Manchmal kann ich ja ganz schön gemein sein. Auch zu meinen Kindern. Ich rede mich dann aber ganz bestimmt heraus, indem ich es als Erziehungsmaßnahme deklariere ;o)

Ein Beispiel dafür: Als wir für das Mausbuch im Bergischen Land unterwegs waren, erfuhr Aurelia, dass Kinder an das Christkind in Engelskirchen schreiben können. Liebe Briefe, Wunschzettel, Gemälde, alles ist dort willkommen und wird mit einem Antwortbrief honoriert. Ihr gefiel das und sie sprach den ganzen Herbst davon, einen Brief an das Christkind schreiben zu wollen. Wann immer ich dann aber Briefpapier aus dem Schrank zog, wollte sie lieber fernsehen oder mit ihren Schwestern toben. Okay, dachte ich, dann eben nicht.

Nun traf es sich aber, dass Nele und Cari sehr schön malten. Nele tat dann noch so, als schriebe sie einen Text unter das Gemälde. Also fragte ich, an wen sie schreibt und die Antwort war „Weihnachtskind!“. Alles klar, also adressierte ich die beiden Gemälde an das Christkind in Engelskirchen, benannte alle drei Mädchen als Absender und ließ mir vor dem Zukleben des Umschlags noch schnell erklären, was Nele geschrieben hatte:

„Was hast du dem Christkind denn geschrieben?“ – „Sag ich nicht!“ – „Ist das ein Wunschzettel?“ – „Ja!“ – „Was hast du dir denn vom Christkind gewünscht?“ – „Sag ich nicht!“ – „Okay.“ – „Watte, Mama!“ (Sie geht zur Gästetoilette, holt den Jako-o-Katalog und blättert eine gefühlte halbe Stunde und zeigt dann auf die Seite mit dem Kaufladen.) – „Oh, wie schön, du wünscht dir vom Christkind einen Kaufladen!“ – „Sag ich nicht!“ – „Okay!“

Post aus Engelskirchen

Am Tag vor unserem Start ins Fichtelgebirge trafen die Antwortbriefe vom Christkind ein. Ich nahm sie mit und ließ sie den drei Mädchen vom Maskottchen Happy überreichen. Sie freuten sich sehr über die Post vom Christkind, das sogar wusste, dass sie hier im Hotel sind. Noch mehr freute sich Nele, als ich ich von der Rückseite ihres Umschlags ein Postskriptum vorlas: „P.S. Ich habe deinen Wunschzettel erhalten und ein Geschenk davon ausgesucht. Das ist aber so groß, dass ich es besser nach Hause bringe, denn sonst habt ihr auf der Rückfahrt zu wenig Platz im Auto. Dein Christkind.“

Nele machte nun ein Tänzchen und Aurelia schaute etwas bedröppelt drein. Sie hatte also meinen Wink verstanden. Denn am nächsten Morgen sagte sie am Frühstückstisch „Mama, im nächsten Jahr nehme ich mir auch die Zeit, einen Wunschzettel zu schreiben.“

Leider bekam ich dies erst vor die Linse, nachdem die drei darauf herum gemalt hatten

Am Mittwoch waren wir nach unserer Heimkehr zu müde für alles, aber am Donnerstag stand doch tatsächlich (!!!) ein Kaufladen im Spielzimmer, darauf ein Zettel „Für Nele“.

Neueröffnung

All die vielen Geschenke, die die Kinder von Oma, Mama, Papa und Hotelweihnachtsmann bekommen hatten, waren plötzlich nichts mehr wert. Es zählte nur noch der Kaufladen. Nach einem halben Tag Aufbau (so lange dauert das, wenn Zweijährige selbst die Schrauben anziehen wollen), steht er nun und wartet auf interne und externe Kundschaft.

Wir suchen auch noch nach Lieferanten für leere Minis von Duschgel, Shampoo,… weil jetzt schon klar ist, dass diese typischen Pappschachteln bei uns nicht lange halten werden.

2 thoughts on “Post vom Christkind

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