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Messe-Kinderpässe – sicher ist sicher!

Eine Reise in die „verbotene Stadt“ will für uns kölsche Mädcher einen guten Grund haben. Die TourNatur ist jedes Jahr für uns ein ebenso guter Grund wie die Boot. Gut gelaunt setzten wir uns um Viertel nach neun zuhause in Bewegung und brauchten nach 35 Minuten Fahrt noch einmal 25 Minuten von der Autobahnausfahrt bis zum Aussteigen, weil im Parkpreis wohl auch eine Stadtrundfahrt enthalten war. Dank einer Tochter, die grade das Zählen übt, kann ich von 27 Menschen in Warnweste berichten, die uns den Weg gewiesen haben. Weitere Zahlen gefällig? Unterwegs fünf Busse, drei Entenautos, sechs LKW, drei Tunnel, ein Stau und elfundzwanzig Wohnmobile. Dennoch waren wir nach kurzem Fußweg und zwei spannenden Fahrten im Glasaufzug an der Kasse sofort dran.

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Ein Aufzug mit Aussicht

Die Besucher stellen sich ja immer nur an den äußeren Kassen an, die mittlere Kasse war frei. Aurelia, meine große Vierjährige, musste den Ausweis zeigen, weil sie – wie so oft, für sechs Jahre gehalten wurde. Nun konnten wir uns ins Getümmel stürzen. Nur noch schnell Kinderpässe zum Umhängen an der Information holen, weil die Messeausweise schöner sind als unsere Alu-Marken.

Wir alle waren aufgeregt. Die Kinder, weil es so viel zu sehen gab. Ich, weil ich nicht wusste, wie lange sie durchhalten bzw. wann mir die Nerven versagen. Elke hatte mich ja gewarnt, dass es voll werden könnte. Entweder haben wir unterschiedliche Schmerzgrenzen bei Messegewühl, oder es waren weniger Menschen dort, als Elke erwartete. Jedenfalls kam ich mit dem TFK überall prima durch und die drei Mäuse konnten oft sogar frei laufen, wenn ich an einem Messestand mit den Ausstellern quatschte. Ja, richtig gelesen. Cari läuft ja seit Sonntag immer ein paar Schrittchen, aber gestern auf der Messe ging, lief und rannte sie so, als würde sie seit Wochen nichts anderes tun. Von Stunde zu Stunde sicherer, am Ende sogar über unebenen Untergrund, Steine und Waldboden.

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Schneeschuhwandern im Sommer

Das gab es nämlich auch alles auf der Messe. Ein Rastplatz lockte im rechten Bereich die Erwachsenen an, weil dort die Futterkrippe stand. Links davon tummelten sich die Kinder auf einer Art Outdoor-Spielplatz mit Holzstümpfen, Findlingen, Kletterschnüren und Rollrasen mit künstlich angelegtem Teich, über den eine wackelige Hängebrücke gespannt war. Einige Kinder – und ein Vater – blieben nicht auf der Brücke, sondern hatten Kontakt zum Teich. Aurelia blieb trocken, ich hatte aber auch Wechselsachen in Reserve. Anders Cari, sie legte sich ans Ufer und plantschte so sehr mit dem Wasser, dass sie erst einmal umgezogen werden musste. Aurelia bewegte sich etwa ab Mittag so sicher durch die Halle, dass ich ihr mehrmals erlaubte, zum Spielplatz zu gehen, wenn meine Gespräche für sie langweilig wurden. Ich kam dann mit den Zwillingen nach, sobald ich fertig war.  Das war aber gar nicht immer nötig. Sie hat eine perfekte Orientierung, fand immer wieder zu mir zurück. Für den nächsten Winter steht auch schon ein Programmpunkt fest: Aurelia möchte nochmal Schneeschuhlaufen, das macht ihr nämlich riesigen Spaß.

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Griechische Knusperstangen und Eis, lecker!

Für Aurelia war die TourNatur ohnehin eine kleine Weltreise. Immer wieder mussten wir uns irgendwo eine Welt-, Europa- oder Deutschlandkarte suchen, um zu sehen, woher die Leute an dem jeweiligen Stand sind. Die Damen aus Luxemburg lachten sich fast kaputt, als ihnen mein altkluges Mädchen erklärte, dass ihr Land genau im Fluss endet, weil ihr Land dort anfängt.

Für alle drei Mädels war es gleichzeitig ein Schlemmertag, denn sie haben vor lauter geschenkten Müsliriegeln, Gummibärchen, Keksen, Lutschern, Salzstangen, Äpfeln, Traubenzucker und Eis gar nichts von unserer mitgebrachten Verpflegung gegessen. Verblüfft war ich darüber, dass Aurelia immer wieder fragte, ob sie noch einen Schluck Grapefruit-Drink vom Innosnack-Stand haben darf. Ich hatte nichts dagegen, denn die Snackriegel-Pröbchen an diesem Stand schmeckten mir sehr gut.

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Eine erste Erfrischung am Outdoor Stand

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Gar nicht gestellt, das Foto…

Ach ja, die Messestände haben wir uns auch angesehen. Bestimmt habe ich die Hälfte schon wieder vergessen, das blieb mir in Erinnerung: Dieter vom Conrad Stein Verlag rettete meinen nächsten Outdoor-Waschtag mit NikWax Imprägnierwaschmittel. Dort am Stand lernte ich zwei nette Bloggerinnen kennen, Anita und Claudia. Am anderen Ende der Halle kam von der Firma Nikwax ein paar Stunden später noch ein Lederfett für die Schuhe hinzu. An dem gemeinsamen Stand der Mallorca-Regionen deckten wir uns mit aktuellem Infomaterial ein und bekamen sogar eine Kappe für Aurelia und eine Tasse von den Baleareninseln für die Oma geschenkt. Auf Rhodos bekamen wir Honig-Sesam Gebäck geschenkt, das so perfekt klebt, dass Nele ihre Hand nicht mehr öffnen konnte und wir selbst unter dem laufenden Wasserhahn Probleme damit hatten. Im Sauerland gab es für die Große Buntstifte, sie versprach als Dankeschön ein selbst gemaltes Bild zu schicken.

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Hallo, Kuh!

In den Alpen versuchte sie eine Kuh zu melken, aber der Chef dieses Standes hatte Wasserspiele verboten, also war der Euter leer. In der Uckermark gefiel Aurelia die Landschaft. Als ich ihr erzählte, dass Omas Tante Klara dort wohnt, begann sie schon mit der nächsten Reiseplanung.

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Spannend: Ein Schieferbrecher bei der Arbeit

Ein Schieferbrecher aus Thüringen zeigte sein Handwerk und schenkte Aurelia ein Herz aus Schiefer (ich liebe Schiefer!). Nach Auffassung meiner ältesten Tochter müssen wir ‚mal nach Österreich ins Tannheimer Tal reisen, weil es dort bestimmt noch mehr von den schönen Tanni-Malbüchern gibt. Bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung deckte sich Aurelia mit Bällen, Kreiseln und Infomaterial für Oma ein (Thema war „Aktiv im Alter“). Am Stand der Deutschen Naturparke fand ich einen Frosch, der den idealen Ersatz für meine Rechercheweste trug: eine Entdecker-Weste (jetzt muss ich nur noch herausfinden, ob es einen legalen Weg gibt, solche Westen zu kaufen).

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Hey, Frosch, deine Weste ist klasse!

Im Siebengebirge bekamen wir Schokolade und Drachen, um uns wieder einmal auf den Drachenfels zu locken. Im Bergischen Land gibt es sogar Wanderungen mit der WDR-Maus.  Bei FiftyFive war es immer so voll, dass ich trotz mehrerer Versuche hatte, mir deren Produkte anzusehen. Barfußschuhe von Leguano hätten mich insbesondere für die Füße meiner Laufanfängerinnen und meine stark beanspruchten Füße interessiert, aber die Dame am Stand war sehr angespannt, reagierte unwirsch auf mich und so konnten wir nicht ins Geschäft kommen. Dafür habe ich mir aber endlich einmal wieder ein gutes Merino-Shirt von Kaipara gegönnt. Die Boote von Gatz und Lettmann, mit denen ich schon in der Jugendgruppe auf der Rur unterwegs war, ziehen mich immer noch magisch an und so wunderte ich mich nicht, dass Aurelia ständig in einem der Ausstellungsstücke saß, wenn wir in die Nähe dieser Messestände kamen. Beim Socken-Günter kamen zwei weitere Paare Wrightsocks in den Wagen und ich lernte bei ihm kurz vor Ende der Messe eine weitere nette Bloggerin kennen, die Wander-Reporterin Daniela. Mein erster Eindruck von ihr ist rundherum positiv: Sie versteht es, auch kurz vor Ende der Messe gute Laune zu verbreiten, bei Ausstellern und Besuchern. Sie hat ein Händchen für Kinder. Und die erste Seite des Blogs zeigt eine meiner Lieblingsorte in der Eifel: Das Weinfelder Maar, wo wir grade erst vor ein paar Wochen waren. Vor Antritt des Heimwegs kaufte ich Aurelia noch ein paar neue Wandersandalen von Keen und wir gingen ein zweites Mal zu unserem Verlag, weil wir Marlis morgens nicht gesehen hatten.

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Hallo, Wildschwein!

Ein kurzes, herzliches Update-Gespräch mit meiner Verlegerin informierte sie über den Stand meiner Manuskripte und mich über ihre Enkel (sie sind etwa im gleichen Alter wie meine Mädels). Eine sehr nette Luxemburgerin von Escapardenne kam hinzu und wir sprachen lange über gute Wanderwege in der südlichen Eifel. Die Tour bei Vianden werde ich also noch einmal umarbeiten oder ergänzen. Indessen lief Nele immer zwischen den Griechischen Inseln und Stubai hin und her, während Cari sich sogar über Stubai hinaus bis zu den Feuerlöschern wagte. Die Stubai-Rucksäcke, die Cari für sich und ihre Schwestern erhielt, waren für die Mäuse schöne Wühl-Wundertüten auf dem Weg zurück zum Auto.

 

Zurück bleibt ein riesiger Berg an Notizen, Visitenkarten und Broschüren – und eine Erinnerung an einen entspannten Tag auf einer Messe, wo die Aussteller und Besucher so freundschaftlich und hilfsbereit miteinander umgehen, dass ich mich sogar mit drei kleinen Kindern dort gut aufgehoben fühlte. Mehrfach wurde mir angeboten, auf die Mäuse aufzupassen, während ich Bekleidung anprobiere oder mir meine Laufanfängerin wieder an der Hand entgegen geführt.

7 Gedanken zu „TourNatur

  1. Guten Morgen liebe Ingrid,

    ja ich hörte von einigen Aufstellern, dass der Samstag entspannter war, als angenommen. Das Wetter wurde dafür als Verursacher genannt. Ich war gestern noch einmal dort und auch hier war es relativ übersichtlich, wenn auch voll!

    Mir scheint, die Anzahl der Messebesucher geht stark zurück, oder ich habe dieses Engegefühl in der Masse etwas verloren. Egal, es war gestern noch einmal recht erbaulich.

    Du hast viel gesehen und offensichtlich hatten Deine Mäuse auch Spaß.

    Bei der nächsten Messe sehen wir uns hoffentlich
    Liebe Grüße
    Elke

  2. Hallo Ingrid, hallo Elke. Laut Pressemitteilung des Geschäftsführers waren mehr als 40.000 Menschen auf der Messe. Vielleicht liegt es am Umzug in die Halle 6, dass es entspannt und nicht sooo gut besucht wirkte?
    Ich kann das nicht vergleichen, da dies unser erster Besuch war.
    Liebe Grüße
    Claudia

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