Beim Kleben der Zahl hatte ich nette Hilfe

Tür 1 ist meine Haustür – Herzlich Willkommen!

Die meisten Gäste empfange ich in der Haustür stehend. Ich heiße euch herzlich willkommen zu diesem virtuellen Besuch und gratuliere zu eurem Mut. Bis zu dieser Tür traut sich nämlich nicht jeder meiner Besucher. Denn auf dem Podest vor den beiden Haustüren, die zu den Wohnungen meiner Mutter und mir führen, liegt seit Anfang 2004 nahezu immer ein Neufundländer. Alle meine Hunde liebten die etwas erhöhte Position mit ungehinderter Sicht auf Hof und Straße. Für Carl, meinen zweiten Hund, ließ ich ein Tor aus dicken Vierkanthölzern bauen. Dies hielt ihn davon ab, alle Katzen, Hunde und Postboten zu jagen, die in die Nähe des Grundstücks kamen. Zum Glück regte er sich immer so auf, dass ich es hörte und Pakete in Empfang nehmen konnte. Seine Nachfolger waren zwar wesentlich lieber, aber die Angst der Paketboten blieb. Dazu hatte ich ja auch einmal im September 2016 etwas geschrieben.

Streng genommen ist also dieses robuste Holztörchen die Nummer 1. Aber es steht meistens offen. Unsere schlaue Bathida hat nämlich kurz nach Maxims Tod herausgefunden, wie sie ihre Pfote zwischen die Latten legen muss, um das Törchen aufzuziehen. Sie liegt zwar auch gerne auf dem Podest, aber noch viel lieber unmittelbar neben ihrem Wassereimer. Der steht aber unten im Hof, weil Bathida wie ein Wasserwerfer säuft und ich die ewige Putzerei auf dem Podest satt war. Die Kinder latschten auf Socken durch das verschüttete Wasser, wenn sie zu Oma gingen. Im Winter gefror es zu Eis und brachte mich mehrfach zu Fall. Wir alle trugen es in den Flur. Eklig! Ich bin wahrhaftig keine Putzfee, aber das überstieg selbst meine Schmutzschwelle.

Ganz persönlich verziert

So, nun aber herein mit euch in den Flur. Hier fällt euch sofort die ungewöhnliche Konstruktion des Hauses auf. links, gleich hinter der Haustür, befindet sich ein innenliegendes Außenfenster. Auf eurer rechten Seite schaut ihr auf eine innenliegende Außenkellertreppe und ein zweites innenliegendes Außenfenster. Das liegt daran, dass früher erst hier das Haus begann.

Um meiner Mutter einen eigenen Eingang und uns allen mehr Wohnraum zu schaffen, bauten wir die Garage zum Teil zum Treppenhaus, zum Teil zu einem Zimmer um. Die Treppe zur Wohnung meiner Mutter ist deshalb noch als Schräge in meiner Wohnung zu sehen. In der Küche und im Arbeitszimmer habe ich ehemalige Außenfenster nicht zugemauert, sonder einfach offen gelassen.

Mir persönlich gefällt mein Flur nicht besonders. Ich müsste hier Ordnung herein bringen, finde aber keinen praktikablen Weg. Hier steht, hängt und liegt alles, was wir beim Verlassen der Wohnung benötigen oder nach der Rückkehr fallen lassen.

An dieser zentralen Stelle im Haus hängt die Hausapotheke. Ein riesiges Schuhregal kämpft mit den Massen von Schuhen, die bei so vielen Personen anfallen. Auf der noch nie genutzten Heizung stehen Gummi- und Winterstiefel in Reih und Glied. Daneben sammelt sich das Leergut in einem Korb. Darunter steht mein Autokorb, in dem ich das tägliche Chaos an Kindergartentaschen, Mittagessen-Thermobox, Büchersendungen, Einkaufszetteln, Taschentüchern, Einkäufen, etc. zum und vom Auto transportiere. Im Garderobenschrank hängen die Erwachenenjacken, die Kinderjacken und Rücksäcke verteilen sich über etliche Haken. Ein Schubladenschrank beherbergt die wichtigsten Dinge, die wir beim Rausgehen benötigen: Schals, Mützen, Sonnenhüte, Handschuhe, Hundeleckerli, Hundetüten, Akkus, GPS Reciever, Kameras,… Abgerundet wird das Stillleben durch den Hundenapf und eine riesige Tonne mit Hundefutter.

Für meine eitlen Ladies

Stolz bin ich auf die Spiegel auf der Innenseite der Haustür. Als Aurelia so alt war, wie jetzt ihre Schwestern sind, schaute sie gerne  in den Spiegel, bevor wir das Haus verließen. Mir wurde es schnell zu dumm, sie immer hochzuheben, also bekam sie einen eigenen Spiegel. Ein einfacher IKEA-Spiegel, mit doppelseitigem Klebeband befestigt. Als sie sich bücken musste, um ihr Spiegelbild zu sehen, folgte der zweite Spiegel. Die alte Farbe war nicht mehr im Programm, aber die beiden ergänzen sich ganz gut, oder? Nun können morgens sogar zwei Schönheitsköniginnen gleichzeitig vor dem Spiegel stehen.

Nicht so schön, aber viel wichtiger ist mir mein Schlüsselbrett, ohne das ich vollkommen geliefert wäre. Es hängt unmittelbar neben der Haustür. Würde es auch nur einen Meter tiefer in der Wohnung hängen, fiele es mir beim Heimkommen nicht ins Auge und ich würde all meine Schlüssel irgendwo (!) hinlegen. Ich habe nämlich ein ziemlich gestörtes Verhältnis zu Schlüsseln. Sie sind nie da, wo sie sein sollten. In Meiningen schloss ich mich immer in meiner Wohnung ein. Nicht aus Angst vor ungebetenen Gästen, sondern aus der zweimaligen Erfahrung, wie unangenehm es ist, die Vermieterin oder den Schlüsseldienst behelligen zu müssen, weil ich den Schlüssel in der Wohnung vergessen hatte. Später kaufte ich mir einen Schlüsselfinder. Das sind solche Dinger, die an den Schlüssel gehängt werden und die zurück pfeifen, wenn man nach ihnen pfeift. Leider fand ich nicht einmal die richtige Tonhöhe, wenn ich meinem Schlüssel hinterher pfiff, zog also gefühlte 50 Tonhöhen ausprobierend pfeifend durch die Wohnung und war am Ende noch frusterierter als ohne Schlüsselfinder. Ich war also nicht nur zu inkonsequent, um meinen Schlüssel an den richtigen Platz zu räumen, sondern auch noch zu doof, mir eine Pfeif-Frequenz zu merken. Also blieb nur ein Schlüsselbrett, auf das man beim Betreten der Wohnung zuläuft. Das funktioniert, ich bin selbst ganz erstaunt. Seit ich es 2002 dort montiert habe, musste ich nur in etwa einer Handvoll Fälle den Schlüssel suchen.

8 Gedanken zu „Adventskalender 2017 – Tür 1

  1. Einen Schlüsselfinder bekam ich einst geschenkt. Du ahnst warum. Inzwischen habe ich etliche Schlüsselbunde und finde immer den falschen. Komme mir schon vor wie das kleine Schlossgespenst.

  2. Deine Kinder haben es sehr gut bei dir. Meine Mutter hätte es nie gestattet, dass wir etwas an die Haustür kleben.

  3. Mir gefällt Euer Hausflur, gerade wegen der besonderen Fenster. Man kommt sofort an, weil man links in AZ schaut und rechts runter ins WZ. Sonst wäre der Flur ja ein Schlauch wie meiner.

    Ja ich habe auch direkt der Türe gegenüber ein Schlüsselbrett…denn Schlüssel sind nicht nur ein Thema bei mir sondern bei der ganzen Famile, also schon ein Trauma von Kindesbeinen an. Zur Sicherheit und wenn mal die Katzen versorgt werden müssen, hat meine Nachbarin über mir einen Schlüssel und da die Nachbarin bei ihr gegenüber einen Schlüssel zu der Wohnung hat, habe ich gute Chancen reinzukommen im Fall der Fälle.
    Trotz des Brettes in der „Einflugschneise“ suche ich dennoch häufig. Besonders wenn man reinkommt die Hände voll hat oder, noch schlimmer, das Telefon bimmelt. Dann wird er irgendwhin „geworfen“
    Mit Handys habe ich ähnliche Probleme aber die haben ja ein eingebaute „Suchfunktion“ oder besser „Findefunktion“

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