Als Bathida vor gut sechs Jahren zu uns kam, war sie sehr ängstlich.

Sie kannte nichts und hatte vor allem Angst. Unser Bär Maxim gab ihr Ruhe und Sicherheit, er lehrte sie alles, was ein Hund wissen und können muss. Lange über seinen Tod hinaus hält dies noch vor, denn von ihm lernte Bathida auch, dass sie „ihren Menschen“ vertrauen kann.

Silke, Melanie, Stephan, Herbert, könnt ihr euch noch an das vollkommen verhuschte ängstliche Mäuschen erinnern, das 2011 bei uns einzog?

Am Donnerstag bei der Wanderung durch das Butzerbachtal lief mir ein stolzer und mutiger Hund voraus, zögerte nur ganz kurz an einem Metallgitter und flitzte steile Treppen hoch und runter. An den beiden Hängebrücken hatte ich kaum Zeit für Beweisfotos, weil Bathida vollkommen gelassen darüber hinweg lief. Sie schaute sich sogar zweimal je Brücke um, als wolle sie fragen: „Alles klar bei dir? Kommst du?“

Aus der ängstlichen Maus ist eine mutige Bärin geworden.

7 Gedanken zu „Vertrauen und Mut: Ein haariges Beispiel

  1. Wunderbar! Aber sicher nicht nur dem erfahrenen Maxim geschuldet, sondern auch der Rudelführerin.
    Ich habe das besonders bei einem Pferd erlebt: Wanderer. Als ich ihn kennen lernte war er 14 und total grell geritten. Nach und nach habe ich sein Vertrauen erworben und er war ein wunderbares Pferd. Leider war ich nur die Beteiligung. Nachdem ich mich mit dem Reitlehrer dort wegen seiner „Methoden“ angelegt hab, durfte ich ihn nicht mehr reiten und er wurde alsbald wegen eines banalen Hufgeschwürs umgebracht, das ich mit Liebe und Sauerkraut kuriert hätte.

    • Bathida wurde ab Geburt von einem Vermehrer in einer Fabrikhalle gehalten und kam mit geschätzten 1,5 – 2,5 Jahren frei, ohne jemals vorher Himmel, Gras oder die Weite des Raums kennengelernt zu haben. Welpen durfte sie wohl nie sein, hatte dafür aber schon mindestens einmal selbst geworfen und eine so schwere Gebärmutterentzündung, dass nur noch eine Total-OP möglich war. Egal, wie viel Platz sie zur Verfügung hatte, rollte sie sich auf kleinsten Badezimmermatten oder Läufern zusammen. Noch lieber aber schlief sie Rücken an Rücken mit Maxim. Bei jedem Geräusch, jeder schnellen Bewegung und allem, was sich über ihr bewegte, rannte sie voller Panik davon. Berührungen waren anfangs gar nicht möglich, dann zumindest in der vorderen Körperhälfte. Nachdem sie Vertrauen gefasst hatte, entwickelte sie sich zu einer totalen Schmusebacke. Heute schläft sie lang ausgestreckt auf der Seite, auf dem Bauch, manchmal sogar auf dem Rücken (dann mit einer Pfote gegen die Wand angelehnt). Wenn ich also sage, sie kannte nichts, ist das natürlcih falsch. Sie kannte Gefangenschaft, Angst, Gewalt, Hunger, Durst und Schmerz.

      • Oh die Arme! Und wie toll von Dir diesem Hund ein schönes Leben zu bieten und sie moralisch aufzurichten.
        Ist ja nicht so einfach, wenn so ein Riesenhund mal durchgeht, wenn er Angst hat. Mit Kraft hältst Du die nicht.

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