Applaus ist das Brot des Bühnenkünstlers.

Wisst ihr auch, was das Brot des Autoren ist?

Nein, mir geht es hier nicht um den reinen Broterwerb. Mein Lebensunterhalt ist anderweitig gesichert. Das Bücherschreiben ist manchmal ein nettes Zubrot, oft aber auch brotlose Kunst oder sogar ein  Verlustgeschäft (also einfach nur eine plausible Ausrede für unsere Ausflüge und Reisen).

Mein Anliegen ist anderer Art:

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Mein bester Freund – von mir von Hand skizziert

Den größten Teil meiner Zeit sitze ich allein in meinem Arbeitszimmer und schaue in den Klapprechner: bei der Vorbereitung eines Buchprojekts, bei der Planung einer Recherchereise, beim Kontakt mit Anbietern/Unterkünften und beim Niederschreiben meines Manuskripts. Das ist manchmal eine ziemlich einsame Angelegenheit. Ich habe ja keine Arbeitskollegen, mit meinen Lektoren, Verlegern, Kartografen, Layoutern,… habe ich ja nur ganz selten Kontakt. So ist während meiner Arbeit mein Rechner mein Arbeitskollege, mein bester Freund und mein Blitzableiter.

Ich freue mich daher immer über Nachrichten von außen, die meine Arbeit betreffen, besonders über Rückmeldungen meiner Leser. Dabei ist es mir sogar (fast!) egal, ob es harsche Kritik, überschängliches Lob, Verbesserungsvorschläge, Fragen oder Bestätigungen sind. Wenn ich mit anderen Autoren spreche, höre ich oft, dass es wohl den meisten von uns so geht. Deshalb habe ich eine große Bitte an euch:

Schreibt den Autoren der Bücher, die ihr lest!

Bei Reiseführern und Ratgebern schreibt ihr am besten direkt an den Autor oder an den Verlag. Schreibt auf, was euch gut gefallen hat. Noch wichtiger ist aber, dass ihr ihm auch schreibt, was euch nicht gefallen hat oder wo Änderungen nötig sind. Jeder seriöse Verleger/Autor wird den Hinweisen und der Kritik nachgehen, denn er ist ja an einer Verbesserung seines Buchs interessiert. Das ist bei Belletristik vielleicht nicht unbedingt nötig, wirkt aber auch herzerwärmend bei Autoren, die weniger erfolgreich sind als Joanne Rowling, Jussi Adler-Olsen oder J.R.R. Tolkien.

Hat euch ein Buch gefallen? Dann spendet dem Autor über die persönliche Rückmeldung hinaus auch öffentlich Applaus, indem ihr über das Buch sprecht oder schreibt.

Wenn ihr es bestellt habt, applaudiert ihr dem Autor, indem ihr eine Rezension für sein Buch schreibt. Das ist nicht schwierig und dauert nicht lange. Schreibt einfach ein paar Zeilen zu dem Buch bei amazon.de, thalia.de, buecher.de oder anderen online-Büchhändlern. Online-Bewertungen sind für viele Leser DAS entscheidende Kriterium, sich für oder gegen ein Buch zu entscheiden. Schreibt nicht einfach nur „hat mir gefallen“, sondern erklärt, warum es euch gefallen hat, welche Passage/Person ihr in euer Herz geschlossen habt und was das Buch mit euch gemacht hat.

Das geht auch, wenn ihr das Buch als Geschenk erhalten, gewonnen, aus der Stadtbibliothek oder in einem Buchladen gekauft habt. Es fehlt dann bei der Rezension nur der virtuelle Stempel „verifizierter Kauf“.

Habt ihr das Buch in einer stationären Buchhandlung gekauft, sagt doch einfach dem Buchhändler bei eurem nächsten Besuch, wie euch das Buch gefallen hat. So weiß er auch, ob er mit seiner Beratung richtig lag und wie er in ähnlichen Fällen in der Zukunft berät.

Als Buchhandelskunden verdient ihr in jedem Fall meinen Beifall!

Offline-Buchhandlungen sind eine aussterbende Art, aber so wichtig, wenn man beraten werden will oder auf Reisen ist.

Wenn ich ‚mal einen Vormittag Zeit habe, fahre ich nach Köln zum Globetrotter, steige ins Dachgeschoss und verbringe Stunden beim Stöbern in all den vielen Reisebüchern. Erst aus den Gesprächen mit den wirklich gut informierten Mitarbeitern ergibt sich, was ich am Ende wirklich kaufe und mit nach Hause trage.

Auf Reisen funktioniert es für mich mit online-Buchhandlungen auch nicht so gut, da ich ja bei vielen Touren täglich das Quartier wechsele. Wenn es da nicht in den größeren Orten gut sortierte Buchhandlungen gäbe, in denen ich mein Leseproviant auffüllen kann, müsste ich ohne Lesefutter weiterziehen. Bestes Beispiel ist die Via Francigena, auf der ich seit 2010 schon dreimal in einer schnuckeligen Buchhandlung im Stadtzentrum von Siena deutsche Romane gekauft habe.

 

3 thoughts on “Brot und Kunst

    1. Gute Idee, nur fürchte ich, dass ein Großteil der Autoren die die Journaleinträge für Bookcrossingexemplare seiner Titel gar nicht zu sehen bekommt 🙁

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