim Ordnunghalten

Also blieben letztendlich doch die klassischen Scout Ranzen übrig. Die kannte ich nur als breite klobige Dinger, hinter denen eine Erstklässlerin fast vollständig verschwindet. Ich wurde aber eines Besseren belehrt. Es gibt inzwischen auch schmale Modelle. Mein Kind sah einen Scout Alpha und stellte fest „Mein Ranzen!“. Da fallen Gegenargumente ziemlich schwer. Aber er erscheint mir auch als gute Wahl.  Er ist viel schmaler und leichter, also ich Scouts in Erinnerung habe. Sie kann den Brustgurt eigenständig schließen und öffnen, mag sogar den Beckengurt und liebt die vielen verschiedenen Fächer: das große Innenfach hat ein Extrafach für Hefte und anderen Krams in Din A 4, zusätzlich noch ein dreifach unterteiltes Vorfach mit weiteren Abnähern, das bei uns wahlweise für Stifte, Brotdose, Spielzeug, Freundebuch, Strickjacke oder eine Kombination daraus ausprobiert wird. Außer zwei Außenfächern an der Seite gibt es noch ein kleines Außenfach hinten, wo eine Geldbörse, Haargummis, Spangen, Steine und ähnlich wichtige Dinge ihren Platz finden.

Eine kleine Flaschendiebin!

Da ich weiß, wie oft mein Kind vergisst, die Trinkflasche richtig zu schließen, bin ich den Entwicklern besonders dankbar für die seitlichen Außenfächer, die sie für Flaschen vorgesehen haben. Dort gibt es sogar einen Ablauf, damit die ausgelaufene Brühe nicht im Fach stehen bleibt! Sicher werde ich auch recht bald nach Inbetriebnahme erfahren, ob das Außenfach wirklich wasserdicht vom Innenfach getrennt ist. Ich werde berichten.

Die Verarbeitung erscheint mir recht hochwertig, das ist Aurelia egal. Sie liebt die aufgestickten Blumen und den Glitter rund um die Delfine.

Die Verschlüsse lassen sich sogar von Zweijährigen bedienen

Ich freue mich auch auf den Ranzen. Denn momentan ist sie mit ihrem Kindergartenrucksack und der großen Book Bag zum Umhängen unterwegs. Darin transportiert sie aktuell täglich ihren Hefter mit den Word Sets, die wöchentlich wechselnden Leselernhefte und das Lesetagebuch. Sie sieht damit immer sehr bepackt aus, beides hängt krumm und schief an ihr herum. Aber der Inhalt von Rucksack und Book Bag wird in den neuen Ranzen passen. Perfekt! Dazu noch das Mäppchen, dem ich allerdings sehr skeptisch entgegen blicke, weil jeder einzelne Stift seinen speziellen Platz hat. Ob ein Schlampermäppchen dem Naturell meiner Tochter nicht besser entsprochen hätte? Ich bin gespannt.

 

* Zur Information: Wir haben die Scouty Kindergartenrucksäcke und den Scout Schulranzen kosten- und bedingungslos von der Firma Scout überlassen bekommen. Vielen Dank.

Die Entscheidung für diesen Ranzen und gegen die anderen Produkte war schon vorher gefallen. Ich bin nicht dazu verpflichtet, positiv darüber zu berichten, sondern soll ehrlich meine Meinung sagen. Das werde ich auch tun, sobald alle Dinge in Gebrauch sind. Optimistisch wie ich bin, gehe ich ja davon aus, dass der Ranzen die gesamte Grundschulzeit und die Rucksäcke die gesamte Kindergartenzeit überstehen.

 

 

3 Gedanken zu „Vorfreude

  1. Wow , das sind ja richtig gute Nachrichten. Ich hoffe die Zwerge haben genausoviel Freude an der Schule wie die Große. Ja das deutsche Schulsystem ist sehr reformbedürftig aber ich sehe auch das viele Eltern die Schule als „Verwar-und Erziehungsanstalt“ sehen. Klar kostet Eure Schule viel Geld im Jahr, aber der Benfit für die Kinder und Dich ist unermesslich. Auch wäre Einiges davon im staatlichen System leistbar aber das starre System lässt dass oft nicht zu. Ich hoffe nur das es noch lange dauert, ehe die Minimäuse die deutsche Schulrealität erleiden müssen.

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