Inzwischen kommen wir auf dem Spielplatz überall hoch (nur leider noch nicht überall allein wieder runter)

Wir waren lange nicht mehr im Kölner Zoo. Etwa vor einem Jahr lief unsere Jahreskarte ab, seitdem waren wir nicht mehr dort. Erst als wir wieder da waren, merkten wir, dass wir ihn vermisst hatten.

Nachdem ich in der vergangenen Woche drei kurze kinderlose Gesprächstermine in zwei Tierparks und im Flughafen hatte, geht es seit heute wieder in Begleitung meiner Kinder zu den Recherchen. Aurelia freute sich offenbar auch schon sehr auf die vielen verschiedenen Erlebnisse, jedenfalls bat sie mich gestern um ein schönes Notizbuch. Sie drückte ihren Adress-Stempel auf die erste Seite und schrieb „Dieses Buch gehört…“ darüber. Ihr Plan ist es, sich bei allen Recherchen an der Kasse einen Stempel ins Buch drücken zu lassen und ihre Erlebnisse darin zu malen und niederzuschreiben. Ich bin gespannt!

Von der Pressesprecherin war mir dieser Sonntag empfohlen worden, weil heute Elefantentag war. Um es vorweg zu nehmen: Wir fanden die elefantigen Angebote eher überschaubar und nicht besonders aufregend. Vielleicht richtete sich dieser Aktionstag an größere Kinder und/oder Erwachsene. Jedenfalls lockte mich keins der entdeckten Angebote aus unserem üblichen Zoo-Rundgangs-Trott. Die alle 30 Minuten angesetzte spezielle Elefantenführung war ein reines Erzählkränzchen vor dem Elefantenhaus. Im Elefantenhaus stand eine bedröppelte Dame schon mittags hinter einem leeren Verkaufstisch, an dem sie eigentlich Elefantenbücher hätte verkaufen sollen (die aber schon kurz nach 12 Uhr alle verkauft waren) und wartete auf Nachschub. Gegenüber vom Kinderspielplatz informierte ein Mitarbeiter mit sehr blutigen Fotos über wunde Elefantenfüße, ein paar Meter weiter zeigte sein Kollege Teile von Elefantenskeletten. 12-jährige Jungs mögen dafür hart genug im Nehmen sein. Aurelia drehte sich an beiden Stationen entsetzt ab und ich beobachtete (während unsere Kinder auf dem Spielplatz spielten) viele Kinder im Grundschulalter, denen es genauso ging.

Natürlich weiß sie auch ohne Nachschlagen, wie das Maskottchen des 1. FC Köln heißt, das im Zoo wohnt

Heute jedenfalls trafen wir uns mit Rebeka und Levi für diese Rechercherunde im Kölner Zoo. Während wir auf die beiden warteten, begann Aurelia mit ihrem Tagebuch und ließ sich außerdem ein Zoo-Quiz aushändigen. erst nach Abschluss der Runde stellten wir fest, dass es für ihr Alter wesentlich leichtere Aufgaben gegeben hätte. Nicht schlimm, auf diese Weise waren wir Mamas auch gefordert, mussten Infotafeln lesen und genau beobachten. Warum Geier keine Federn auf dem Kopf haben, hatte ich zufällig vor einigen Monaten gelesen. Aber Hand aufs Herz: hättet ihr gewusst, welche Farbe eine Giraffenzunge hat? Und könnt ihr ohne Google bzw. Brockhaus sagen, mit welchem typischen Haustier ein Capybara am nächsten verwandt ist?

An der Art und Weise, wie man Calippo Shots isst, arbeiten wir noch

Unsere gemeinsame Tour begann mit einer schrecklichen Viertelstunde, in der wir diesen wieselflinken kleinen Jungen suchten, der vollkommen angstfrei einfach allein den Zoo erkundete. Als er endlich wieder in seinem Buggy saß, gelobten alle vier Kinder, sich nur so weit von uns zu entfernen, dass sie uns noch sehen können – und hielten sich sogar die ganze Zeit daran. Sie hatten sicher gespürt, wie große Angst wir Großen gehabt hatten. Auf den Schreck gingen wir alle erst einmal unseren liebsten Stressabbaureaktionen nach. Nach einem Chili con Carne für mich, Eis für die vier Kinder und einem Lungenbrötchen für Rebeka ging es uns deutlich besser.

Huh, nass!

Danach war es ein harmonischer Ausflugstag, bei dem wir alle viel Spaß hatten. Die drei Zweijährigen legten zu unterschiedlichen Zeiten einen kleinen Power-Nap ein. Aber nie lange, weil man ja etwas verpassen könnte. Heutiges Highlight war das Tropenhaus, in dem einer der Vögel so nah über meinen Kopf hinweg flog, dass seine Krallen durch meine Haare streiften. Die Kinder beobachteten mit großer Geduld große Fische, warzige Kröten, riesige Kreuzspinnen und winzige Vögel. Allein am Wasserfall verbrachten wir eine Viertelstunde, weil alle Kinder durch den glitschig-grünen Zaun in den Wasserstrahl fassen wollten. Hier ging mein Puls noch einmal etwas schneller, als ich sah, dass Cari (wenn sie es wirklich gewollt hätte) zwischen zwei der Pfosten hätte durchschlüpfen können. Zum Glück hörte sie auf, sich durch den Spalt zu recken, als ich meine kleine wasserfeste Kamera in den Wasserfall hielt, um sie zu fotografieren.

Fotografieren war heute ohnehin unser großes Thema. Aurelia und Rebeka fotografierten um die Wette, ich durfte manchmal ganz kurz auch eine meiner Kameras halten, aber die kleine Kamera wanderte oft auch zwischen den Minihänden hin und her. Cari erklärte Levi, wo der Auslöser ist und er freute sich sehr über seinen ersten Schnappschuss. Nele fotografierte ihre Hände und Füße in Krokodilfußabdrücken im Beton des Hippodroms. Seht selbst:

Hey, Trampeltier, dreh den Kopf bitte zu mir!

Ist es etwas geworden?

Fotoshooting im Affenhaus (der TFK ‚mal wieder als Viersitzer)

Beim Singen erwischt ( Das „0“ von Krokodil in „Ei, was schwimmt denn da?“)

Passt!

Oh, doch etwas größer

 

3 Gedanken zu „Der perfekte Start in den Osterferien-Recherche-Marathon

  1. Ja, die Giraffenzunge ist dunkelblau wie eine Aubergine. Das sieht man, wenn man abends ins Giraffenhaus geht und die Giraffe sich herunterbeutgt und die Zunge rausstreckt.
    Und das Capybara ist mit dem Meerschweinchen verwandt.
    Die Idee mit dem Stempelbuch ist ganz wundervoll. Du kannst stolz auf Deine kreativen Kinder sein.

  2. Das war bestimmt ein sehr netter Tag! Wie schön, dass Aurelia schon in deine Fußstapfen steigen möchte und sich ein eigenes Erinnerungsbuch macht. Eine sehr schöne Idee.

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