Heute war wieder so ein Tag, an dem ich meine Allgemeinbildung erweitert habe. Leider auf höchst einprägsame Weise. Denn mein Orthopäde brachte mir das Wort „FersenSPORN“ bei.

Seit einigen Wochen habe ich Anlaufschmerzen im rechten Fuß, d.h. morgens nach dem Aufstehen oder wenn ich lange gesessen habe, schmerzt es in der rechten Ferse so sehr, dass ich nicht auftreten kann und mir schwarz vor Augen wird. Alles Zähnezusammenbeißen und Stelldichnichtsomädchenhaftan-Murmeln half nichts. Also machte ich einen Termin beim Orthopäden aus und schleppte mich heute humpelnd dort die Treppe hinauf. Mein Orthopäde begrüßte mich schon im Flur, rief „bis gleich“ und ich wurde in ein Sprechzimmer geschickt. Keine drei Minuten später war er im Nebenraum fertig, kam zu mir und fragte mich nach meinen aktuellen Wanderprojekten aus. Seine Frau (Apothekerin) und er wandern auch sehr gerne, also haben wir immer ein perfektes Thema für den anfänglichen Small Talk. Und so sprachen wir über schöne Wanderziele in Wales.

Unvermittelt fragte er mich, ob ich weiß, was ein SPORN ist. Aber natürlich, doch bevor ich ihm einen Kurzvortrag über FelsSPORNe in Snowdonia und RammSPORNe an Schiffen halten konnte sagte er: „So etwas haben Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit  im rechten Fuß! Das nennt sich dann FersenSPORN.“

Aha.

All meine in den letzten Tagen zurecht gelegte Erklärung meiner neuen Symptome, die ich mit der nötigen Dramatik vortragen wollte, verpuffte.

Dieser Arzt kennt mich zu gut. Er sieht mich die Treppe hochsteigen und weiß, was mir fehlt.

Na gut, er ließ mich trotzdem den Grund meines Besuchs schildern, fragte auch nach Rücken, Nacken, Kiefer, Schultern, Knie, Ellbogen und was mir sonst schon einmal Schwierigkeiten machte. Er untersuchte alle (im wahrsten Sinne des Wortes) Knackpunkte, rückte eine Fehlstellung grade, zog die Zehen in Form und scheuchte mich SPORNstreichs runter zum Röntgen.

Nein, wen sah ich da? Die Röntgenschwester, die sich vor Jahren von mir verabschiedet hatte, als sie in Rente ging. Da stand sie nun und erzählte mir, dass es ihr zuhause langweilig geworden war und sie deshalb wieder einige Stunden pro Woche arbeiten kommt. Zuhause fiel ihr die Decke auf den Kopf und sie wollte sich kein Hobby suchen, so lange sie sich hier noch nützlich machen konnte.

Der Röntgenbefund in Kombination mit der Ultraschalluntersuchung ist eindeutig: Es ist ein FersenSPORN, ausgelöst von einer Plantarfasziitis. Hauptsächliche „Zielgruppen“ dieser Erkrankung sind Laufsportler (Joggen, Wandern, Ballsportarten), Menschen über 40 Jahren und Übergewichtige. Auch Fehlhaltungen, Beckenschiefstand, falscher Körperschwerpunkt, Blockaden, und Überbelastungen sind häufige Ursachen.

Okay, trifft alles auf mich zu!

Daraus entwickelt sich eine zu starke Spannung in den Faszien, die Plantarsehne zieht zu sehr am Fersenknochen und die Knochenhaut mit der die Sehne verwachsen ist, wird mitgezogen. An dieser Stelle bildet sich eine Entzündung. Außerdem werden die Osteoplasten aktiviert, es entsteht eine Auswölbung am Knochen, der wegen seiner Form SPORN genannt wird.

Was tun?

Nein, mein rechter Fuß ist nicht doppelt so groß wie der linke, das wirkt nur in dem Fußabdruckkasten so

Zunächst einmal:

  • Füße hochlegen
  • maximale Schonung, d.h. unter 3 km am Tag laufen
  • Schmerz stillen und Entzündung hemmen mit einer Salbe
  • kühlen (ob daher der Begriff HeißSPORN kommt?)
  • neue Einlagen mit einer speziellen Aussparung für den Sporn
  • Barfußlaufverbot zuhause, möglichst weiche Schuhe sollen den Druck vom Sporn nehmen
  • Massage mit dem Igelball und/oder einer Faszienrolle
  • spezielle Dehnübungen, die er mir gezeigt hat
  • Fehlhaltungen beheben (Physiotherapie)
  • nicht mehr als 5 kg einseitig tragen

Wenn das nicht hilft, müssen Stoßwellentherapie, Strahlentherapie oder sogar eine Operation folgen.

In jedem Fall aber rät er mir dazu, in diesem Jahr nicht mehr zu wandern, weil die 3 km ja schon im Alltag schnell erreicht und überschritten werden.

Oje, wieder einmal ein Rückschlag in meinen Rechercheplänen, wir hatten doch noch ein paar Herbst- und Wintertouren geplant…

Dieser überaus nette Arzt spricht bei all den geplanten Maßnahmen mein Gewicht nicht an. Aber ich glaube schon, dass es meinem Fuß gut tun könnte, wenn ich etwas abnehme. (und nicht nur den Spiegel)

Wer hilft mir dabei?

Ich suche praxistaugliche und erprobte Ideen (gerne auch als Mail, wenn du dich im Kommentar nicht outen willst).

Aber vor allem: Ich brauche jeden AnSPORN!

5 thoughts on “Sporn

  1. Oh je. Das hört sich nicht gut an. Aber wenigstens warst Du bei Deinem Orthopäden schnell dran. Ich „durfte“ Montag in Summe 3h warten, trotz Termin. Da steht man auf seine Krücken gestützt und bekommt gesagt“ gehen sie doch nochmal in die Stadt…es dauert mindestens noch ne Stunden “ und das zweimal.
    Meine Mutter hat auch einen Fersensporn, seit Jahren. Laufverbot hat sie keines nur Einlagen mit der Ausparung und für Schuhe in die die Einlage nicht passt ein ringförmiges Fersenpolster.
    Gingen einige Recherchen mit dem Rad?

    Gruß von Invaliden zu Invaliden

    1. Drei Stunden sind bei den meisten Orthopäden, die ich kenne, der Regelfall. Ich habe mit Termin (!) auch schon 4 oder 5 Stunden gewartet.
      Diesen hier habe ich lange gesucht. Dass er auch noch gut ist, war anfangs für mich sogar Nebensache, weil ich einfach das elendig lange Warten so satt war.

      Das Laufverbot gilt auch nur für die Akutphase. Sobald die Entzündung abgeklungen ist und ich die neuen Einlagen habe, darf ich bestimmt wieder mehr. Aber er hat mich für den Rest des Jahres in der Tat auf’s Fahrrad verwiesen. Hm, das würde hier im Rheinland gehen, ist aber in der Eifel schwierig. Mal sehen, wie ich es hinbekomme.

  2. Oh, du Arme, ich fühle so mit dir.
    O-Ton einer Wanderbekanntchaft vor ein paar Tagen am Ahrsteig: „Ist ja lustig, eine Wanderbuchautorin, die wegen Fußschmerzen nicht mehr laufen kann! Hihi“
    Er meinte mich. Ich fand’s nicht lustig…
    Ich hatte gestern ein MRT, die Plantarfaszie ist es bei mir nicht, aber die morgendlichen Schmerzen beim Auftreten kenne ich nur zu gut. Direkt auf ein tiefgefroren Kühlpack stellen, hilft auch.
    Ich wünsche dir, dass du bald Besserung verspürt.
    Liebe Grüße
    Myria

    1. Deine Wanderbekanntschaft hat ja eine ganz besondere Sorte Humor, ich lach mich tot!

      Danke für den Rat mit dem Kühlpack, das probiere ich sofort aus.

      Dir auch gute Besserung!

  3. Hallo Ingrid, probiere doch mal Hekla Lava D6. Ich kenne zwei Personen die das genommen haben und anschließend schmerzfrei waren.
    Gute Besserung und liebe Grüße, Marion

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