Seit meiner ersten Information über den Kauz von Schloss Burg an der Wupper hat sich einiges getan:

Recherche vor Ort

Vor gut einer Woche traf ich mich mit dem Burgherrn (= Museumsdirektor) und dem Illustrator in Schloss Burg an der Wupper.

Das wäre gar nicht unbedingt nötig gewesen, aber ich wollte drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: mich vor Ort noch einmal umsehen, vielleicht noch weitere Infos über Engelbert herausfinden und mich Aug in Aug mit Freddy absprechen. Zwar hatte ich mit ihm bereits oft geschrieben und auch schon telefoniert, aber viel schöner ist es je, mit jemandem zusammenzuarbeiten, den man persönlich kennt.

Alle Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Zwar mussten wir das Treffen um einen Tag verschieben, weil uns am ursprünglich ins Auge gefassten Donnerstag das Winterwetter einen Strich durch die Rechnung machte. Aber der Freitag belohnte unsere Beharrlichkeit mit strahlendem Sonnenschein. Herr Ahlmann konnte uns sogar tatsächlich den Burgkauz zeigen. Unser Engelbert saß in einem der Kamine und ließ sich die Sonne aufs Gefieder scheinen.

Die meisten von euch werden es vorher schon gewusst haben, natürlich sitzen Kauze oben in den Kaminöffnungen auf dem Dach. Aber ich Dussel hatte irgendwie das Bild im Kopf, dass Engelbert unten in der Feuerstelle sitzt, also im Gebäude. Wieder was gelernt: Kauze sind keine Weihnachtsmänner!

Wir erkundeten noch das ganze Schloss, dachten über die Farbe des Schlossgespenstes nach, prüften Kronleuchter und Ziehbrunnen auf ihre Buchtauglichkeit und verließen hoch zufrieden das wunderschöne alte Gemäuer.

Nicht ohne uns einige der Programmzettel mitzunehmen, denn rund ums Jahr gibt es im Rittersaal und in der Kemenate Konzerte und auf dem gesamten Schlossberg fantastische Veranstaltungen wie Ostermärkte.

Prummewaffel mit Ingwer-Zitronengras-Tee.

Zur weiteren Besprechung suchten wir uns ein nettes Café. Das ist in Solingen-Burg gar nicht so einfach, denn es gibt mehr als ein halbes Duzend wirklich gute Cafés. Egal, ob man Lust auf ein Heißgetränk, ein Stück Kuchen, eine Bergische Waffel oder eine üppige Bergische Kaffeetafel hat. Wir entschieden uns für das Café Voigt, weil Freddy schon vor unserem Treffen im Café Zur schönen Aussicht war. Beide kann ich euch wärmstens empfehlen. Aber auch alle anderen. Ich bin froh, dass ich nicht in diesem Dorf wohne, sonst würde meine Waage sehr schnell dreistellige Werte anzeigen.

Textarbeit

Nach dem Treffen mit Schlossherr, Illustrator und Kauz flossen mir die Worte nur so aus den Fingern. Wann immer ich kurz überlegen musste, schaute ich mir über meinem Schreibtisch das Bild von Engelbert an, das mir Freddy an diesem Tag geschenkt hatte. Der Text war ruck-zuck fertig!

Meine Privatlektorinnen hatten nicht viel zu maulen. Aurelia sagte: „Wie süß!“, Cari strahlte: „Wie aufregend!“ und Nele fragte: „Warum stirbt denn da niemand?“

(Nein, sie schaut nachts nicht heimlich Krimis und Horrorthriller. Der Zufall wollte es nur, dass wir in den letzten Tagen einige Bücher lasen, in denen jemand starb. Zum Beispiel realisierte sie beim dritten Anschauen der Eiskönigin, dass Elsa so früh Königin wird, weil einige Jahre zuvor ihre Eltern tödlich verunglückten.)

Illustrationen

Nun stand also unser Plot. Freddy konnte loslegen.

Wie viel Arbeit solche Illustrationen machen, ist unfassbar. Da wird mit verschiedenen Farben und Untergründen jongliert, bis die ideale Kombination gefunden ist. Da wird entworfen und verworfen, gezeichnet und radiert, vorgemalt und korrigiert, gemalt und korrigiert, gezweifelt und ganz am Ende zufrieden genickt. Mensch Freddy, ich ziehe meinen Hut vor dir. Das ist nicht nur sehr schön anzusehen, sondern auch noch eine echte Ausdauerleistung.

Am Rande

Das Gespräch und die Zusammenarbeit mit Freddy hat mich so inspiriert, dass ich mit den Kindern all meine Malsachen aus dem Keller geholt habe. Die Fensterfarben waren tot, einige Tuben Acrylfarbe auch. Aber es blieben noch genügend Tuben, Stifte, Pinsel, Aquarellkreiden, Leinwände und Papier übrig, um an diesem windigen, usseligen, erkälteten Wochenende so richtig kreativ zu werden. Die beiden Kleinen hatten Spaß mit Aurelias Glitter-Fingerfarbe, wir beiden Großen wagten uns ans Acyrl. Nun ratet mal, welches der Bilder von mir und welches von Aurelia ist. Richtig, wir haben das gemalt, wovon unser Herz voll ist: Komische Kauze und grüne Monster.

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