Vieles ist in einer „Englisch International School“ anders als in staatlichen Schulen. Sprache, Philosophie, Nationalität der Schüler und Lehrer, Schulgeld, Betreuungszeiten,…

Manches scheint auf den ersten Blick gleich zu sein – und ist am Ende dann doch unerwartet anders. Wie zum Beispiel Sankt Martin.

Ja, neben Halloween wird in der Schule auf Sankt Martin gefeiert. Seit Jahren wird bei den ganz kleinen ein Filmchen vom WDR gezeigt, den ich einmal bei YouTube ausgegraben hatte, als ich in Aurelias Gruppe einen „Vortrag“ über Sankt Martin halten sollte (übrigens gar nicht bei einem Autitorium von 2-3 Jahre alten Kindern aus allen Nationen). Kennt ihr dieses Filmchen? Wir nennen es immer „Martin ist ein guter Mann„, wenn wir darüber sprechen. Jedes Mal sitzt wieder eine der Lehrerinnen oder Kindergartenbetreuerinnen staunend da und erklärt, sie habe das vorher gar nicht gewusst. Auch dieses Mal wieder: Miss Charlotte, Dänin, sagte mir nach der Stunde, dass in Dänemark zu Sankt Martin auch Gänse gegessen werden – und sie nun endlich weiß, warum es den Tieren an den Kragen geht!

Sieht man, dass wir uns auf den Martinszug freuen?

Das German Department organisiert seit 2015 einen Martinszug. Letztes Jahr sind wir ja fürchterlich nass geworden. In diesem Jahr blieb das Wetter trocken. Ebenfalls nur mit trockenem Humor war für mich zu ertragen, dass auf dem eigens für diese Veranstaltung erstellten Liederzettel (gefühlt) mehr Werbung als Liedtexte zu finden waren, noch dazu zwei Lieder aufgenommen worden waren, die ich eher Weihnachten zurechnen würde. So sah es auch eine andere Mutter. Sie war allerdings so sauer über die Weihnachtslieder, dass sie mit ihren Kindern nicht zum Zug kommen wollte. Mir war das Wurscht, ich lebe ja in einer Familie, in der die Großmutter an den heißesten Sommertagen ihren Enkelinnen „ABC, die Katze lief im Schnee“ beibringen muss.

Polizei Köln – Highway Patrol

Eines der Polizeifahrzeuge, die den Zugweg sichern sollten, war ausgefallen. Als beschaffte der Einsatzleiter zur allgemeinen Erheiterung einen Peterwagen von den Gummersbacher Kollegen, auf dem dick und fett „Highway Patrol“ stand. Tja, passt irgendwie, zumindest fast. Nicht?

Die Kapelle bei unserem Martinszug

Wir marschierten nach Jahrgangsstufen sortiert durch das Dorf. Ja, Rondorf ist zwar ein Stadtteil von Köln, aber herrlich dörflich. Hinter dem Zug liefen drei Dudelsackspieler, die wohl die Kapelle darstellten und alle 10-15 Minuten ein Lied spielten. Immerhin besser als letztes Jahr, da gab es ja gar keine Musik.

Martinsfeuer

Und es kam noch besser: In diesem Jahr spielten sogar zwei Kapellen für uns. Als wir nach dem Zugweg auf dem Schulhof das Martinsfeuer erreichten, begann dort eine kleine Blaskapelle zu spielen. Diese Musikanten mit ihren Trompeten und Klarinetten  waren hoffentlich erst im Sommer erstmals mit den Instrumenten in Kontakt gekommen. Zumindest spielten sie so. Ich kenne das: Als ich Klarinette spielen lernte, hörte es sich auch das erste halbe Jahr so an, als würden wir Gänse schlachten. In jedem Lied begannen sie laut und falsch, dann verstummten die Instrumente eins nach dem anderen. Ich habe dann aber auch lauthals „Bald ist Nikolausabend da“ mitgesungen. Einige stimmten ein, andere überlegten laut, ob das wirklich ein Martinslied ist. Auch die Dudelsackspieler gaben noch einmal „rote-grüne-gelbe-blaue“ zum Besten. (Ich bekomme es nicht hochgeladen, bei Bedarf schicke ich 3 Sekunden Dudelsack-Martinslieder als Mailanhang, eMail genügt!)

Wir hatten also viel Spaß.

Als gegen 19 Uhr das letzte Martins- und Adventslied verklungen war, der letzte Weckmann verteilt war und der letzte Billig-Elektro-Laternenstab bei einem Degenduell seine Leuchtkraft eingebüßt hatte, wurde die Versammlung aufgelöst. Drei von drei Kindern schliefen, als ich zuhause ankam. Eigentlich wollten wir nach dem Martinszug noch von Haustür zu Haustür ziehen und Matinslieder singen. Naja, vielleicht machen wir das noch bei guten Nachbarn – oder vertagen uns auf nächstes Jahr.

2 Gedanken zu „Bald ist Nikola-hausabend da!

  1. Herrlich! Gedudelte Martins-Weihnachtslieder. Und wahrscheinlich hattet ihr mehr Spaß als die besoffenen Massen auf der Zülpicher Straße.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*
Webseite