Wir waren ‚mal wieder auf Kaperfahrt. Vorletzten Sonntag als Auftakt zu unserer Herbstferienwoche. Diesmal in einem längst ausgetrockneten Meer, das sich inzwischen auf der Grenze zwischen dem Bergischen Land und dem Sauerland.

Gelockt hatte uns diese Beschreibung auf der Homepage der Kluterthöhle* in Ennepetal:

Nach seinem Tode hinterließ der kinderliebe König Kluti seinem Sohn Kluti II. einen Schatz, damit er mit diesem Reichtum den Kindern der Gegend eine große Freude bereiten möge.

Kluti II. war im Unterschied zu seinem großzügigen Vater menschenscheu und geizig. Den ererbten Schatz versteckte er in der Kluterthöhle so gut, daß er ihn selbst nicht wiederfand. Manche seiner Untertanen sahen dies als gerechte Strafe für den bösen König an.

Der Schatz ist bis heute nicht gefunden, obwohl sich immer wieder die rechtmäßigen Erben, die Kinder der Gegend, auf die Suche machen. Ob es mit Hilfe des Piraten, der die Schatzkarte entdeckt hat, klappt?

www.kluterthoehle.de/fuehrungen/schatzsuche

Unsere Vorbereitungen führten uns zunächst in den Keller zu unserer Verkleidungskiste, dann zum Karnevalswierts* und schließlich an die Nähmaschine.

Denn alle benötigten eine Abdeckung für Mund und Nase. Denn die Seeräuberchen durften nicht so schnell von den heimtückischen Viren entdeckt werden, auch die ganz kleinen Leichtmatrosen unter 6 Jahren. Alle sind uns gelungen, seht selbst: vier Personen, vier Modelle!

Am Morgen der Abfahrt hatte Nele plötzlich keine Lust mehr für den Beutezug. Kein Problem, wir wissen unwillige Seeleute zu schanghaien.

Pünktlich trafen sich acht Mini-Piraten – und einige alte Seebären. Die sind den Mini-Piraten keinen individuellen Namen wert, weibliche Exemplare werden „Mama“ oder „Mom“ genannt, männliche „Papa“ oder „Dad“. Beide Sorten wären für den eigentlichen Beutezug gar nicht nötig. Sie wurden nur benötigt, um in den drei Booten bei der Seefahrt zum Startpunkt die Segel zu setzen und das Ruder zu bedienen. Später machten sie sich hinter den Kameras und bei der Instandsetzung von Taschenlampen nützlich.

Obwohl ich es mir zugetraut hätte, die Mannschaft allein anzumelden, stürmten alle mit mir die Kasse. Das erwies sich als zweckmäßig, weil ich zum Ausfüllen der Corona-Dokumentation die Heimathäfen aller Matrosen nennen musste. Zwar kennen wir uns alle schon lange aus der Schule, aber die Adressen kenne ich trotzdem nicht auswendig.

Auf einer Brücke über den Verkehrs-Fluss und den Ennepe-Fluss erreichten wir den Treffpunkt. Wir hatten noch etwas Zeit zum herumalbern.

Dann trat unser wagemutiger Käpt’n hinzu. Der zeigte uns eine Landkarte, die vermutlich zu Klutis Schatz führte. Die Piraten Carl und Levent erkannten, dass auf der Karte ein Tor eingezeichnet war und das Kreuz fehlte, das normalerweise einen Schatz kennzeichnet. Egal, die Karte war eine erste Spur, sofort übernahmen die Piratinnen Nele und Lotta die Navigation.

Mutig begab sich die Crew ins Dunkel der Kluterthöhle. An jeder Weggabelung musste entschieden werden, welchem Gang gefolgt wird. Von vollkommen ungewöhnlichen Dingen wie Kurliegen für Atemwegspatienten oder dem Froschkönig auf seinem Brunnen ließen wir uns nicht ausbremsen. Erst am Ende der Karte hielten alle inne. Bei genauer Betrachtung sah es so aus, als müsse es eine zweite Karte geben.

Alles schwärmte aus und suchte danach. Pirat Alex gab den Suchbefehl an den Schiffsjungen Sebi weiter, der noch weiter hinten im Gang war. Gerade erst zarte vier Jahre alt geworden, erwies dieser sich als besonders zuverlässig und mutig, denn er kletterte unter einem Überhang in eine kleine Höhle, nachdem der dort die zweite Schatzkarte entdeckt hatte.

Wir konnten also unseren Weg fortsetzen. Doch schon nach zehn Minuten hatten die kleinen Piraten auch die zweite Karte abgearbeitet. Irgendwie musste es doch weiter gehen! Wieder wurde eine Höhle gründlich mit allen Taschenlampen ausgeleuchtet.

Piratin Cari zieht die Weite des Meeres der Enge einer Höhle vor. Bis zu diesem Punkt hatte sie ihre Angst nur mit einem festen Griff um die Hand von Jack o’Swords Ingrid in den Griff bekommen. Doch als sich das fehlende Teil nicht zeigen wollte, platzte ihr der Kragen der Seemannsbluse und sie zog beherzt ihre Taschenlampe. Keinen Wimpernschlag später entdeckte sie das entscheidende Kartenstück und gab Anweisung zur Bergung.

Nun war ihre Angst wie weggeblasen und sie reihte sich in den Kreis der Kartenleser ein. Durch unwegsames Gelände brachten uns die Matrosen zu der Höhle, die mit einem Kreuz gekennzeichnet war. Nun erwies es sich als zweckmäßig, auch große Schwestern mitgenommen zu haben. Denn während sich die Minimatrosen noch im Dunkeln orientierten und die alten Seebären die beschlagenen Brillen putzten, hielt Piratin Emily jubelnd den anderen die Schatztruhe entgegen.

Nun galt es, den Schatz sicher aus der Höhle herauszubringen. Immerhin gab es allerorts Halunken, die auf leichte Beute aus waren. Zwar hatten sie sich als gewöhnliche Höhlenbesucher getarnt, aber darauf fielen wir natürlich nicht herein, sondern versteckten und immer rechtzeitig vor einer Begegnung in einem Seitengang.

Wieder am Tageslicht öffnete Piratin Aurelia die Schatztruhe. Ein Beutel mit edelsten Edelsteinen kam zum Vorschein! Natürlich wurde der Schatz gerecht geteilt. Sogar die alten Seebären bekamen etwas davon ab.

Bevor wir nun wieder die Segel gen Heimathafen setzten, wurde noch herumgealbert und getobt.

Was für eine großartige Schatzsuche! Wir waren zwar nur 40 Minuten in der Höhle, aber jede Minute war gefüllt mit Spannung & Abenteuer. Einige waren das erste Mal in einer Höhle, eine Piraten-Mama konnte sich unterwegs von ihrer Angst vor Höhlen verabschieden.

Danke an meine mutige Crew. Harr Harr!

Der Versuch eines Gruppenfotos

*Werbung? Aber klar doch! Und zwar aus voller Überzeugung. Bezahlt haben wir die Kostüme und den Maskenstoff natürlich trotzdem! Die Führung war Teil meiner Buchrecherchen und deshalb für die Teilnehmer kostenfrei. Das hat keinen Einfluss auf den Inhalt meiner Berichterstattung.

Corona-Info: Die Schatzsuche wird aktuell nur für geschlossene Gruppe von maximal 15 Personen ab 4 Jahren mit Alltagsmaske angeboten. Das kann sich je nach Verlauf der Pandemie ändern.

5 thoughts on “Schatzsuche in der Kluterthöhle

    1. Mache ich dir gerne. Mit Bändern oder Gummi, classisch oder halbrund?

      Magst du uns am 15. November auf die Erlebnisführung begleiten? Mit Klettern, krabbeln und kriechen. Ich könnte gut deine Hilfe beim Fotografieren brauchen.

      1. Ja, mache ich doch gerne! Zumal bei mir auch sonst nix ansteht. (Lockdown).
        Da ich die Bänder hinter den Ohren verknote, ist es relativ egal.

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