Tür 7 ist die Gartentür.

Für diesen Adventkalender hatte der Smiley auf der Tür kurzzeitig eine lustige Nase. Aber auch sonst ist es eine fröhliche Tür, die überwiegend positive Gefühle vermittelt. Durch diese Tür kommen wir zu einem Spielplatz. Er liegt zwar unter den von uns nicht ganz so sehr geliebten Hochspannungsleitungen, aber er ermöglicht es uns, jederzeit auf den öffentlichen Spielplatz auszuweichen, wenn den Kindern unsere Spielgeräte zu fad sind.

Ich muss nur zusehen, dass die Brennnesseln und Brombeerranken auf dem städtischen Gelände nicht nicht zu hoch wuchern. Leider schaffen es die Stadtwerke nicht, den Bewuchs niedrig zu halten. Jedes Mal, wenn ich einen der Mitarbeiter treffe, während er Gras mäht oder Wildwuchs zurück schneidet, entschuldigt er sich dafür, dass es viel zu selten ist.

Also schlage ich selbst immer wieder einen Trampelpfad in durch diese Wildnis, damit wir den Spielplatz erreichen und die Geocacher die Logmauer unseres Leugenstein-Caches erreichen können. Jedes Mal freue ich mich an neuen Logeinträgen. Manchmal sind sogar richtig schöne Zeichnungen und Gemälde dabei.

Auch die Outdoor AG der Realschule war seit der Renovierung schon wieder da. Das war für mich immer eine heikle Gruppe, denn es sind ja keine echten Cacher, sondern eigentlich Muggel, die von einem cachenden Lehrer angeleitet werden. Sie kamen dann nach dem Unterricht manchmal wieder, um Freunden die Dose zu zeigen, diese zu plündern oder gleich mitgehen zu lassen. Das geht ja jetzt nicht mehr, seit ist die Dose mit Logbuch durch ein Mauer-Log ersetzt habe.  Das ist mir aber lieber und sicherer. In den vergangenen Jahren musste ich solche „Nachcacher“ schon mehrmals aus meinem Garten retten, weil sie nicht verstanden hatten, dass kein Privatgrund betreten werden muss. Einmal musste ich sogar Schnittwunden verbinden, weil einer der Jungs zu spät erkannt hatte, dass einer unserer Nachbarn Glasscherben auf seiner Mauer hat.

Dieses Tor führte mich als Kind schon in eine andere Welt. Als ich grade in die Grundschule gekommen war, entstand der Spielplatz. Gebaut wurde er von englischen Soldaten, die auf dem Acker auch ihr Zeltlager aufgebaut hatten. Wir Kinder fanden das ganz spannend und stromerten in jeder freien Minute zwischen den Zelten, Baggern und Erdhügeln hindurch. Nach ein paar Tagen erkannten wir, dass die Männer entweder einen Sprachfehler hatten oder geistig behindert sein mussten. Jedenfalls konnten sie uns auf die einfachsten Fragen nicht antworten und machten beim Sprechen Geräusche, die wir noch nie gehört hatten.

Uns taten diese Männer Leid. Sie hatten keine Frauen und keine Kinder, mussten in Zelten leben und selbst im Regen arbeiten. Wir brachten ihnen jeden Tag frische Blumen, die wir in leere Senfgläser stellten. Wir brachten ihnen Sätze wie „Ich heiße John. Wie heißt du?“ bei. Wir bedrängten unsere Mütter so lange, bis sie mit uns Plätzchen und Kuchen buken, die wir sofort zu diesen Männern brachten. Komisch, ich hatte ja schon einige Reisen nach Frankreich hinter mir, aber bin ebenso wenig wie die anderen Kinder auf die Idee gekommen, dass sie einfach nur eine andere Sprache sprachen.

 

2 Gedanken zu „Adventskalender 2017 – Tür 7

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