Meine „dienstälteren“ Leser haben ja im vergangenen Jahr mitbekommen, dass meine externe Festplatte ihren Dienst quittiert hatte. Heute, ziemlich genau ein Jahr später, bin ich an dem Punkt, an dem ich vor diesem Desaster war.

Denn ich musste ja nicht eingegebene Notizen noch einmal tippen, nicht gespeicherte Fotos noch einmal machen, nicht verwahrte Prospekte/Visitenkarten noch einmal holen, nicht gespeicherte Tracks noch einmal abwandern. Wegen meiner parallel laufenden anderen Buchprojekte zog es sich nun über ein Jahr, bis ich wieder an dem Stand vor dem Desaster bin, also den Einleitungsteil und die gesamte Wegbeschreibung im Kasten habe.

20170325_153830_reszedPuh!

Erleichterung vermischt sich mit immer noch anhaltendem Frust über diese immense Zusatzarbeit. Warum kann ich blöde Kuh denn nicht regelmäßig sichern?!

Nun muss ich „nur noch“

  • bei allen Hotels, B&Bs, Herbergen und Privatleuten Infos zu ihren Unterkünften einholen und einpflegen (das kann dauern…)
  • den vorhandenen Text kürzen (die Gesamtstrecke ist länger geworden, aber das Buch darf nicht dicker werden)
  • den Anregungen und Infos meiner Leser nachgehen
  • die Tracks bereinigen (Irrwege, Pippipausen, Spielplatzbesuche, Picknicks,…)
  • die Tracks zusammenfügen (keiner will sich alle 191 Minitracks auf sein GPS laden. Ich hatte nämlich zur Sicherheit unterwegs lieber etwas öfter gespeichert.)
  • die Tracks um Wegpunkte ergänzen
  • die Etappen festlegen
  • für allen Etappen die Länge, die Höhenmeter und die Besonderheiten zusammentragen
  • die Karten aktualisieren
  • die Fotos sortieren
  • mich den Fragen der Lektorin stellen
  • mich den Fragen der Kartografin stellen
  • die Druckfahne lesen und freigeben

Wenn ihr euch also fragt, was eine Reisebuchautorin den lieben langen Tag macht, kann ich euch für die nächsten Wochen eine Antwort geben: Mails in Französisch und Italienisch austauschen, in die Schweiz und nach Italien telefonieren, Rechnen, Zeichnen, Erinnern…

3 thoughts on “Via Francigena – oder: so mühsam kann das Schreiben sein

  1. Falls es Dich tröstet, nach ca 45 min blieb bei mir das Bild „stehen“, nichts ging mehr…. das vor 9. Also Rechner hart runter gefahren…. zum Glück hatte Word eine Zwischenkopie gezogen, damit konnte ich fast verlustfrei weitermachen. Jetzt heisst es erstmal einen Mietwagen für LAG besorgen (sein Auto ist in der Werkstatt und ich bin nächste Woche selber unterwegs) dann Belohnungsfrühstück bei IKEA und dann starte ich meine virtuelle Tour von Lousanne nach Lutry.

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