Vor 100 Jahren habe ich ja Rechtswissenschaften studiert und mochte das Insolvenzrecht gar nicht so gerne. Dies erschien mir viel zu weit weg von meinem eigenen Leben. Doch nun kam es anders:

Ich erhielt einen Brief des Insolvenzverwalters von Air Berlin, in dem ich aufgefordert wurde, alle nötigen Angaben zu meiner offenen Forderung gegen Air Berlin einzureichen. Ja, ich bin einer der Gläubiger von Air Berlin, das fühlt sich lustig an.

Und zwar hatte mir diese inzwischen insolvente Firma nach unserem katastrophalen Start zur Mallorcareise im Herbst 2016 nach langem Hin und Her eine Entschädigung von 89,23 Euro angeboten, die ich bei meinem nächsten Air Berlin Flug gut geschrieben erhalten würde. Leider ergab sich nach diesem Angebot keine Flugreise mehr für uns. Schade.

Aber andererseits auch spannend. Mit diesem Mini-Betrag wird mir nun Einblick in ein riesiges Insolvenzverfahren gewährt. Wenn ich wollte, könnte sich sogar an Gläubigerversammlungen teilnehmen! Dass ich am Ende leer ausgehen werde, stört mich kaum. Es gibt sicherlich andere Gläubiger mit anderen offenen Beträgen, für die diese Insolvenz sogar existenzbedrohend oder -vernichtend ist. Da lehne ich mich in aller Gelassenheit und Demut zurück, danke dem Herrn und wünsche mir vom Christkind, dass genug Masse vorhanden ist, um die Mitarbeiter und andere Härtefälle zu bedienen.

 

3 thoughts on “Insolvenzgläubiger

  1. Kommt sowieso nichts bei rum. Ich habe mittlerweile Titel bei mindestens zwei Mieterpaaren, die erst keine Miete bezahlt haben und dann in Privatinsolvenz gegangen sind. Immerhin weiß ich, dass diverse Telefonanbieter und Pay-TV auch Gläubiger sind. Die können sich immerhin gute Anwälte leisten. Als Kleinvermieter kannst Du froh sein, wenn Du durch solche A…löcher nicht selbst in Schwierigkeiten gerätst.

    1. Deshalb bin ich ja so froh, dass es sich nicht um einen größeren Betrag handelt.

      Wir haben es bei unseren säumigen insolventen Mietern gar nicht versucht mit einem Titel. Wir wollten nicht noch gutes Geld dem schlechten hinterher werfen. Es bleibt aber ein lebenslanges unvergessliches Ärgernis

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