Fertiges Schiff

Wir sind unter die Reeder gegangen, aus finanziellen Gründen beschränken wir uns (zunächst) auf Papierschiffe: Letzten Samstag haben wir von morgens bis abends Segelschiffe gebastelt, denn Aurelia benötigte eine standesgemäße Einladung für ihren Piratengeburtstag. Eine Schatzkarte kam nicht in Frage, denn die hatten wir ja schon bei der letzten Geburtstagsfeier.

Also änderte ich einen zufälligen Netzfund etwas ab, kramte alle Zutaten zusammen, die passen könnten und heraus kam dieses Kunstwerk:

Ganz schön viele!

Ganze 28 (in Worten: achtundzwanzig) solcher Schiffe haben wir gebaut . Nein, ich bin nicht unter die Millionäre gegangen und kann mir eine Geburtstagsfeier für 28 Kinder leisten.

Aber wir haben einen Termin am Vormittag in den Ferien genommen. Auf diese Weise kann ich mich voll auf Aurelia und ihre Gäste konzentrieren, während Nele und Cari im Kindergarten sind. Einziger Haken: etliche potentielle Gäste verreisen in dieser Ferienwoche. Aber Haken gehören ja auch irgendwie zu Piraten dazu.

Also hat Aurelia kurzerhand Einladungen für alle 20 Kinder aus ihrer Klasse geschrieben (auch für sich selbst!). Sie findet es gemein, jemanden auszusparen, nur weil er noch neu in der Klasse ist und sie ihn noch nicht so gut kennt. Außerdem lädt sie den Zwillingsbruder eines Klassenkameraden und einige andere Kinder ein, mit denen sie früher in einer Gruppe war. Zack – und schon standen 28 Namen auf der Liste.

Danke für die spontane Hilfe

Unser Kunstwerk hat als Basis eines dieser Schiffchen, die wir früher in langweiligen Unterrichtsstunden bauten, wenn wir nicht grade Flieger, Himmel-Hölle oder Schachteln falteten.

Diese Faltarbeit ist für Aurelia noch etwas zu schwer, sie kommt nur bis zum Hut, dann wird sie ungeduldig. Wie schön, dass Corinna S. aus K. grade herein kam und sie bereit fand, mir bei den groben Werftarbeiten zu helfen.

Viel geduldiger als beim Falten war Aurelia bei den vielen Schiffstaufen. Jeder Bug trug am Ende den Namen eines Gastes, danach schrieb sie ihren Namen auf die Fahnen, dabei musste es sogar noch von Buchstabe zu Buchstabe eine andere Farbe sein.

Die mittlere Fahne wurde ausgedruckt, weil ich (leserlich) sonst nicht alle Infos untergebracht hätte. Anker und Steuerrad durften ebenso wenig fehlen wie eine Wasserlinie. Erst als ich zu drei Vierteln fertig war, fiel mir auf, dass ich die gesamte Einladung in Englisch formuliert hatte, aber bei der Uhrzeit 10:00 Uhr stand. Na gut, dann ist es eben so. Wer den Fehler findet, darf ihn behalten.

Die beste Leistung aber erbrachten Nele und Cari. Vormittags waren sie unterwegs gewesen, aber den ganzen Nachmittag beschäftigten sie sich miteinander, ohne Aurelia und mich zu stören oder etwas zu beschädigen. Sie malten und tobten im Bällebad. Sie funktionierten einen Wäschekorb zu einem Sessel, einem Bett, einem Tisch und einer Hundehütte um. Sie kämmten sich gegenseitig. Sie holten alle Puzzles aus dem Regal und warfen sie durcheinander. Sie kochten uns an der Spielküche stundenlang die köstlichsten Gerichte, zum Glück kalorienfrei, weil virtuell (mein Highlight war ein Eis namens „Noblauch-Möhre“). Sie putzten sich selbst die Nase und zogen sich allein die Schuhe an, um in den Garten zu Oma zu gehen. Das ist eine echte Leistung, die auch ganz doll gelobt wurde. Zur Belohnung bastelten wir ihnen auch je ein Schiffchen.

Ich finde, unser Werk kann sich sehen lassen. Das sind Details auf dem Weg:

Piraten ausschneiden und Fahnen schreiben…

…Schiffe falten…

Schiff für eine Piratin, Trockendock

Schiff für einen Piraten, Trockendock

 

 

3 Gedanken zu „Nennt uns Reederath – wir haben jetzt eine Werft

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