Aus einem Zufall wurde eine Gewohnheit: Am ersten Feriensamstag waren wir bei IKEA, weil meine Mutter einen Schrank für Aurelias Zimmer kaufen wollte. wer nun denkt, Aurelia hätte den Schrank aussuchen wollen, irrt genauso wie wir. Nein, sie wollte lieber ins Smaland. Dort lässt es sich so schön im Bällebad toben und zwischen den Zauberwaldbäumen Verstecken spielen – und vor Allem: neue Kinder kennen lernen.

Also schlappten meine Mutter und ich allein mit den Zwillingen durch die Ausstellung, fanden ruckzuck einen Schrank, der sich keinen Millimeter bewegte, obwohl sich die beiden gleichzeitig an die Türen hängen. Praxistest bestanden – gekauft!

Bis zum Abholtermin von Aurelia hatten wir noch über eine halbe Stunde Zeit, also lud ich meine Mutter zu einem Kaffee ins IKEA-Restaurant ein. Der ist ja – Dank IKEA Family Card –  gratis.

Doch zur geplanten Entspannung kam es nicht, denn im Restaurant gab es eine Bastelaktion. Nele und Cari stürzten sofort auf die Basteltische zu, setzten sich auf die Hocker und ließen sich von zwei supernetten Damen erklären, wie sie Blechblumentöpfe mit Blumen, Bändern und Schmetterlingen verzieren. Natürlich hieß es nach kürzester Zeit „Mama helfen!“ und „Oma helfen!“. Okay, also bastelten wir mit. Grade als wir in die fertigen Töpfe Kapuzinerkresse und Pflücksalat gesäht hatten, wurde ich ausgerufen.

Es gibt bei IKEA ja zwei Smaland-Durchsagen: „Die kleine Aurelia möchte aus dem Smaland abgeholt werden!“ heißt wörtlich übersetzt in den meisten Fällen: „Das Kind weint und will zu seiner Mama!“ – während „Bitte holen Sie Aurelia im Smaland ab!“ ein klarer Hinweis darauf ist, dass das Personal das Kind loswerden will. In meinem Fall zum Glück nicht, weil es randaliert, die Betreuer bespuckt oder in die Hose gemacht hat. Nein, ich hatte über das Basteln die Zeit vergessen und die Dame am Mikrofon war sauer, weil ich nicht pünktlich nach einer Stunde abholbereit vor dem Tresens stand. Nach 63 Betreuungsminuten wurde ich ausgerufen. Ich habe mich natürlich in aller Form für dieses Versäumnis entschuldigt.

Während die Kleinen sich nun über einen Teller Nudeln mit Tomatensoße (1 Euro) und einen Kinderteller (Köttbullar und Fritten, 2,50 Euro) hermachten, half ich Aurelia bei ihrem Blumentopf. Alle drei trugen am Ende ihren Topf stolz vor sich her, als wir das Haus verließen. Am Ausgang zapften sich die Mädchen noch ein Softeis und ich stellte noch schnell zwei Dutzend Bücher in das Buchtauschregal und wir alle fühlten und prächtig.

Allein beklebt und bemalt, links Nele, rechts Cari, ich durfte nur Halfter und Führleine basteln

Die Basteltanten hatten Nele verraten, dass am nächsten Samstag Pferde gebastelt würden, also bestand Nele darauf, dass wir wiederkommen. Sie ist zwar noch sehr klein, weiß aber genau, was sie will. Meist hat es etwas mit Tieren zu tun. Also fuhren wir am zweiten Feriensamstag zum Pferdchenbasteln nach Godorf. Wieder gab es die nun schon bewährte Kombination Smaland – Kaffee – Basteln – Nudeln – Fritten – Bücherregal – Softeis. Prima, das machen wir nun jeden Samstag in den Ferien.

Letzten Samstag haben die Kinder sich Strandtaschen gebastelt. Wie hübsch eine blaue IKEA-Tasche wirkt, wenn eine Zweijährige oder eine Fünfjährige sie mit DC-Fix, Aufklebern und Moosgummi beklebt! Ich bin begeistert. Meine Töchter kommen eindeutig nach der Oma. Die hat früher viel gebastelt und ich konnte es nur bestaunen.

Neles Tasche
Aurelias Tasche
Die beiden mögen sich
Der Anführer ist fast unsichtbar
Caris Tasche
Seht ihr den Seestern auf dem Segel?
Omas Tasche
Details
Sogar mit Schlopp

Ich hingegen mache das meiste nur nach Vorlage. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie erleichtert ich war, dass ich für Aurelia eine schöne Schultüte kaufen konnte. Wenn ich sie hätte basteln müssen, hätte man wahrscheinlich gar nicht erkannt, dass es eine Schultüte ist.

3 thoughts on “Samstags bei IKEA

    1. Sehr beliebt sogar. Darauf bin ich gekommen, als Aurelia etwas mehr als ein Jahr alt war. Alle ihre Spielgruppenfreunde waren schon im Kindergarten und sie hat sich ohne Kinder gelangweilt. Die Spielplätze waren menschenleer, weil alle Gleichaltrigen im Kindergarten waren, aber im IKEA gab es immer Kinder in der Spieleecke des Restaurants, an den Spielstationen in der Ausstellung und auf der Rutsche, die es damals noch in der Kinderabteilung gab.

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