Reisen muss nicht immer weit und teuer sein. Versucht doch ‚mal das genaue Gegenteil!

Ganz modern wird das jetzt microadventure oder Mikroabenteuer genannt, zum Teil sogar in der fürchterlich denglischen Schreibweise Microabenteuer.

Gemeint ist dabei wirklich ein Abenteuer.

Zweierlei kann ich euch versprechen:
1.) Es wird lokal, kurz, kostengünstig, einfach, unvergesslich, lustig, erfrischend und bereichernd.
2.) Es wird herausfordernd, anstrengend, unerwartet und vielleicht sogar gefährlich.

Vieles ist vollkommen unplanbar. Aber allein von euch hängt ab, wie ihr es erlebt.

Wiederholt wurde ich nach einer Fortsetzung meiner Vorschlagsliste 55 Ideen für 5 Wochen (Corona- & Oster-) Ferien aus dem März 2020 gefragt. Diese Liste setze ich nicht einfach fort, sondern habe einen konkreten Vorschlag zu machen:

Startet in ein Mikroabenteuer!

Die Regeln sind so einfach wie variabel:

  1. Plant einen kurzen Zeitraum ein. Vielleicht nur einen Tag oder eine Übernachtung. Allerhöchstens ein Wochenende.
  2. Startet an der eigenen Haustür! Am besten ohne Auto oder nur mit ganz kurzer Anreise.
  3. Erkundet eure Umgebung, als wäre sie ein fremdes Land.
  4. Wenn euer Mut reicht, plant eine Übernachtung ein.
  5. Geht nicht davon aus, dass alles funktioniert. Plant die Improvisation gleich mit ein.
  6. Nehmt Zeit mit – und die Bereitschaft, das Abenteuer abzubrechen.

Vor die Türe – fertig – los!

Während ihr also durch eure Heimat wandert oder radelt, vielleicht sogar paddelt, stellt euch selbst kleine Aufgaben. Wichtig ist, dass ihr dafür eure Komfortzone verlasst und euch auf etwas Neues einlasst. Das ist natürlich für jeden etwas anderes. Der sportliche Naturbursche war vielleicht noch nie in einem Heimatmuseum und der schicke Stadtmensch findet ohne Navi nicht einmal zum nächsten Friseur. Bei Kindern ist das ähnlich: die einen brauchen Herausforderungen, an denen ihr Mut wächst. Andere brauchen mehr Bewegung, schwierige Aufgaben zum Austüfteln oder völlige Entspannung.

Also: Rein in die Wanderschuhe, rauf aufs Fahrrad – und los geht’s! Geht (oder fahrt) zuhause los und probiert unterwegs etwas Neues aus!

Sucht oder denkt euch immer eine dieser Aufgaben aus und erledigt sie, so gut ihr könnt, erst dann folgt die nächste. Noch lustiger und spannender ist es, wenn ihr euch die Aufgaben von jemand anderem per Telefon vorgeben lasst und ihm auch eure Erfolge melden könnt. Bei uns ist es oft die Oma. Vielleicht ist es bei euch die beste Freundin, die genau weiß, welche Kochdeppen ihr seid oder der Bruder, der eure Angst vor Krabbeltieren kennt…

  • Sammelt Naturmaterialien und gestaltet damit ein Kunstwerk!
  • Lasst euch einen Hang hinunterrollen!
  • Pfeift auf einem Grashalm!
  • Baut etwas aus Sand oder Erde!
  • Besteigt einen Hügel oder Berg! Die Höhe ist egal, wichtig ist das Gipfelglück am Ende des Aufstiegs.
  • Staut einen Bach! Aber lasst ihm vor dem Weiterwandern unbedingt wieder freien Lauf.
  • Lernt einen Baum kennen! Umarmt ihn! Klettert hinauf! Beobachtet ihn bei allen weiteren Ausflügen! Wie verändert er sich im Laufe des Jahres?
  • Lasst Stöckchenboote den Bach hinab fahren!
  • Kocht frisch gepflückten Brennnesseltee!
  • Erkundet eine Ruine oder einen Lost Place, also ein Gebäude oder eine Anlage, die nicht mehr bewohnt, genutzt oder in Betrieb sind, z.B. eine Burgruine, eine stillgelegte Bahnstrecke,…
  • Fotografiert mindestens 10 verschiedene Insekten!
  • Pflückt wilde Früchte und esst sie! (Aber nur wenn ihr sicher seid, dass sie essbar sind.)
  • Baut aus Ästen und Zweigen einen Unterstand!
  • Erkundet eine Höhle!
  • Macht eine Zufallsreise: Kauft euch ein Tagesticket für den Verkehrsverbund, steigt in die nächste Bahn oder den nächsten Bus, egal wohin er fährt und steigt nach einer vorher besprochenen Zahl an Haltestellen aus. Nun erkundet die Gegend!
  • Die Zufallsreisen funktionieren auch gut, wenn ihr vorher verabredet, bis zur Endhaltestelle zu fahren. Oder ihr überlegt euch eine Zeit, z.B. eine halbe Stunde und steigt aus, sobald diese Zeit vorbei ist.
  • Findet euren Weg mit einer Landkarte! OHNE Navigationsapp!
  • Durchquert ein Gewässer! Schon Windelkinder haben ihren Spass an einem kleinen Bach, bei größeren darf es auch breiter und tiefer sein
  • Sammelt Mineralien, Gesteine und Fossilien!
  • Helft einer Pflanze beim Wachsen! Braucht sie Wasser? Will sie ihre Samen auf die Reise schicken?
  • Macht eine Gummistiefelwanderung! Noch besser: lauft barfuß durch den warmen Sommerregen!
  • Zeltet in eurem Garten!
  • Zeltet auf der Wiese eines Bauern!
  • Schlaft ohne Zelt im Freien!
  • Schlaft mit einer Hängematte im Wald!
  • Sucht einen Geocache!
  • Schaut euch die Bewohner eines Tümpels ganz genau an!
  • Sucht euch flache Kiesel und werft sie flach über einen See! Wie oft hüpfen sie, bevor sie untergehen?
  • Tragt eine wilde Krone! Vielleicht aus Gänseblümchen? Oder lieber aus Gräsern und Ranken?
  • Singt ein Duett mit der Natur! Vielleicht mit den Waldvögeln oder Grillen oder Fröschen, vielleicht aber auch mit dem Wind.
  • Geht barfuß! Auch bei Regen, Matsch und Schnee!
  • Sucht Tierspuren auf dem Boden!
  • Schwimmt in einem See! (Vorsicht bei Flüssen wegen der Strömung – und keinesfalls im Rhein wegen der Unterströmungen und Strudel)
  • Denkt euch ein Spiel aus, für das ihr nur Stöcke benötigt
  • Steht früh genug auf, um den Sonnenaufgang zu erleben!
  • Helft einem Wildtier! (aber nur, wenn es auch Hilfe benötigt!)
  • Was fällt euch außerdem ein?

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Mikroabenteuer für Kinder*.

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*Werbung? Ja, sicher! Ich mache gerne auf meine eigenen Werke aufmerksam.

1 thought on “Mikroabenteuer für Familien

  1. Ja, Microabenteuer (bei mir Zufallsreisen) sind immer gut. Ich könnte schon wieder!
    Habt ihr schon die Rechts-Links Wanderung probiert?

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