Vor ziemlich genau drei Jahren wanderten wir das erste Mal auf dem Bollendorfer Märchenpfad. Wir hatten das Wohnmobil für die Italien-Recherche schon eine Woche früher abholen können und nutzten ein schönes Wochenende im November für eine Probetour. Von unserem Campingplatz Altschmiede war der Märchenpfad nur einen Katzensprung entfernt.

Dort hatte es uns so gut gefallen, dass wir in diesem Herbst noch einmal an die Luxemburgische Grenze fuhren, damit ich den Pfad mit Wegbeschreibung, Track und Fotos in das Buch mit Wanderungen in der Südeifel aufnehmen kann.

Erster Anlaufpunkt unserer Wanderung war die Touristeninformation, denn dort gibt es hübsche kleine Hefte für die Tour, eine nette Kombination aus Kartenskizze, Märchenbuch und Malbuch.

Start mit Heft und Prinzessinnenkopfschmuck

Die Touristeninformation wird liebevoll geleitet, wir wurden nicht nur perfekt beraten, sondern die nette Dame schob mir sogar heimlich die Belohnungen zu, die jedes Kind erhält, wenn es nach der absolvierten Wanderung mit einem ausgemalten Heft wiederkommt. Sie hatte herausgehört, dass wir Tagesgäste sind und vorausgesehen, dass wir erst nach Ende ihrer Öffnungszeit wieder im Ort sind. Das nenne ich Kundenfreundlichkeit!

Da ich die Spendierhosen anhatte, durfte sich jede von uns noch eine Kleinigkeit aussuchen. Die Kinder entschieden sich für Lederketten mit lustigen Tierfiguren aus Holz, meine Mutter und ich fanden kleine Wichtel hübsch, denen wir in den nächsten Wochen einen schönen Platz im Haus zuweisen werden.

Für die Hefte hätten wir gar nicht ins Touristenbüro gehen müssen, diese fanden wir auch am Beginn unserer Wanderung an der Schutzhütte neben dem Waldsportplatz. Da wir die Story ja schon kannten, hatten sich meine Prinzessinnen extra schick gemacht, denn immerhin galt es, den jungen Königssohn Bollybur zu begleiten.

Neun Stationen hat dieser Märchenweg. An jedem Halt müssen nur wenige Sätze gelesen werden, um den Fortgang der Geschichte zu verstehen. Die Stationen haben immer einen Bezug zu Felsformationen am Wegesrand. Die Kinder flogen nur so über den schmalen Wanderpfad (Achtung, nicht buggytauglich!), um die nächste Station zu entdecken. Immer wieder mussten wir sie bremsen, damit sie nicht vor lauter Übermut den steilen Hang hinab kullerten.

Wir hielten die Zeichnungen aus dem Heft in den Wald, bis wir in einem Fels ein Gesicht, einen Löwen oder einen Drachenfußabdruck entdeckten. Bei genauem Hinsehen schauten uns an einer Felswand sogar die Augen der Felsen entgegen. Wir erforschten eine kleine Höhle und machten ein ausgiebiges Picknick auf einem Aussichtspunkt mit fantastischen Kletterbäumen.

Auf dem Königsthron machten wir Fotos unseres gesamten Adelsgeschlechts. Nur die Königinmutter Gerda wollte nicht mit aufs Bild, weil die Krone viel zu weit über ihrem Kopf geschwebt hätte.

Es gab so viel zu sehen und zu erleben, dass wir aus den etwa 4 km fast eine Tageswanderung machten: frisches kuscheliges Moos – lustige Erosionslöcher im Fels – ein schillernder Käfer – ein Stocherstock – ein besonders geformter Stein – ein durch die Bäume bis zum Boden leuchtender einzelner Sonnenstrahl.

Der eigentliche Märchenpfad endet mit einem lustigen Fotopunkt und einer Mutprobe. Wer traut sich, in das Loch im Fels zu fühlen?

Ich machte mir kurz Sorgen, ob ich die kleinen auf dem Rückweg ziehen oder gar tragen müsste. Doch alle drei hatten so gute Laune, dass sie das Rennen auf dem breiten Waldweg sehr genossen.

Doch auch am Parkplatz nahm das Abenteuer kein Ende: Cari wanderte kommentarlos am Auto vorbei zum Waldsportplatz. Dort weideten drei Wanderreiter ihre Pferde. Bathida verzog sich skeptisch in den Kofferraum. Zögerlich und an meiner Hand folgten die beiden „Großen“. Und siehe da: Die Leute waren nett, erklärten den Kindern, was ein Wanderreiter ist und luden sie spontan zu je einem Ritt rund um den Platz ein. So schön kann Wandern mit Kindern sein!

Info:

  • Start am Waldsportplatz Bollendorf
  • Zeitbedarf inklusive Pausen offiziell ca. 1,5 h. Neugierige Genießer wie wir brauchen 3-4 Stunden
  • Für kleine und große Kinder ab 4 Jahren
  • nicht buggytauglich
  • an manchen Stellen sollten die Kinder trittsicher sein oder an die Hand genommen werden
  • am Start eine Schutzhütte, unterwegs zwei schöne Rastplätze und mehrere Rastbänke
  • unterwegs kein Wasser für Hunde

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