Ich bin Volljuristin. Vielleicht darf ich mich auch Reisejournalistin nennen. Aber keinesfalls bin ich Kunsthistorikerin!

Deshalb birgt eins meiner laufenden Buchprojekte für mich einige Tücken, denn es geht um Schlösser und Burgen in der Eifel.

Nachdem ich schon vor Jahren – eher durch Zufall – erkannt hatte, dass die Romanik nicht etwa eine vertippfehlerte Romantik ist, wurde mir nun schnell klar, dass ich wirklich Fachbegriffe lernen muss.

Die habe ich anfangs auf einem Zettel notiert, mache es aber nun schon seit März hier in einer privaten Ecke in meinem Blog. Jetzt ist es so weit. Das Manuskript ist im Verlag und ich möchte mit euch meine wilde Sammlung von Begriffen rund um die Schlösser und Burgen in der Eifel teilen:

  • Abschnittsburg: Die Burg ist durch Wehrmauern und Gräben in mehrere befestigte Abschnitte unterteilt. Bei einem Angriff war die Burg also nicht sofort verloren, wenn der erste Abschnitt erstürmt war.
  • Allod: im Recht des Mittelalters verwendeter Begriff für das Eigentum, über das man frei verfügen konnte (= Eigengut/freies Eigen). Das war in der Burgenzeit eher die Ausnahme, hier überwog das Lehen
  • Ansteigerer: Teilnehmer an einer Versteigerung
  • Äußere Ringmauer: Diese Mauer umschließt die Burg mit dem inneren Burghof, die Vorburg und den äußeren Burghof
  • auf Abriss verkaufen/versteigern: etwas verkaufen/versteigern, das abgerissen werden muss
  • Außenwerk: der Burg vorgelagerte Verteidigungsanlage (= Vorwerk)
Außenwerk der Burg Eltz
  • Baptisterium: Christliche Taufkapelle
  • Bannforst: Waldgebiet, das nur der Landesherr nutzen durfte
  • Barock: Architekturstil, 1575-1770, üppige Formen, prunkvolle Ornamente, Säulen, Kuppeln
  • Baron: Adelstitel, die Gattin wird Baronin, die Tochter Baronesse genannt, gleichrangig mit dem Freiherrn.
  • Bastion: Ein Außenwerk, das aus der Umfassungsmauer herausspringt, um den Hauptgraben zu sichern
  • Batterieturm: Verteidigungsturm, meist rund, um die Geschütze in alle Richtungen abfeuern zu können
  • Bergfried: Hauptturm der Burg, meist unbewohnt, dient der Verteidigung
  • Bollwerk: Rundbastion (oft auch ganz allgemeiner Begriff für eine sehr starke Verteidigungsanlage)
  • Bombarde: Kanone zum Verschießen von Steinkugeln
  • Bruchstein: Steinbrocken
  • Brustwehr: Mit einem Zinnenkranz versehene schmale Mauer auf dem Wehrgang, meist in Brusthöhe, wie der Name schon ahnen lässt
  • Burg: Gebäude mit der Doppelfunktion „Wohnen & Wehren“
  • Burgbering: (nein, Silke, kein Tippfehler, hat nichts mit Burgberg oder Burgbergring zu tun) das ist die Ringmauer um eine Burg. Sie ist bei Niederungsburgen oft symmetrisch, bei Höhenburgen folgt sie meist der Form des Felssporns
  • Burgfreiheit: Wohnbezirk innerhalb der Burgmauern
  • Burgfrieden: die Burg und die dazugehörigen Ländereien
  • Burghaus: Ein Burgtyp, der eher nach einem großen Wohngebäude als nach einer Ritterburg aussieht
  • Burgmannenhaus: Unterkunft der Wachmannschaft, manchmal auch des Burgverwalters, meist in der Vorburg, in der Stadtmauer oder unterhalb der Burg
  • Burgvogt: herrschaftlicher Beamter, der in Abwesenheit des Burgherrn die Burg verwaltete
  • Chor: Altarraum in einer Kirche
  • Domprobst: verwaltet die Güter eines Domkapitels und vertritt es nach außen, vom Bischof eines Doms eingesetzt
  • Donjon: zentraler Wohn- und Wehrturm
  • Dreißigjähriger Krieg: 1618-1648, begann als Religionskrieg zwischen Katholiken und Protestanten, endete als zerstörerischer Territorialkrieg
  • Eckwarte: hervorstehende Mauerstücke oder Torteile zur Verteidigung
  • Erker: Vorbau an der Fassade, im Gegensatz zu einem Balkon ist er geschlossen
  • Erzbischof: Der Bischof, der gleichzeitig Metropolit (= Vorsteher) einer Kirchenprovinz (= Erzbistum) ist. Das Bistum Trier war bis 1821 Erzbistum und gehört nun zum Erzbistum Köln
  • Fallgatter/Fallgitter: Ein Holzgitter an einem Burgtor, das herabgelassen und hochgezogen wird
  • Felsburg: eine Höhenburg, die sich mit ihrem Fundament an den natürlichen Konturen des Felsens anpasst, also quasi in den Fels gebaut wurde
  • Fliehburg/Fluchtburg: Verteidigungsanlage, die der Bevölkerung der umliegenden Orte Schutz vor Angriffen bot
  • Freiherr: Adelstitel des Heiligen Römischen Reichs, die Gemahlin wird Freifrau oder Freiin genannt, die Tochter Freifräulein, gleichrangig mit dem Baron
  • Fries: Zierstreifen an der Fassade, meist mit Ornamenten
  • Frondienst: eine persönliche Dienstleistung der einfachen Leute für ihren Grundherrn, meist als Fronbauern, aber auch als Beamte, Gerichtsdiener,…
  • Ganerbenburg: Eine Burg, die zwischen mehreren Erben aufgeteilt wurde. Jeder Familienzweig baut, bewohnt und bewirtschaftet seinen Teil der Burg für sich.
  • Gipfelburg: eine Höhenburg auf einem Berggipfel
  • Gotik: sakraler Baustil, 1140-1550, spitz zulaufende Bögen, Kreuzrippengewölbe, große Raumhöhe
  • Graf: Adelstitel zwischen Freiherr und Herzog
  • Großherzog: Adelstitel zwischen Herzog und König
  • Halbturm: sieht außen wir ein Turm aus, ist aber nach innen offen (= Schalenturm)
  • Halsgraben: künstlich angelegter Graben, der die Burg nicht zur Gänze umschließt (merke: wer da rein fällt, bricht sich den Hals)
  • Hauptburg: Der eigentliche Kern der Burg mit den wichtigsten herrschaftlichen Bauten, also Palas, Wohnturm, Bergfried, Burgbrunnen/Zisterne, … Bei einem Angriff wurde die Hauptburg als letztes aufgegeben. Meist der älteste Teil der Burg.
  • Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation: Herrschaftsbereich der römisch-deutschen Kaiser vom 10. Jahrhundert bis 1806
  • Herzog: hoher Adelstitel
  • Heymlich Gemach: Abort, der ins Mauerwerk eingelassen wurde. Alles fiel einfach an der Außenmauer entlang vor die Burg. Das stank im Sommer und gab im Winter einen kalten Po.
  • Höhenburg: eine Burg auf einer natürlichen Anhöhe, wie sie genau heißt, hängt von der Zahl der Steilhänge ab: 1: Hangburg, 2: Kammburg, 3: Spornburg, 4: Gipfelburg. Den Eifeler Burgbauern war die Spornburg am liebsten: drei Seiten waren steil und vor Angriffen sicher, an der schmalen vierten Seite konnte ein bequemer Zugang für die Bewohner angelegt werden, der aber leicht zu sichern war.
  • Holländischer Krieg: 1672-1678, französischer Eroberungskrieg, bei dem Ludwig XIV.* mit seinen Verbündeten aus England, Schweden, Münster und Lüttich die Vereinigten Niederlande angriff, zu denen leider damals auch ein Teil der Eifel gehörte (= Niederländisch-Französischer Krieg)
  • Innere Ringmauer: sie umschließt den Burghof
  • Jauchegrube: eine Grube am Fuß der Burgmauer, die den Kot und Urin der Aborte aufnimmt
  • Joch: Abschnitt zwischen Säulen und Pfeilern
  • Kartätsche: Artilleriegeschütz, mit schrotartigen Bleikugeln gefüllt
  • Katapult: eine Wurfmaschine, mit der Burgen angegriffen wurden, bevor es Feuerwaffen (Kanonen) gab
  • Kemenate: wörtlich ist das ein Kaminraum, in Burgen also ein Raum oder ein Wohnturm, der mit einem Kamin oder Kachelofen geheizt werden kann. In manchen Burgen gab es nur einen einzigen beheizbaren Raum, in dem der Burgherr mit seiner Familie lebte.
  • Kernburg: Vielfach das Gleiche wie die Hauptburg. In manchen Fällen gibt es aber sogar in der Hauptburg noch eine besonders geschützte Kernburg, z.B. in der Nürburg
  • Kragstein: ein vorspringender Stein (= Konsole)
  • Krypta: Raum in einer Kirche, unterhalb von Chor und Altar, mit Reliquien oder Grabstätten hoher Würdenträger
  • Kurfürst: einer der sieben ranghöchsten Fürsten des Heiligen Römischen Reichs. Es gab vier weltliche Kurfürsten und drei geistliche Kurfürsten. Das waren die Erzbischöfe von Köln, Trier und Mainz, sie wurden auch Fürstbischöfe genannt.
  • Landesburg: eine Burg, die der Landesherr nutzte oder anlegte, um seine Hoheitsrechte zu sichern und auszuweiten. Meist bewohnte er sie nicht selbst, sie waren mit Vögten und Burgmannen besetzt.
  • Lehen: Rechtsbeziehung zwischen Lehnsmann und Lehnsherrn, meist Grund & Boden. Der Lehnsherr vergab das Lehen an den Lehnsmann/Vasall/Lehensnehmer. Dieser verpflichtete sich zu Abgaben, zu Rat & Tat und zur Treue. Der Lehnsherr bot ihm mit dem Lehen eine Lebensgrundlage und einen Schutz im Angriffsfalle.
  • Limburger Erbfolgestreit: 1283-1289, nachdem Walram V. kinderlos gestorben war, eskalierte der Erbstreit zu einem Territorialkrieg im gesamten Gebiet zwischen Niederlothingen, Eifel und Rheinland. Höhepunkt war die Schlacht von Worringen 1288.
  • Mantelmauer: besonders hohe und starke Ringmauer um die Kernburg
  • Mauerbrecher: Baumstamm, der mit Schwung gegen ein Burgtor oder eine Mauer geprellt wird. Zum Teil von den Angreifern getragen, zum Teil auf Wagen oder an einem Gerüst schwingend, manchmal auch mit einem Rammkopf aus Metall. (= Rammbock/Sturmbock)
  • Mesalliance: Ehe mit einem Partner aus einer anderen Gesellschaftsschicht
  • Ministeriale: Verwalter von Klöstern oder Gütern
  • modo: verfallenes Gebäude
  • Mörser: (nein, nicht das Gefäß zum Zerstoßen) eine Kanone mit kurzem Rohr, die sehr steil schießt
  • Motte: künstlich angelegter Hügel, meist kegelförmig mit dem Aushub des umgebenden Grabens gebaut, auf dem eine Burg stand
  • Neo…: neu… (Die Neoromanik ist also etwas Neues im Stil der Romanik)
  • Palas: repräsentativer Saalbau, Hauptwohngebäude einer Burg
  • Palisade: Zaun aus dicht gesetzten Holzpfählen, es passte soeben eine Waffe hindurch, um nach außen stechen oder schießen zu können
  • Pechnase: Gießöffnung in einer Mauer oder im Boden des Wehrgangs, bei Gefahr konnte der Angreifer mit heißem Pech oder heißem Öl gegossen werden
  • Pfalzgraf: Amtsträger, Vertreter von König und Kaiser
  • Pfälzischer Erbfolgekrieg: 1688-1697, schon wieder der olle Ludwig XIV.*! Diesmal provozierte er einen Streit um das Erbe des Kurfürsten Karl II. von der Pfalz. Ihm stellte sich die Wiener Große Allianz (Heiliges Römisches Reich, England, Niederlande, Spanien, Savoyen) entgegen. Er rastete völlig aus (anders kann man es nicht nennen) und schickte seine Truppen mit dem Auftrag los, systematisch alle Burgen, Dörfer und Klöster in der Pfalz, in Württemberg und in Kurtrier zu verwüsten.
  • Pilaster: Wandpfeiler, nicht notwendig mit tragender Funktion, manchmal reiner Mauerschmuck
  • Rammbock: Baumstamm, der mit Schwung gegen ein Burgtor oder eine Mauer geprellt wird. Zum Teil von den Angreifern getragen, zum Teil auf Wagen oder an einem Gerüst schwingend, manchmal auch mit einem Rammkopf aus Metall. (= Mauerbrecher/Sturmbock)
  • Randhausburg: Eng aneinander stehende Gebäude ersetzen eine Burgmauer
  • Reichsacht: Vom König oder Kaiser verhängte Ächtung im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, die dem Betreffenden zum Vogelfreien macht und ihm alle Rechte nimmt
  • Reichsstandschaft: Sitz im Reichstag des Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation
  • Reichsunmittelbarkeit: direkt und ausschließlich dem Kaiser untergeben
  • Remise: Wirtschaftsgebäude, das meist für Fahrzeuge genutzt wird
  • Renaissance: Kunstepoche, 1400-1600, an griechischer und römischer Antike angelehnt
  • Reunionskrieg: 1683-1684, Ludwig XIV.* wollte mal wieder sein Territorium erweitern. Unter anderem belagerte und eroberte er Luxemburg.
  • Rokoko: Kunstepoche, 1730-1780, verspielt, verschnörkelt, ohne Symmetrie
  • Romanik: Bau- und Kunststil, 950-1250, ziemlich wuchtig, Rundbögen, massive Steinblöcke
  • Romantik: Architekturstil, 1790-1850, Türmchen, Erker, verspielte Formen
  • Rüstbalkenloch: ein im Mauerwerk freigelassenes Loch, in das später tragende Balken eingelegt wurden. Manchmal auch verwendet für Löcher, die beim Bauen nötig waren, um das Baugerüst zu tragen
  • Säkularisation: während der Besetzung des Rheinlandes durch Napoleons Truppen wurden Abteien und Klöster aufgehoben, der Kirchenbesitz, also auch die Burgen und Ländereien kirchlicher Herrscher wurden verstaatlicht
  • Schalenturm: dieser Turm ist oft in Abschnittsburgen zu finden, er war auf der Rückseite offen. So war man bei der Verteidigung des davor liegenden Abschnitts gut geschützt, aber der Feind konnte sich nicht in dem Turm festsetzen, wenn er den vorigen Abschnitt eingenommen hatte (= Halbturm)
  • Schanze: Aufschüttung aus Erde oder Stein zur Verteidigung der Burg
  • Schartenbacken: die hochragenden Abschnitte im Zinnenkranz
  • Schartenspieß: ein senkrecht auf der Schartenbacke stehender spitzer Stein
  • Schießscharte: ein schmaler Schlitz im Mauerwerk, der zur Burgseite hin breiter wurde. Daraus konnten die Bogenschützen ihre Pfeile abschießen, ohne selbst getroffen zu werden
  • Schildmauer: die stärkste und größte Burgmauer, meist auf der Hauptangriffsseite
  • Schloss: unbefestigtes Wohngebäude des Adels, in der Eifel oft nach dem Ausbau einer Burg entstanden, meist größer und prächtiger als Burgen
Schloss Malberg
  • Sequester: Zwangsverwalter, wurde meist dann eingesetzt, wenn es Erbstreitigkeiten gab
  • Staurothek: ein kunstvoll gearbeiteter Behälter, der angeblich Teile des Kreuzes enthält, an dem Jesus Christus gekreuzigt wurde. Hat nicht direkt mit Burgen zu tun, wurde aber von einem Kreuzritter aus Ulmen unterschlagen
  • Sturmbock: Baumstamm, der mit Schwung gegen ein Burgtor oder eine Mauer geprellt wird. Zum Teil von den Angreifern getragen, zum Teil auf Wagen oder an einem Gerüst schwingend, manchmal auch mit einem Rammkopf aus Metall. (= Rammbock/Mauerbrecher)
  • Titulierter Adel: Adelsfamilien die sich Freiherr, Graf, Fürst und Herzog (im Rang aufsteigend) nennen dürfen
  • Torhaus: bestand meist aus zwei Doppeltürmen mit einem Fallgatter dazwischen, oft auch mit Zugbrücke und Zugbaum
  • Tourelle: gewölbter Teil der Fassade an Türmen und Erkern
  • Trutzburg: eine Burg, die in erster Linie zur Sicherung von Machtansprüchen angelegt wurde, z.B. Trutzeltz und Ramstein (= Wehrburg)
Burg Ramstein
  • Untitulierter Adel: Adelsfamilien, die zwar das Adelsprädikat „von“ im Namen trug, aber keinen Titel wie Graf
  • Verlies: fensterloses Gefängnis im Keller eines Burgturms
  • Veste: alte Bezeichnung für Burg, kommt von „festes Haus“
  • von und zu… : Adelsprädikate, das „von“ zeigt den Geschlechternamen, das „zu“ deren Wohnstätte. Eine Walburga von Wald zu Wiese stammt also aus dem Geschlecht derer von Wald und wohin in der Burg Wiese. Ihr Bräutigam Ritter Edelfried von und zu Eselsburg hingegen war auf dem Stammsitz seiner Familie heimisch.
  • Vorburg: der Teil einer Burg, in dem sich die Wirtschaftsgebäude (Viehställe, Werkstätten, Scheunen, Unterkünfte der Bediensteten) befanden. Die Vorburg war der Hauptburg vorgelagert, bei Wasserburgen oft auch auf einer separaten Insel. Auch bei einem Schloss heißt dieser Teil VorBURG
  • Vorwerk: der Burg vorgelagerte Verteidigungsanlage (= Außenwerk)
  • Walmdach: Dach, bei dem die Seiten und der Giebel geneigt sind
  • Wasserburg: eine Burg, die an allen Seiten von natürlichen Gewässern oder angelegten Wassergräben und Teichen umgeben ist. Das Wasser war ein Annäherungshindernis für Angreifer, denn es gab nur einen Zugang zur Burg über eine Zugbrücke, die nachts und bei Gefahr hoch gezogen wurde
  • Wehrburg: eine Burg, die in erster Linie zur Sicherung von Machtansprüchen angelegt wurde, z.B. Trutzeltz und Ramstein (= Trutzburg)
  • Wehrgang: ein Verteidigungsgang auf einer Burgmauer oder Stadtmauer, durch Brustwehr und Zinnen geschützt, oft mit Dach
  • Wehrplatte: Wehrgang auf einem Turm
  • Zehntscheune: Lager zur Abgabe und Aufbewahrung des Zehnten, also der Steuer in Geld oder Naturalien
  • Zinnenkranz: Abwechselnd hohe Schartenbacken und niedrige Zinnenlücken der Brustwehr
  • Zisterne: unterirdischer Wasserbehälter zur Speicherung von Regenwasser, besonders wichtig bei Belagerungen
  • Zitadelle: innere Festung in einer befestigten Stadt
  • Zugbrücke: Schwere Holzplattform, die den Burggraben überspannt. Bei einem Angriff kann sie hochgezogen werden
  • Zwingburg: von einer solchen Burg wurde ein Gebiet gewaltsam beherrscht
  • Zwinger: Doppelte Wehrmauer, die der Ringmauer der Burg vorgelagert ist und deren Schutz erhöht, also ein freier Platz zwischen der äußeren und der inneren Ringmauer

Da meine Töchter mich bei Wochenendterminen und wegen der Corona-Schulschließung immer zu den Ortsterminen begleiten MUSSTEN…

…die armen Mädchen, sie MUSSTEN Burgen ansehen…

…und die sich bei allen Führungen und Besichtigungen interessiert zeigten und Fragen stellten, sind auch etliche Worte enthalten, die gar nicht in meinem fertigen Manuskript auftauchen oder den meisten Erwachsenen verständlich sind. Sie haben sich diese Worte aber auf die Liste gewünscht, weil sie darüber bei Burgführungen mit den Burgherren und Gästeführern gesprochen haben.

Nach unserem Lieblingswort fragt ihr? Eindeutig das Heymlich Gemach! Die Kinder lachen sich schlapp über diesen Ausdruck und die Mama hofft auf Zeiten, in denen die Kinder dies auch als heimlich akzeptieren…

Gibt es Begriffe, die ihr euch auf die Liste wünscht? Braucht ihr mehr Beispielfotos? Ich ergänze sie gerne.

Dazu unser Buchtipp für Kinder: David Macaulay: Es stand einst eine Burg (deutsch) bzw. Castle (englisch). Wir haben es dreimal, bei Interesse geben wir eine der deutschen Ausgaben gerne weiter.

Auf dem Weg zum Haller, mit Blick auf die Burg Monschau

*Kleine Anmerkung zu Ludwig XIV.: Dieser Kerl hat der Eifel ganz übel mitgespielt. Wann immer wir bei einer Führung etwas über ihn hörten, war es mit Zerstörung und Brandschatzung verbunden. Die Frage meiner Tochter auf der Heimfahrt: „Warum nennen die Führer den Ludwig denn immer „Sonnenkönig“? Das war doch ein ganz gemeiner Fiesling!“ konnte ich nicht beantworten, denn ich hatte in der Schule keinen brauchbaren Geschichtsunterricht. Also kurz die Suchmaschine befragt und herausgefunden, dass er als Dreizehnjähriger in einem Ballett namens „Ballet Royal de la Nuit“ die Rolle der aufgehenden Sonne getanzt hatte. Reaktion meiner Tochter: „Wäre der Idiot doch besser Tänzer geblieben!“. Recht hat sie! Nur leider fand er neben dem Tanzen immer noch viel zu viel Zeit für höfische Eitelkeiten und Kriegslust.

4 thoughts on “Burgen – mein Vokabelheft

  1. Als Leserin historischer Romane muss ich das ja kennen 🙂
    Ich habe mich aufgrund dieses Beitrags in die Wasserburgen-Route versenkt. https://www.komoot.de/collection/419 Die habe ich auf der Fahrt nach Aachen voriges Jahr mal gekreuzt. Mal gucken, ob die mit dem Aachener Picknick kombinierbar ist. Mit fremdbestimmten Routenplanungen habe ich so meine Probleme. Warum ist da eine Etappe über 70 und die nächste schlappe 20 km?
    Hast Du in meinem Blog gesehen, dass ich knielahmes Geschöpf wandern war? 13 -15 km laut Komoot „mittelschwer“ schaffe ich noch.

  2. Mein Lieblingswort war „Ganerbenburg“.

    Bei „Palas“ musste ich lernen das „Pallas“ was anderes ist, mein Word-Wörterbuch hat viele neue Einträge bekommen.

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